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Solaranlagen auf 9.000 Quadratmetern

An der Großenhainer Industriestraße hinter der BSZ-Außenstelle werden bald Photovoltaik-Module aufgestellt. Schon über zwei Jahre ist das Projekt in Planung.

In drei bis vier Wochen werden an der Industriestraße 2 Solaranlagen aufgeständert..
In drei bis vier Wochen werden an der Industriestraße 2 Solaranlagen aufgeständert.. © Kristin Richter

Großenhain. Die älteren Einwohner der Stadt kennen die Industriestraße 2 noch als Tuchfabrik Marotz, die spätere Dresdner Herrenmode. Wer nach der Wende jung war, ging hier vielleicht in der "Bunten Fabrik", einem ehemaligen Jugendclub, ein und aus. Heute sind die Gebäude abgerissen und auf der Fläche stehen Fahrzeuge. Ein Wohngebiet "Im Pappelgrund" kam in den 90ern wegen der Insolvenz des Investors nicht zustande. Doch bald wird hier ein Photovoltaik-Park entstehen.

Schon mindestens seit Ende 2018 laufen die Planungen dazu. Das rund 9.000 Quadratmeter große Gelände hinter der Außenstelle des Berufsschulzentrums gehört der Familie Lindemann. Hier will die Sybac-Solar aus Kehrig in der rheinland-pfälzischen Eifel eine aufgeständerte Solar-Freiflächenanlage bauen. Der Großteil der Fläche liegt im Innenbereich und darf bebaut werden. Der Großenhainer Stadtrat hatte das Vorhaben auch schon im Februar 2019 genehmigt.

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Doch wollten die Stadtväter Sicherheit, dass der Solarpark nach dauerhafter Aufgabe der Nutzung zurückgebaut wird. Ein städtebaulicher Vertrag mit der Solarfirma wurde aufgesetzt und beschlossen. "Doch der Landkreis hat das entgegen unserer Forderung nicht in die Baugenehmigung aufgenommen", moniert Baubürgermeister Tilo Hönicke.

Die Stadt ließ nicht locker, und im vorigen November konnte die Rückbauverpflichtung im Grundbuch eingetragen werden, sprich dinglich gesichert. Die Sicherheitsleistung in Form einer Bürgschaft beträgt immerhin 30.000 Euro. "Die Forderungen der Stadt Großenhain konnten - auch ohne Durchsetzung des Kreisbauamtes - vollumfänglich umgesetzt werden", heißt es in einer Informationsvorlage für den Technischen Ausschuss.

"Die Sybac Solar ist auf uns zugekommen", sagt Martin Lindemann. Die Energie GmbH sucht deutschlandweit Flächen ab 7.000 Quadratmeter für grünen Strom. Nach eigenen Angaben hat die Firma über 1.000 Solarprojekte realisiert, darunter über 50 Solarparks mit mehr als einem Megawatt Peak Leistung und einer Gesamtleistung von rund 700 Megawatt Peak. "Die so gewonnene Sonnenenergie versorgt jährlich fast 175.000 Vier-Personenhaushalte mit Energie und verringert dabei den CO2- Ausstoß um mehr als 455.000 Tonnen", heißt es auf der Internetseite des Solarkraftwerkbetreibers.

In der Umgebung sind die Kehriger, die in Radebeul eine Niederlassung betreiben, zum Beispiel im Solarpark Gröden auf circa sieben Hektar aktiv, in Ruhland und Döbern. Auf ostdeutschen Flächen entwickeln sie mindestens genauso viele Projekte wie in Rheinland-Pfalz, hier aber eher kleinere Grundstücke und Industriebrachen. "Die Großenhainer Fläche werden wir mindestens 30 Jahre betreiben, vielleicht auch länger", sagt Sybac-Filialleiter Andreas Rieß. In drei bis vier Wochen werde der Bau losgehen, die Bauzeit etwa sechs Wochen betragen. Die Firma rechnet mit einer Anlagenleistung des Großenhainer Solarparks von 750 kW und einem Ertrag pro Jahr von 800.000 kW.

Die Haus und Projekt Serio GmbH wollte kurz nach dem Tornado hier auch schon einen Solarpark errichten. Dafür wurden zahlreiche Obstbäume und Pappeln abgeholzt.

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