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So erfolgreich wie nie investiert

Internet kommt auch in Böhla b. O. und Kraußnitz, die Planfeststellung zur Ortsumfahrung Schönfeld steht bevor: Hans-Joachim Weigel ist mit 2020 zufrieden.

Schönfeld hatte unter Bürgermeister Hans-Joachim Weigel in diesem Jahr die höchsten Investitionen überhaupt. Ende 2021 wird Weigel in den Ruhestand gehen.
Schönfeld hatte unter Bürgermeister Hans-Joachim Weigel in diesem Jahr die höchsten Investitionen überhaupt. Ende 2021 wird Weigel in den Ruhestand gehen. © Kristin Richter

Herr Weigel, kurz vor Weihnachten kam von der Telekom die gute Nachricht, dass in den Ortsteilen Böhla b. O. und Kraußnitz rund 250 Haushalte einen Glasfaseranschluss bekommen. Sogar mit Bandbreiten bis zu 250 MBit/s. Die Telekom informierte, dass es schon am 28. Dezember freigeschalten wird.

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Schnelles Internet ist heute ein Muss. Das Telekomnetz in den beiden Orten soll so leistungsstark sein, dass Arbeiten und Lernen zu Hause, Video-Konferenzen, Surfen und Streamen gleichzeitig möglich sind. Selbst beim Hochladen kommt man noch auf bis zu 40 MBit/s. Die Telekom hat dafür rund vier Kilometer Glasfaser verlegt.

Außerdem hat sie zwei Verteiler neu aufgestellt oder mit moderner Technik aufgerüstet. Nur eine Kommune, die eine moderne digitale Infrastruktur besitzt, ist auch attraktiv für Familien und Unternehmen. Deshalb sind wir sehr froh über diese Entwicklung. In den anderen Ortsteilen wird schnelles Internet ja über die Enso realisiert.

Die Böhlaer und Kraußnitzer können nun ab sofort online, telefonisch oder nach dem Lockdown im Fachhandel buchen. Sekundenschnell kann man dann endlich Videos aufrufen und einkaufen oder komfortabel im Homeoffice arbeiten.

Sie haben in Ihrem Jahresrückblick im Gemeindeblatt geschrieben, dass ein "in jeder Beziehung ereignisreiches Jahr" zu Ende geht. Was meinen Sie noch außer der Corona-Pandemie?

Ja, hinter diesem Wort des Jahres 2020 verbarg sich wahrlich ein Jahrhundertereignis im wahrsten Sinne des Wortes. Trotz allem können wir in Schönfeld auf ein erfolgreiches, investives Jahr zurückblicken. In allen Ortsteilen sind wir vorangekommen. Durch die umfangreich ausgereichten Förderungen konnten wunschgemäße Projekte realisiert werden. In Böhla b. O. die Sanierung des Feuerlöschteiches, die Herstellung des Buswendeplatzes sowie die Sanierung des Gemeinderaumes im Dorfgemeinschaftshaus.

In Kraußnitz die Sanierung des Gemeinderaumes im Dorfgemeinschaftshaus und die Herstellung der Bushaltestelle auch mithilfe des Natur- und Heimatvereins. In Liega die Anbindung des Feuerwehr-Gebäudes an das öffentliche Trink- und Abwassernetz. In Linz die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges, die Vergabe der Aufträge für den Umbau und die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses.

Und im Hauptort Schönfeld?

Hier haben wir die Mehrzweckhalle am Schloss saniert, neue Fenster in den Vereinsraum bei der Gemeindeverwaltung einbauen lassen, mit dem Straßenbau wurde der Regenwasserkanal neu verlegt, zudem die Gashauptleitung, die Breitbandversorgung und teilweise die Trinkwasserleitung in der B 98. In der Oberschule konnte die Digitalisierung vorangebracht werden, weil wir neue Laptops beschafft haben sowie die Vernetzung der Oberschule realisierten.

Nicht zuletzt erfolgten Dachreparaturen am großen und kleinen Schloss. Für alle Ortschaften gab es auch Baum- und Grabenpflegearbeiten sowie Sanierungsarbeiten an der Dorfbeschleusung. Insgesamt wurden über drei Millionen Euro in die Infrastruktur der Gemeinde Schönfeld gefördert und investiert. Das war damit das investitionsreichste Jahr für die Gemeinde Schönfeld.

Neben schnellem Internet interessiert die Bürger vor allem der Fortgang zur Ortsumfahrung B 98. Wie ist da der Stand?

Die Vorplanung ist abgeschlossen. Jetzt warten wir auf den Entwurf zum Planfeststellungsbeschluss, der dann bei der Gemeinde auch ausliegen wird. Er geht in die allgemeine Anhörung. Wir wissen, dass vielleicht zwei, drei Schönfelder dagegen klagen werden, weil ihnen der Trassenverlauf nicht passt.

Aber Schönfeld ist mit seiner Ortsumfahrung das am weitesten fortgeschrittene Verkehrsprojekt des Bundes im Landkreis. Vor 2023 wird aber möglicherweise nicht gebaut. Den ersten Spatenstich werde ich als Bürgermeister daher nicht mehr machen können, denn ich höre Ende 2021 auf.

Schönfeld hatte immer Geldsorgen durch fehlendes Großgewerbe. Wie verlief das Jahr haushalttechnisch?

Wir stehen im Vergleich zu den anderen Gemeinden im Landkreis Meißen besser da als die Jahre zuvor. Aber dies kann immer nur eine Momentaufnahme sein, weil es auch weiterhin Höhen und Tiefen geben wird. Aber wir sind gut durch das Corona-Jahr gekommen.

Unsere Gewerbesteuern haben sich sogar erhöht. 2021/22 werden aber Steuerausfälle kommen. Die Einkommenssteuer ist jetzt bereits rückläufig. Die Gewerbesteuer wird nach Aussage meiner Kämmerin durch Corona-Unterstützungen an die Betriebe sinken.

Schönfeld hat einen Doppelhaushalt 2020/21. Was nehmen Sie sich im kommenden Jahr und in den folgenden vor?

Es gab einen Zuwendungsbescheid durch das Landesamt für Denkmalpflege Dresden für die Neueindeckung des sanierungsbedürftigen Daches am kleinen Schloss. Weiterhin planen wir den behindertengerechten Schulhausanbau an der Oberschule sowie die Ausstattung mit digitalen Tafeln bis hin zu neuen Computern und Notebooks.

Die Planungen und der Bau zur Erweiterung des Wohnbaugebietes Am Hang II sowie zum zweiten Neubau eines Alten- und Pflegeheimes sollen durch einen privaten Investor umgesetzt werden.

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Für das kleine Schloss erhält die Gemeinde überraschend 53.000 Euro vom Landesamt für Denkmalpflege. Damit kann das Dach neu gedeckt werden.

Abhängig von einem positiven Fördermittelbescheid wollen wir die Gesamtsanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Böhla b. O. durchführen. Abhängig vom Ergebnis der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes wird es zudem im Feuerwehrbereich zu weiteren Baumaßnahmen kommen. Die Baumaßnahmen zum Anbau und Umbau im Dorfgemeinschaftshaus Linz werden fertiggestellt.

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