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So feiern die Zabeltitzer Sportler ihren 100.

Am 30. April jährt sich die Gründung des Turn- und Sportvereins. Die ehemalige BSG hat im Ort ihre Spuren hinterlassen. Das zeigt auch ein Jubiläumsbaum.

Der ehemalige Bürgermeister Jürgen Krüger ist seit 2006 Präsident des SSV Zabeltitz-Treugeböhla und stöbert hier in der Vereinschronik.
Der ehemalige Bürgermeister Jürgen Krüger ist seit 2006 Präsident des SSV Zabeltitz-Treugeböhla und stöbert hier in der Vereinschronik. © Kristin Richter

Zabeltitz. Ein Vereinssymbol mit Eichenkranz, die Spielleute als mitgliederstärkste und bekannteste Abteilung - das ist der Sport- und Spielverein SSV Zabeltitz-Treugeböhla. Am 30. April 1921 im Zuge neuer Sportbegeisterung nach dem Ersten Weltkrieg als Turn- und Sportverein TSV gegründet, steht dem Club jetzt der 100. Geburtstag ins Haus. Wegen Corona wird es freilich keine große Feier geben können. Aber Präsident Jürgen Krüger und sein Vorstand haben sich etwas ausgedacht.

Eine der holländischen Linden am Eingang zum Zabeltitzer Schlosspark spendet der Verein zu seinem Jubiläum.
Eine der holländischen Linden am Eingang zum Zabeltitzer Schlosspark spendet der Verein zu seinem Jubiläum. © Kristin Richter

Der Verein hat zum Anlass eine holländische Linde im Barockgarten, gleich am Eingang bei den neuen Fahrradständern, gespendet. Sie bekam auch schon ein Spenderschild. An diesem Baum wollen sich einige Vereinsmitglieder am 30. April treffen, um an die Gründung vor 100 Jahren zu erinnern. "Das erste Protokollbuch des TSV von damals existiert nicht mehr, aber das zweite von 1932 bis 1970", sagt Jürgen Krüger. Die folgenden 20 Jahre bis zur Wende sind heute ebenfalls aus Vereinssicht nicht mehr belegbar.

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Wenn der Präsident in den alten Unterlagen blättert, stellt er fest, dass man von einer wirklich wechselvollen Vereinsgeschichte nicht sprechen kann. Das einzige, was auffällig ist, sind die Namensänderungen und die unterschiedlichen Sportarten, die zu verschiedenen Zeiten betrieben wurden. So waren zuerst vor allem Turner aktiv, die im Saal des alten Schlosses trainierten. Diese "Sporthalle" wurde auch von der Schule genutzt.

Von 1937 bis 1960 war die damalige Sportgemeinschaft SG Zabeltitz laut Jürgen Krüger der einzige Sportverein im Ort. Heute gibt es noch den Fußballverein. Der Spielmannszug, der 1924 selbstständig gegründet wurde, ist jetzt die mitgliederstärkste Abteilung im SSV. Von 1938 bis 1940 fehlen allerdings jegliche Einträge im Protokollbuch. Die ansonsten peniblen Schriftführer wollten da bestimmt mal was nachtragen, was aber aus verständlichen Gründen später nicht passiert ist.

Hans Bockel ist ein Name, der schon bei der Neuzulassung der SG Zabeltitz 1948 - die Genehmigung kam sogar vom Deutschen Sportausschuss in Berlin - auftaucht. Der Fußballer war damals Vorsitzender der SG und ab 1952 auch Leiter der neuen Betriebssportgemeinschaft Trr Zabeltitz. Die LPG hatte die Trägerschaft übernommen, viele Mitglieder werden in der Landwirtschaft gearbeitet haben. Während ab 1948 die Sportarten Fußball, Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Faustball und Turnen betrieben wurden, sind es heute Handball, Volleyball, Gymnastik, Aerobic und eben die Spielleute.

Die Sportler haben sich immer ins örtliche Geschehen eingebracht, sei es früher bei den Mai-Demos oder den Parkfesten. Heute mit dem Frühlingsfeuer oder den Auftritten und Wettkämpfen des Spielmannszuges. Öffentlicher Höhepunkt für den gesamten Verein war die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften der Spielleute 2002 und 2010 im Ort. "Wenn die Handballer ihr Turnier mit polnischen oder tschechischen Gästen austragen, ist auch das halbe Dorf auf dem Sportplatz", sagt Jürgen Krüger, der mit seinen Söhnen auch aktiver Handballer war. Der frühere Platz sei von Sportlern im Nationalen Aufbauwerk angelegt worden, so Krüger. Vor Jahren erhielten die Beachvolleyballer einen neuen Bereich.

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Seit 2006 hat der aus Strießen Eingeheiratete sechs dicke Ordner zum SSV angelegt. Die neuere Geschichte des 220 Mitglieder zählenden Vereins ist also gut dokumentiert. Und bunte Abende mit Tanz, so wie in den 30er Jahren, würden die Zabeltitzer auch gern wieder feiern. Vielleicht zum 101. Geburtstag?

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