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Was passiert im Straucher Kieswerk?

Ein Teil der Kiesgrube wird großflächig ausgekleidet und abgedichtet. Es soll Bauschutt gelagert werden. Genehmigt ist das schon fünf Jahre.

Dreieinhalb Hektar groß ist der Straucher Tagebau. Der schon ausgekieste Bereich wird jetzt für eine Deponie ausgekleidet.
Dreieinhalb Hektar groß ist der Straucher Tagebau. Der schon ausgekieste Bereich wird jetzt für eine Deponie ausgekleidet. © Volker Ulbrich

Strauch. Der letzte Kontakt des Ortschaftsrates zum Unternehmen Sand-Kies-Recycling (SKR) liegt wegen Corona schon mindestens ein halbes Jahr zurück. Doch genauso lange wird nach Auskunft der Einwohner an der großen Grube im Wald schon gearbeitet. Ein Teil des Kiessand-Tagebaus Strauch-Nordwest wird nach SZ-Informationen für eine Deponierung von Abbruch-Baustoffen vorbereitet. 

Das Gelände  wird großflächig ausgekleidet und abgedichtet. Eine Genehmigung zum Einlagern sei laut Ortschaftsrat noch nicht erteilt, doch das stimmt nicht. Bereits seit Dezember 2015 hat die Landesdirektion Dresden die Einlagerung für die niedrigste Deponieklasse Null - Bauschutt - genehmigt. "In diesem Jahr haben wir die Baufreigabe erhalten", sagt Stephan Jakob, mit Andreas Kirste Geschäftsführer des Kieswerkes. Deshalb ging es jetzt los.

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Umfangreiche Dokumentationspflichten sind dem Betrieb laut Landesdirektion bei der Deponierung auferlegt, z. B. an welcher Stelle welche Abfall-Charge eingebaut wurde. Zudem Staubminderungs-Maßnahmen, u. a. das Befeuchten von staubenden Gütern, die tägliche Messung der Sickerwassermenge und eine jährliche Kamera-Befahrung der Entwässerungs-Leitungen und Schächte. 

Stephan Jakob verweist auf die Öffentlichkeitsbeteiligung, die allem vorausging. Und das man ein zertifizierter Fachbetrieb ist. "Wir würden niemals etwas anderes als erlaubt einlagern", so der Geschäftsführer. 

Die Straucher sind dennoch skeptisch. Anfang 2018 war man bei der Vorstellung weiterer Pläne der Kiesgrube aneinandergeraten. Aus der geplanten Schlacke-Reinigung ist deshalb nichts geworden. Das Unternehmen hat seine Investition woandershin verlagert. "Der Stadt Großenhain sind damit erhebliche Gewerbesteuern entgangen", blickt Stephan Jakob zurück.

50.000 Tonnen Bauschutt sollen in Zukunft jährlich in die Kiesgrube eingelagert werden, bis sie voll ist. Dafür wird jetzt eine mineralische Dichtung mit einer 105 Zentimeter starken Tonschicht gelegt. Darauf kommen Vlies, eine Sickerwasserverrohrung und Drainage.

 "Ein 1.700 Kubikmeter großer Sickerwasserspeicher wird gebaut, die anfallenden Abwässer werden in einer externen Kläranlage erfasst", so der Geschäftsführer auf SZ-Nachfrage. Grundsätzlich werde damit der ausgekieste Bereich rückverfüllt. 

Oberbergamt, Landesdirektion und eine Fremdüberwachung schauen sich noch bis Jahresende diese Vorbereitungen aller zwei Wochen an. Erst dann erfolgt die Freigabe zur eigentlichen Deponierung. 

Kontrolliert wird regelmäßig

Nicht nur die Einrichtung, sondern auch der Betrieb der Deponie werden durch die Landesdirektion Sachsen als höhere Abfallbehörde überwacht. Dies geschieht wie folgt: Aller drei Jahre ist eine  planmäßige Überwachungen des Betriebes angesetzt.

 Bei Beschwerden kann anlassbezogen kontrolliert werden. Zudem wird der Jahresbericht des Deponiebetreibers überwacht. Auch daraus könne sich die Notwendigkeit einer anlassbezogenen Überwachung ergeben, so Ingolf Ulrich, Sprecher der Landesdirektion.

Das direkt angrenzende Sickerwasserbecken, das das Deponiewasser speichert, wird durch die untere Wasserbehörde beim Landratsamt Meißen überwacht. Die Straucher dringen zudem auf adäquate Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Vor allem, was die adäquate Bewertung des Altbestandes an Bäumen vor dem Eingriff anbelangt. 

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"Wir haben einen guten Kontakt zu den Einwohnern, arbeiten mit der örtlichen Feuerwehr zusammen", unterstreicht Stephan Jakob. Außerdem würden Einwohner auch hin und wieder Sand in der Kiesgrube abholen. 

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