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Wann kommt der Radweg nach Lenz?

Noch immer ist kein Baujahr abzusehen. Aber eines ist klar: Die Kosten steigen.

Die S 81 zwischen Zschauitz und Lenz ist ein Unfallschwerpunkt. Deshalb muss ein separater Radweg her.
Die S 81 zwischen Zschauitz und Lenz ist ein Unfallschwerpunkt. Deshalb muss ein separater Radweg her. © Anne Hübschmann

Lenz. Im März des Vorjahres passierte der vorerst letzte tödliche Unfall auf der gefährlichen Bergkuppe zwischen Zschauitz und Lenz. Hier soll schon seit fast zehn Jahren ein Radweg die beiden Orte entlang der Staatsstraße 81 verbinden. Und damit Radfahrer und eventuell Fußgänger besser schützen. Ein Vorentwurf für dieses Bauvorhaben ist längst genehmigt. Doch nichts geht los beim Bauträger, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. 

"Die Entwicklung ist für uns wie für den Freistaat gleichermaßen unerfreulich", sagt Baubürgermeister Tilo Hönicke. Man wollte den Radweg zeitnah, auf kurzem Wege bauen. Doch die öffentliche Anhörung macht ein Planfeststellungsverfahren nötig. Das kann lange dauern. 

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Jetzt hatte der Großenhainer Stadtrat einen Beschluss zu diesem Vorhaben auf dem Tisch. Aber wieder ging es nur ums Geld. Sollte die Stadt ursprünglich 34.700 Euro zum Vorhaben für kommunale Aufträge in Zschauitz dazugeben, sind es mittlerweile schon 131.000 Euro. Und ob es dabei bleibt, ist nicht abzusehen. 

Die Gesamtkosten sind von 811.000 Euro auf 1,2 Millionen Euro geklettert. Nicht nur die Baukosten stiegen, sondern auch die Aufwendungen für den veranschlagten Grunderwerb. Noch hat die Stadt das Geld nicht in den Haushalt bis 2024 eingestellt. Denn eine Planfeststellung ist ja noch nicht erfolgt.

Erhebliche Kosten am Lenzer Mühlgraben

Neben dem eigentlichen Radweg entlang der S 81 muss der Freistaat nämlich auch eine Entwässerung sowie die Renaturierung des Lenzer Mühlgrabens bauen. Es muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen, hat sich herausgestellt. Die ist aufwendig und langwierig. Erst dann werden Grundstückseigentümer und Pächter einbezogen. Von einem Baubeginn kann in absehbarer Zeit also immer noch nicht die Rede sein.

Großenhain hat jetzt vereinbart, die kommunale Straße Am neuen Weg in Zschauitz dafür auszubauen, sich um Regenwasserkanalisation zu kümmern und ein Teilstück des Weges in der Ortslage Zschauitz in Eigenregie zu errichten. Der einseitig westlich der Staatsstraße verlaufende neue Radweg soll 2,1 km lang werden, die Baustrecke ist mit 1,5 km ausgewiesen. Der Weg wird den bereits bestehenden Radweg von Großenhain nach Zschauitz fortsetzen. Er darf beidseitig befahren werden.

In der Radverkehrskonzeption des Freistaates ist er mit höchster Priorität eingeordnet. Auch Gelder aus einem Umweltschutzprogramm fließen in das Vorhaben. Doch trotzdem hat der Forst Nachbesserungsbedarf angemeldet. Weil Wald an der ehemaligen Deponie in Anspruch genommen wird, muss eine Kompensation erfolgen: 700 Quadratmeter sollen als Teilfläche einer bereits realisierten Aufforstung eingesetzt werden. 

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Um den Mühlgraben sanieren zu können, wurde der Baugrund untersucht. Nun hat sich herausgestellt, dass ein Bodenaustausch über 1.500 Kubikmeter erfolgen muss. Die Bodenmassen müssen gesondert deponiert werden. Allein diese Entsorgungskosten betragen circa 275.000 Euro. Ursprünglich war nur mit 113.000 Euro für die Mühlgraben-Renaturierung gerechnet worden.  

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