merken
PLUS Großenhain

Stema lässt bei der Diakonie produzieren

Seit drei Jahren steigt das Auftragsvolumen für die Werkstätten. In seinem 70. Jahr ist der Anhängerbauer einer der wichtigsten Partner.

Ronny Jachmann von den Diakonischen Werkstätten montiert einen Kennzeichenträger für einen Stema-Anhänger. Im Hintergrund Gruppenleiter Kevin Krille.
Ronny Jachmann von den Diakonischen Werkstätten montiert einen Kennzeichenträger für einen Stema-Anhänger. Im Hintergrund Gruppenleiter Kevin Krille. © Kristin Richter

Großenhain. Bei Ronny Jachmann und Daniel Richter läuft der Laden. Die beiden Mitarbeiter der Diakonischen Werkstätten schrauben die Rücklichter auf einen Alurohling und nieten Scharniere an. Damit sie nicht verwechseln, welche Leuchte links und welche rechts drankommt, klebt ein grüner bzw. gelber Aufkleber an der entsprechenden Stelle. Die Vorrichtung hilft ihnen, so gut wie keine Fehler zu machen. Den fertigen Kennzeichenträger für einen Stema-Anhänger legen sie auf eine Palette, auf der 35 Träger Platz haben. Ist er voll, kommt er ins Lager. Zwei Mal die Woche fährt ein Transporter aus dem Gewerbegebiet Zschieschen nach Großraschütz und liefert ab.

Seit drei Jahren lässt der Anhängerbauer Stema bei den Diakonischen Werkstätten Zulieferungen als Dienstleistung fertigen. 2019 und 2020 haben die Werkstätten 17.834 Kennzeichenträger aus bereitgestellten Materialien montiert. In diesem Jahr wurde die Stückzahl sogar noch mal erhöht. "Nach einem Probelauf wussten die Mitarbeiter, wie die Herstellung am besten zu händeln ist, damit möglichst nichts kaputtgeht", sagt Gruppenleiter Kevin Krille. Normalerweise hantieren die Mitarbeiter an vier Tischen, jetzt durch das Corona-Wechselmodell sind nur zwei Tische besetzt. Generell arbeiten aktuell 65 Prozent der Werkstattmitarbeiter und wechseln sich aller zwei bis drei Wochen ab.

Anzeige
Nachhaltig heizen mit Sonne und Holz
Nachhaltig heizen mit Sonne und Holz

Ratgeber zur Planung einer Anlage aus wasserführendem Kaminofen und Solarthermie.

Auch einige Räume weiter wird für den Anhängerbauer gefertigt, und zwar Aluprofile. Sie werden von sechs Meter Standartlänge je nach Bedarf der Stema zurechtgesägt. 20.704 solcher Bordwand-Teile verließen in den vergangenen zwei Jahren die Werkstatthalle. Die Diakonie hatte sich extra eine Spezialsäge dafür angeschafft. Auch eine weitere Säge ist in Aktion, bedient von Robert Steckler bzw. Nico Thomas. "Wir fertigen viel flexibler und schneller als das Aluwerk", erklärt Anleiter Thomas Behla. Wenn die Stema rasch andere Maße für die vierseitigen Profile braucht, kann man hier gut reagieren. "Wir optimieren auch den Verschnitt und senken damit Kosten", so Behla. Der kurze Weg zum Auftraggeber macht sich ebenfalls bemerkbar.

Daniel Richter stapelt die Rücklichtleiste auf eine Palette.
Daniel Richter stapelt die Rücklichtleiste auf eine Palette. © Kristin Richter

Im neuesten Werkstattgebäude wurden schließlich schon fast 400.000 Strippen und Schnallen als Vorprodukt für die Planen gefertigt. In den hellen Räumen, in denen Musik leise im Hintergrund läuft, füllen sich an Tischen die Kisten mit je 200 genieteten Stücken. Hier teilt u.a. Nicole Bräunig die Menschen mit verschiedenen Behinderungen so ein, dass sie wechselnde Tätigkeiten haben und die Arbeit nicht eintönig wird. Laut Stema wurden seit 2019 auch 58.330 Normteile-Beutel für verschiedene Zubehörprodukte gepackt und 2.642 Prospekte zu je 50 Stück in Kartons verfrachtet. Auch Dokumententaschen stecken die Mitarbeiter zusammen.

Zum gegenseitigen Vorteil

Manche Arbeiten sind von der Stema früher selber ausgeführt worden. Doch der Betrieb kann mit dem Dienstleistungsauftrag die Hälfte auf seine Ausgleichsabgabe anrechnen. Denn auch die Stema hat laut Werkstattleiter Kießling die Pflicht zur Beschäftigung Schwerbehinderter - es sei denn, er zahlt eine Abgabe oder gibt Arbeitsleistung an solche Werkstätten wie bei der Diakonie in Auftrag. "Die Aluprofile wurden früher vom Lieferanten direkt auf Länge geschnitten. Hier gab es aber immer größere Abnahmemengen und recht lange Lieferzeiten", erklärt Marcus Antrack, warum die Wahl auf die Diakonie fiel. Für die Montage der Kennzeichenträger wurde aufgrund fehlender Personalkapazitäten ein Kooperationspartner gesucht, so der Stema-Prokurist.

Auch die Dokumentenmappen für die Anhänger wurden in den Werkstätten zusammengesteckt.
Auch die Dokumentenmappen für die Anhänger wurden in den Werkstätten zusammengesteckt. © Kristin Richter
Saskia Häslich benietet die Strippen und Schnallen für die Anhängerplanen.
Saskia Häslich benietet die Strippen und Schnallen für die Anhängerplanen. © Kristin Richter
Heike Gargula arbeitet ebenfalls in der Teilmontage der Schnallen und Strippen.
Heike Gargula arbeitet ebenfalls in der Teilmontage der Schnallen und Strippen. © Kristin Richter
Robert Steckler sägt die Aluschienen für die Anhängerwände zurecht.
Robert Steckler sägt die Aluschienen für die Anhängerwände zurecht. © Kristin Richter

Mit der Auftragserfüllung ist der Anhängerbauer sehr zufrieden. "Aufgrund der räumlichen Nähe und hohen Flexibilität ist die Diakonie ein äußerst angenehmer Partner. Selbst in den schwierigen Corona-Zeiten war Verlass auf die pünktliche Lieferung", sagt der kaufmännische Leiter. Andersherum ist die Stema für die Diakonischen Werkstätten einer der drei größten Auftraggeber. "Grenzen setzen uns eigentlich nur der Platzbedarf und eventuelle Gefahrenstoffe", so Diakonie-Einrichtungsleiter Hansgeorg Kießling.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain