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"Vorrangig Landbesitzer werden kommen"

Für Großenhain ist der Radweg nach Priestewitz ein sehr lange gehegter Wunsch. Was die öffentlichen Unterlagen über das Bauprojekt verraten.

Stadtbaudirektor Tilo Hönicke erläutert die Unterlagen für den geplanten Radweg Großenhain-Priestewitz, die bis 17. Februar öffentlich ausliegen.
Stadtbaudirektor Tilo Hönicke erläutert die Unterlagen für den geplanten Radweg Großenhain-Priestewitz, die bis 17. Februar öffentlich ausliegen. © Kristin Richter

Großenhain. Tilo Hönicke aus dem Bauamt hat gut lachen. Endlich liegt der Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion zum Bauvorhaben Radweg Großenhain-Priestewitz vor. Vom 4. bis einschließlich 17. Februar gibt es die Unterlagen zur allgemeinen Einsicht, und sie sind auch im Internet abrufbar.

Für Großenhain ist das ein Alltagsradweg, der dringend gebraucht wird. "Seit 30 Jahren warten wir darauf, denn jetzt ist die B 101 in diesem Abschnitt sehr gefährlich für Radfahrer", sagt Hönicke. Er sieht straßenbegleitende Radwege für die Stadt künftig als immer wichtiger an. So sind auch schon Trassen nach Wildenhain, von Zschauitz bis Lenz, die Verlängerung Richtung Stroga und nach Skassa in Vorbereitung. Doch wie man am jetzigen Projekt erkennen kann, ist die Umsetzung oft ein langer Kampf.

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Für Großenhain war die Beseitigung des Bahnübergangs an der Priestewitzer Straße eine harte Nuss. "Es war eine bahntechnisch gewidmete Anlage, das machte es kompliziert", so Hönicke mit Verweis auf Blatt 6 in den Unterlagen. An dieser Straßenseite wird der Radweg entlanglaufen. Für ihn könnten die landwirtschaftlichen Grundeigentümer sich nun vorrangig für die ausliegenden Pläne interessieren. Das Landesamt Lasuv als Bauträger muss noch meist Handtuchflächen kaufen. Hönicke sieht zwar keine Probleme, dass es bis zu Enteignungen gehen könnte. Aber die Stadt will gern vermitteln, damit die nötigen Flächen für den Radweg zur Verfügung stehen.

Der Radwegbau erfordert auch die Erneuerung der Straßenbrücke über die Dresden-Elsterwerdaer Bahnlinie am Gewerbegebiet Zschieschen. Bisher reicht der Verkehrsquerschnitt nicht aus, um einen 2,50 Meter breiten Radweg anzufügen. Außerdem wird in den Plänen auch die Rissbildung erwähnt, die den Neubau in dem Zusammenhang notwendig macht. Darauf hatte Tilo Hönicke das Lasuv seinerzeit hingewiesen. Ein 290 Meter langer Straßenabschnitt ist auf der Planzeichnung zu erkennen. "Der Neubau der Brücke wird natürlich eine Vollsperrung und damit große Einschränkungen für den Verkehr mit sich bringen", weiß Tilo Hönicke. Das müsse man aber in Kauf nehmen. Denn der Radweg sei auch als Schulweg für die Priestewitzer Kupferbergschüler wichtig.

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Der vom renommierten Dresdner Planungsbüro EIBS erstellte Planfeststellungsbeschluss wird noch durch eine Detailplanung ergänzt werden müssen, dann folgt die Ausschreibung der Leistungen. Der eigentliche Bau ist jetzt für 2023/24 vorgesehen.

Unterlagen im Internet unter: www.lds.sachsen.de/bekanntmachungen, Rubrik Infrastruktur

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