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Stadt will Lautex-Straße ausbauen

Einen Grundsatzbeschluss hat der Stadtrat jetzt gefasst. Die Zufahrt ist öffentliche Straße, doch im Grundstück ist sie noch Privateigentum.

Die Zufahrt zur ehemaligen Lautex stand lange unter Haftungsausschluss. Nun will die Stadt die Straße des Gewerbestandortes endlich sanieren.
Die Zufahrt zur ehemaligen Lautex stand lange unter Haftungsausschluss. Nun will die Stadt die Straße des Gewerbestandortes endlich sanieren. © Klaus-Dieter Brühl/Archiv

Großenhain. Die verkehrstechnische Erschließung der ehemaligen Lautex an der Radeburger Straße soll in absehbarer Zeit vorankommen. Der Stadtrat hat jetzt einen Grundsatzbeschluss zum Straßenausbau gefasst. Darin geht es um eine Sanierung im Wertumfang von rund einer Million Euro. Es sei möglich, Fördermittel zu bekommen, heißt es in der Beschlussvorlage. 

Der Zustand am heutigen Gewerbestandort ist schon länger unbefriedigend. Die 210 Meter lange Straßenfläche, um die es geht, ist weitgehend in Privatbesitz. In den vergangenen 30 Jahren ist hier nachweislich keine Unterhaltung erfolgt. Die 52 Meter lange öffentliche Pflasterstraße als Zufahrt ist zwar befahrbar, wird aber als Sanierungsfall eingestuft. 

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Die Ost-West-Straße im Gelände besteht teilweise aus alten Betonplatten. Auch hier gab es seit der Wende keine Straßenunterhaltung. Der Zustand ist sehr schlecht, eine Modernisierung dringend erforderlich. Doch auch diese Straßenfläche ist zum Großteil Privatgrundstück. Es fehlt eine Wendemöglichkeit am Ende, auch Straßenbeleuchtung gibt es nicht. Gleiches gilt für die 60 Meter lange Zufahrt zur Röderbrücke. 

Die ist wiederum in staatlichem Eigentum, sprich, ist der Talsperrenverwaltung (LTV) zugeordnet. Ärger gab es wegen eines 15-Tonnen-Begrenzungsschildes, das nicht den Tatsachen entspricht. Obwohl sogar 40-Tonner hier drüber donnern, hat die Brücke laut Beschlussvorlage nur eine festgestellte Tragfähigkeit von sechs Tonnen. Diese Beschilderung ist nun umgesetzt. Zu allem Übel fehlt auch eine reguläre Schmutz- und Regenwasserableitung.  

Die Lautex-Brücke über die Röder hat eine Tragfähigkeit von sechs Tonnen. Eine Neubeschilderung der ehemals 15 Tonnen wurde schon umgesetzt.
Die Lautex-Brücke über die Röder hat eine Tragfähigkeit von sechs Tonnen. Eine Neubeschilderung der ehemals 15 Tonnen wurde schon umgesetzt. © Kristin Richter

Nach langen Diskussionen sah sich die Stadt genötigt, für Ordnung zu sorgen. Die Lautex ist eben noch kein geregeltes Gewerbegebiet wie Zschieschen oder der Flugplatz. Das Areal war stückchenweise privatisiert worden, ohne geordnete öffentliche Erschließung. Nur bis zum Autohaus Thiemig und Suppenmuppe ist der Weg öffentlich. Wenn die Stadt das Gebiet jetzt angeht, müssen die ansässigen Unternehmen dafür aber keine Straßenausbaubeiträge zahlen. Denn die entsprechende Satzung ist vom Tisch. 

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Für dieses und nächstes Jahr fallen erstmal zusätzliche Kosten für Grunderwerb und Katastervermessung an. Die Stadt wird also Eigentümer der Straßenflächen. Nach dieser Voraussetzung soll laut Bürgermeister Tilo Hönicke ein Planungsbüro beauftragt werden, das einen Vorentwurf erarbeitet. Erst dann wird logischerweise ausgeschrieben und gebaut. Und das passiert frühestens 2024. Mit der Straßensanierung werden die technischen Anlagen für Abwasser, Regenwasser und Beleuchtung neu gebaut. Die Röderbrücke soll von der LTV an die Anlieger und Hauptnutzer der Gewerbegrundstücke veräußert werden. 

Mit dem Straßenkauf ist es aber noch nicht getan. Mit der Widmung als betrieblich-öffentlich bekommt die Stadt künftig die Verkehrssicherungspflicht. 

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