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Stadträte verhindern höhere Kitakosten

Die Großenhainer Verwaltung wollte die Elternbeiträge etwas anheben, um 2021 einen großen Ruck zu vermeiden. Doch die Gewählten sind dagegen.

Auch die Kita Pfiffikuss e.V. in der Preuskerstraße gehört zu den Großenhainer Einrichtungen, bei denen die Sach- und Personalkosten steigen.
Auch die Kita Pfiffikuss e.V. in der Preuskerstraße gehört zu den Großenhainer Einrichtungen, bei denen die Sach- und Personalkosten steigen. © Kristin Richter

Großenhain. Die Großenhainer Bürgervertreter im Stadtrat haben ein weiteres Mal die Muskeln spielen lassen. Wie schon in der Vergangenheit widersprachen sie mehrheitlich einer Erhöhung der Elternbeiträge für die Kitas. Dabei wollte die Stadt diese geringer anheben, als es eigentlich nötig wäre. Vor allem für die Krippe hätte sich rein rechnerisch aufgrund der Kostenentwicklung laut Verwaltung eine Erhöhung von derzeit 186,90 Euro auf 210,08 Euro notwendig gemacht. Im Rathaus wollte man nur auf 194,50 Euro anheben. Das wären 7,60 Euro monatlich, statt 23,18 Euro, mehr gewesen.

Beim Kindergarten (ebenfalls für neun Stunden) wollte man um drei Euro pro Monat raufgehen, beim Hort (sechs Stunden) um 1,70 Euro, beim Hort Förderschule um 3,30 Euro. Begründet wurde die Steigerung mit den aktuellen Personal- und Sachkosten. Die tatsächlichen monatlichen Kosten pro Platz sind nämlich weit höher: Im Krippenbereich liegen sie schon bei 1.181 Euro. Im nächsten Jahr klettern sie laut Hochrechnung auf 1.337 Euro. Spätestens dann muss die Stadt erhöhen, weil der Elternanteil unter die gesetzlich verlangten 15 Prozent rutscht. Das wollte die Stadt schon jetzt etwas abfedern. Die Kommune bringt dieses Jahr sieben Millionen Euro für ihre Kindereinrichtungen auf.

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Doch eine Anhebung in der aktuellen Corona-Sitzung kommt für die meisten Großenhainer Stadträte nicht infrage. Nur vier Stimmen aus der CDU-Fraktion standen 13 fraktionsübergreifenden Ablehnungen gegenüber. Brigga Pöschel betonte für die AfD ausführlich, warum sie sich für höhere Landeszuschüsse ausspricht und Landtagsabgeordneter Mario Beger sich dort auch für die Verwendung vorhandener Rücklagen einsetzt. Auch die Linke erwartet laut Kerstin Lauterbach "kostenfreie Bildung". Mario Gieb begründete für die Fraktion "Gemeinsam für Großenhain" die Nein-Stimmen damit, dass man den Großenhainern "in diesem turbulenten Jahr kein solches Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen möchte".

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