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Schützenhaus bekommt eine neue Küche

Trotz schlechter Lage wegen Corona will Eventgroup-Chef Thomas Krause seine Mitarbeiter motivieren - und geht ein länger geplantes Bauprojekt an.

Im Schützenhaus wird die Zwangsschließung genutzt, die Küche zu modernisieren. Anja Scholz und Mario Schneider sind hier beim Ausschachten für neue Leitungen.
Im Schützenhaus wird die Zwangsschließung genutzt, die Küche zu modernisieren. Anja Scholz und Mario Schneider sind hier beim Ausschachten für neue Leitungen. © Kristin Richter

Großenhain.  Vor dem Schützenhaus an der Dresdner Straße steht ein großer Container voller Schutt. Hier müssen Baumaßnahmen im Gange sein. Tatsächlich kommt das Altmaterial aus der Küche der bekannten Gaststätte mit Bowling und Tanzsaal. "Da wir zwangsweise geschlossen haben, ziehen wir die schon länger geplante Modernisierung jetzt durch", sagt Thomas Krause, Chef der Schützenhaus Eventgroup. Er will und muss etwas Sinnvolles tun. Und vor allem seine Mitarbeiter motivieren. Gerade jetzt. 

Am vorigen Montag rief der Manager seine Belegschaft zusammen: 22 Mitarbeiter, davon fünf Auszubildende. Vier Fachkräfte Gastgewerbe und ein angehender Koch. Er erklärte ihnen, dass sie eine Perspektive haben, auch wenn es jetzt für einen Großteil wieder in Kurzarbeit geht. Thomas Krause stockt ihnen das Geld vom Amt auf. Und auch der Küchenumbau, an dem einige beteiligt sind, soll zeigen: es gibt ein Danach nach der Zwangsschließung. Und kompletter Stillstand ist doch nicht. 

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"Aus der Mückenschänke bieten wir jetzt `Gans to go`", sagt Krause und meint Martinsgänse zur Abholung ab vier Personen. Auch Catering ist möglich. Doch die Frage bleibt, was aus dem Weihnachtsgeschäft wird. Der Gastronom rechnet mit einem ruhigen Jahresende, leider. "Die Unsicherheit ist groß, bis ins nächste Frühjahr wurden Einmietungen abgesagt." Keine Betriebsfeiern, keine Familienveranstaltungen. Kein Fasching. Die Dinnershows in der Mückenschänke mit Zauberer Florian Steinborn hat Krause selbst abgesagt. Sie hätten schon Ende November begonnen. Das Geld wird nun zurückgezahlt. Auch ein Ball der Berufsakademie wurde gecancelt. "Wegen Corona-Fällen aus dem Erzgebirge ..."      

Mit einer fünfstelligen Summe miese im Monat kalkuliert die Schützenhaus Eventgroup derzeit. Denn die Fixkosten laufen weiter. Dabei hatte sich auch Krauses Firma mit einem Hygienekonzept auf die Pandemie gut eingestellt. "In der Remontehalle haben wir schon jahrelang gute Lüftungstechnik", sagt der Großenhainer. Sein Veranstaltungsunternehmen gehört zu den Großen der Branche, hat gleichwertige Konkurrenz erst in Dresden. Nun summiert er die ausfallenden Veranstaltungen in Schützenhaus und Remontehalle auf 25 bis 30. 

Da optimistisch zu bleiben, ist gar nicht einfach. Und das im Wissen, dass es trotz Großveranstaltungen wie mit Gregor Gysi oder Uwe Steimle und tausender Bewirtungen nicht einen Corona-Fall für die Schützenhaus-Eventgroup gab. Der Unternehmer sieht all die Vorarbeit, die aus jetziger Sicht vertan ist. "Auch in Schloss Schönfeld wollten wir Silvester feiern", bedauert Thomas Krause. 

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"Im Frühjahr dachten wir: spätestens nach dem Sommer ist der Spuk vorbei", sagt er. "Doch nun merken wir, es ist wesentlich intensiver, und ein Ende ist auch für uns Gastronomen und die Eventbranche nicht abzusehen." Für den Großenhainer eine ernüchternde Einsicht. Zumal die Schützenhaus Eventgroup zu Weihnachten ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert hätte. Das muss nun ins nächste Jahr verschoben werden. Bis dahin zieht Krause einige neue Veranstaltungskonzepte für die Jugend aus dem Schubfach. Und macht sich mit geplantem Kabarett und neuen Konzerten Mut.  Am 26. Februar soll die Rammstein-Tributshow in die Remontehalle kommen - hoffentlich.

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