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Weibliche Trophäe fürs Vogelschießen

Pink statt bunt, so zeigte sich die Holzfigur in Oelsnitz in diesem Jahr. Warum dafür Frauen die Verantwortung tragen.

Die Oelsnitzer Holzfigur zum Vogelschießen war dieses Jahr pink und rosa. Wie das?
Die Oelsnitzer Holzfigur zum Vogelschießen war dieses Jahr pink und rosa. Wie das? © privat

Oelsnitz. Mirko Fiedler aus Blochwitz war erst überrascht. Aber dann hat er sich darauf eingelassen. Den Vogel für das diesjährige Oelsnitzer Vogelschießen sollte er nur zusammenfügen, nicht bemalen. Normalerweise wäre das auch die Aufgabe des Vogelbauers. Denn er weiß, wie die einzelnen Teile, die beim Vogelschießen mit der Armbrust heruntergeholt werden, aussehen müssen.

So sieht der Vogel normalerweise aus: Mirko Fiedler baut seit Jahren die Holzfiguren für das Vogelschießen in der Region. Er malt sie auch bunt an.
So sieht der Vogel normalerweise aus: Mirko Fiedler baut seit Jahren die Holzfiguren für das Vogelschießen in der Region. Er malt sie auch bunt an. © Anne Hübschmann

Die Oelsnitzer aber wollten schon 2020 ihre 800-Jahrfeier begehen. Nur ein kleines Vogelschießen blieb wegen Corona davon übrig. Seit 1996 wird in Oelsnitz zum Dorffest der Vogel abgeschossen. Schützenkönigin im Vorjahr wurde eine Frau: Silvana Proy. Das ist umso bemerkenswerter, weil sie schon im Vorfeld verkündet hatte, dass sie das letzte Stück herunterholt und damit Schützenkönigin wird. Andere Frauen beteiligten sich erstmalig.

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So entstand in lustiger Runde beim Sekt die Idee, den diesjährigen Vogel doch etwas anders zu gestalten, erzählt Sven Grafe vom Oelsnitzer Heimatverein. Er organisierte das Vogelschießen am Wochenende. Seit er 2017 Schützenkönig wurde, übernahm er diese Funktion. Die Frauen hatten sich an einem Sonntag getroffen und strichen das Holztierchen nach ihrem Geschmack pink und rosa und taten Glitzer drauf. Doch das Ganze blieb eine Überraschung.

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Bis zum Samstagnachmittag. Da wurde der pinke Vogel im Park am Herrenhaus zum Vogelschießen aufgehängt. Alle staunten über sein ungewöhnliches Gefieder, waren begeistert. Und als weiblicher Vogel ließ er sich auch nicht so leicht abschießen. "Bis 1.20 Uhr in der Nacht haben wir es mit Flutlicht versucht - so lange gings noch nie", sagt Sven Grafe. 68 Schützen beteiligten sich an dem Volksvergnügen. Am Sonntag wurde es fortgesetzt, 11 Uhr stand der diesjährige Schützenkönig fest: Frank Hoffmann aus Oelsnitz. Die Oelsnitzer bedanken sich bei allen Sponsoren, die den Spaß unterstützten.

Schützenfrauen im Adelsdorfer Dumper vor dem weiblich gestrichenen Vogel in Oelsnitz.
Schützenfrauen im Adelsdorfer Dumper vor dem weiblich gestrichenen Vogel in Oelsnitz. © privat

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