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Was wird aus den Heidebogen-Gewinnen?

Heimatvideos, Führungen, ein Café im Schloss, Bienen und Hühner - die Preisträger aus der Region haben schon viele Pläne.

Die evangelische Jugend will sich der Heimat und ihren Werten aus der Geschichte mit generationsübergreifenden Videofilmen widmen.
Die evangelische Jugend will sich der Heimat und ihren Werten aus der Geschichte mit generationsübergreifenden Videofilmen widmen. © Heimat- und Chronikverein Frankenthal

Großenhain. Wertvolle Heimat - Heimat voller Werte. Dieser Slogan hat auch in Corona-Zeiten nichts an Sinn eingebüßt, im Gegenteil. Dass die evangelische Jugend Meißen-Großenhain dazu die allgemeine Bildung kreativ voranbringen will, war der Gebietsgemeinschaft Dresdner Heidebogen mit Sitz in Königsbrück Ende des Vorjahres sogar 5.000 Euro wert. In einem Wettbewerb für Vereine und Kommunen war das der erste Preis. Die Jury hielt es unter 30 Beiträgen für die gelungenste Idee, dass die evangelische Jugend thematische Workshops anbieten will, in denen generationsübergreifend gemeinsam Videofilme zur Heimatgeschichte gedreht werden.

"Es geht um gegenwärtige und vergangene Traditionen, um historische Ereignisse aus der Heimat, die dokumentarisch vorgestellt und online an die Öffentlichkeit gebracht werden", sagt Denis Kirchhoff, Jugendwart der evangelischen Kirche in Meißen. Das Projekt soll Menschen verschiedenen Alters mit und ohne Behinderung miteinander ins Gespräch bringen und ihre Fähigkeiten im Videofilmen erweitern. Erinnerungen sollen für die Gegenwart als "geschichtliche Reflexionsmöglichkeit" verfügbar gemacht werden.

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Noch kann die Umsetzung wegen Corona nur vorbereitet werden, doch es werde bereits daraufhin gearbeitet, die Kooperation zwischen verschiedenen Organisationen zu fördern, so mit der Diakonie, der Feuerwehr, Sport- oder Heimatvereinen. Kirchhoff: "Zu Beginn wird auf das flächendeckende Netz von Kirchgemeinden im Projektgebiet zurückgegriffen, um Menschen dafür zu gewinnen." Es könnten sich aber auch schon Interessenten von sich aus melden. Diese Teilnehmenden sollen im nächsten Schritt ermutigt werden, ihre persönlichen Netzwerke in ihrem Heimatort und der Region einzubeziehen. Nach der Wissenssammlung werde eine Auswahl getroffen, mit welchen Traditionen und/oder historischen Ereignissen die weiteren Recherchen und die Filmarbeit starten sollten.

In aller vier bis sechs Wochen stattfindenden Workshops über Fotografie, Videofilm, Videoschnitt, Ton, Licht, Texten, Bild- und Filmrechte erfolgt die eigentliche Arbeit sowie nach jetzigem Stand in den Sommer- und Herbstferien. Auch nach dem Projektzeitraum sollten die Interessengruppen weitermachen, ist der Wunsch der evangelischen Jugend. Die Ergebnisse könnten bei Festen und Feiern in der Region präsentiert werden, "um die Bevölkerung auf Blickwinkel in ihrer wertvollen Heimat aufmerksam zu machen."

Name - Stadt - Land

Den dritten Preis im Heidebogen-Bildungswettbewerb und damit 2.000 Euro hatte das Großenhainer Museum Alte Lateinschule mit der Idee "Name - Stadt - Land. Karl Benjamin Preusker 2021!" zum 150. Todestag des Bibliotheksgründers am 15. April abgeräumt. Diese Anregung kam von Ralf Torsten Linke, der die Kindermuseumsführer anleitet. Eine Preuskerrallye hat er in diesem Zusammenhang schon ausgearbeitet. "Preuskers Ideen könnten aufgegriffen und in die heutige Zeit übersetzt werden", sagt Museumsleiter Jens Schulze-Forster. "Dazu bieten sich Experten-Führungen zu stadtgeschichtlichen Besonderheiten an, die gefilmt, bearbeitet und dann für alle zugänglich über die Projekthomepage bereitgestellt werden." Bezug genommen wird auch auf das bekannte Ratespiel Name - Stadt - Land. Auch dieses Projekt kann erst nach dem Lockdown starten.

1.000 Euro gewann der Förderverein Schloss und Park Lauterbach e. V. Er schlug im Bildungswettbewerb vor, das Herrenhaus und sein Parkensemble zu einem attraktiven Lernort der Generationen zu entwickeln. "Der Schlosspark soll als erster Lesepark in Verbindung mit der Bücherstube entwickelt werden", sagt Randi Friese vom Förderverein. Auch ein kleines Café soll entstehen. Für diese Idee hatte der Verein kürzlich schon einen Bundespreis von 5.000 Euro bei "Machen 2020!" erhalten. "Neben Lesungen und Bildungsangeboten sollen zudem Handwerkspatenschaften geschlossen werden, in denen in einer Werkstatt generationenübergreifend Wissen über (alte) Handwerkstechniken und moderne Methoden zwischen Jugend und Älteren in Zusammenarbeit mit einer ansässigen Zimmerei weitergegeben wird", so Randi Friese.

Die gebauten und restaurierten Gegenstände können die Sanierung des Schlossensembles unterstützen. Parallel dazu sollen Weiterbildung zu aktuellen Themen mit Praxispartnern und der gemeinsamen Ertüchtigung geeigneter Räume für die "Generationswerkstatt" und Durchführung der Weiterbildungsangebote aufgestellt werden. Alles in Zusammenhang mit dem 300-jährigen Schlossjubiläum, das nun hoffentlich dieses Jahr nachgefeiert werden kann.

Der siebente Preis im Bildungswettbewerb und damit 1.000 Euro gingen an den Kleingärtnerverein Am Schäferteich in Schönfeld. "Unser Bienengarten" heißt sein Projekt. Die Kleingärtner wollen eine Begegnungsmöglichkeit für mehrere Generationen zum gemeinsamen Erforschen der Bienen schaffen. Ein Bildungsprojekt mit der Grundschule Lampertswalde als Ganztagsangebot soll nach dem Lockdown umgesetzt werden. Gleiches gilt für den achten Preis, bei dem 1.000 Euro an den Rassegeflügelverein Ebersbach gingen. Der will die Entwicklung vom Hühnerei zum Küken demonstrieren. "Kükenschlupf im Schaubrutschrank in Kindergärten und Grundschulen, aufstellen von Schaubrutkästen und einer Anzuchtvitrine in Kindergarten, Grundschule und Oberschule zur praktischen und greifbaren Entdeckung der Entwicklung vom Ei zum Huhn, das ist unser Plan", sagt Vorsitzender Lutz Großmann.

Echtzeit-Visualisierung mit AR-Brille

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Beim Wettbewerb "Machen! 2020" in den neuen Bundesländern ging der Verein als ein Gewinner hervor und erhält 5.000 Euro.

16 Beiträge waren zudem im Heidebogen-Wettbewerb "Urlaub vor der Haustür" eingegangen. Die Jury setzte den Verein Archäologiepark Gävernitz e. V. i. G. auf den zehnten Platz mit 1.000 Euro Preisgeld. Der Verein hat sich die Visualisierung des künftigen Freizeitgeländes zwischen Großenhain und Meißen zum Ziel gesetzt. "Wir werden mit Augmented Reality (AR) auf der Basis modernster 3D-Technologie arbeiten", verspricht Vereinschef Norbert Sauer. Die Echtzeit-Visualisierung des entstehenden Archäologieparks rund um die Fürstengräber soll vor allem für junge Besucher künftig einzelne Teilbereiche des Freilichtmuseums, das schon einmal bestand, sichtbar machen." Das erhöht die Bekanntheit. Schon dieses Jahr ist mehr Öffentlichkeitsarbeit in Vorbereitung.

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