merken
PLUS Großenhain

Versuchter Königinnen-Klau

Es muss ein Imker gewesen sein, der in der Großenhainer Auenstraße eine wertvolle Bienenkönigin vermutete. Er hinterließ Sachschaden, aber hatte kein Glück.

Diese Menschen versuchen bei der Diakonie in der Großenhainer Auenstraße, mit der Imkerei Sinnvolles zu tun. Das wollte jetzt jemand ausnutzen.
Diese Menschen versuchen bei der Diakonie in der Großenhainer Auenstraße, mit der Imkerei Sinnvolles zu tun. Das wollte jetzt jemand ausnutzen. © Kristin Richter

Großenhain. Diese Tat ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. In der Vorwoche ist in der Auenstraße ein Unbekannter über den Holzzaun geklettert und hat diesen dabei zerstört. Vorbei an allen Bewegungsmeldern gelang es ihm, bis zu den Bienenbeuten vorzudringen. Die SZ hatte erst kurz vorher über das Imkerprojekt der Diakonie in der neuen Begegnungsstätte berichtet. 

Der Dieb öffnete die verkitteten Beuten, indem die Deckel gewaltsam entfernt wurden. Damit konnten die Bienenvölker entweichen. "Wie mir von einem Fachmann bestätigt wurde, muss der Eindringling vermutet haben, dass wir eine Reinzuchtkönigin besitzen und wollte die stehlen", sagt Diakonie-Mitarbeiter Tony Preibisch. Eine wertvolle Bienenkönigin koste zwischen 150 bis 200 Euro. Nur einem Imker mit Schutzanzug sei ein solches Verhalten zuzutrauen. Denn die Bienen sind sofort aus den Beuten geflogen.

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Der Dieb hatte allerdings kein Glück. Denn entweder wurde er überrascht. Oder erkannte er, dass es sich hier nur um Nachzuchtköniginnen handelt. "Die Qualität der Königin entscheidet über Honigertrag, Stärke des Bienenvolkes und ihre Sanftmütigkeit", weiß Tony Preibisch. Möglicherweise wollte der Dieb Kosten sparen oder war laut Hobbyimker Preibisch zu faul, sich selbst eine gute Bienenkönigin heranzuziehen.

Passiert ist das Ganze in der Nacht. Als Mitarbeiter am nächsten Morgen nach den Beuten schauten, bemerkten sie, dass zwei Waben mit Bienen und Brut mitgenommen wurden. Die anderen Waben hat der Unbekannte einfach draußen liegenlassen. Doch die Königinnen konnten wiedergefunden werden, so der Leiter der Sozialprojekte. "Wir hoffen jetzt, dass deshalb ihr Volk überlebt." Doch das werde sich erst im kommenden Frühjahr herausstellen. Bislang wurde bei der  Polizei, die den Schaden aufgenommen hat, ein Verlust von 600 bis 800 Euro angegeben. Doch verwertbare Spuren waren leider nicht mehr vorhanden.   

Im kommenden Februar werden die Diakonie-Imker nun zusätzlich zufüttern müssen. Denn sie haben Bienen und Futtermasse verloren. Sollte das Volk dennoch eingehen, wäre das ein Verlust von 10.000 bis 15.000 Bienen. Ein herber Schlag für das Sozialprojekt, das sich um einkommensschwache und sozial benachteiligte Menschen kümmert. Das macht Tony Preibisch auch besonders wütend. "Wir werden nun aber Gegenmaßnahmen ergreifen, damit das nicht noch einmal passieren kann", sagt er. 

Weiterführende Artikel

Wer will bei der Diakonie Imkern lernen?

Wer will bei der Diakonie Imkern lernen?

Auf der Großenhainer Auenstraße eröffnete ein Begegnungstreff für jedermann. Hier werden auch Bienen betreut. Und es gab eine große Spende.

Außerdem hat der Anleiter die Imker der Umgebung informiert, dass ein Königinnendieb sein Unwesen treibt. "Wer Hinweise hat, wer der Unbekannte gewesen sein könnte, sollte sich bitte melden", sagt Tony Preibisch. Seine Telefonnummer: 52154150.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain