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Wenn Konfis vom Politiker bekocht werden

62 christliche Jugendliche erlebten ihre Konfirmanden-Rüstzeit auf dem Pfarrhof Skassa. In Großenhain starten die Konfirmationen am 11. Juli.

Sebastian Fischer bekochte die Konfirmanden im Camp auf dem Pfarrhof Skassa mit der Gulaschkanone. Auch Elia und Silvie lassen sich die Kartoffelsuppe schmecken.
Sebastian Fischer bekochte die Konfirmanden im Camp auf dem Pfarrhof Skassa mit der Gulaschkanone. Auch Elia und Silvie lassen sich die Kartoffelsuppe schmecken. © Kristin Richter

Skassa. In einer verregneten Nacht sind zwei Zelte abgesoffen. Teamwork ist am nächsten Morgen angesagt, um den "Baden-Gegangenen" zu helfen. Die Konfirmanden, die derzeit auf dem Pfarrhof Skassa zelten - das Ritterlager ist es noch nicht - erleben gerade ein gemeinsames Wochenende. Es ist die neue Form des Konfirmationsunterrichts, wie sie in der Kirchgemeinde Großenhain seit zwei Jahren praktiziert wird.

Auch Elia aus Baselitz ist unter den 62 Jugendlichen aus dem Großenhainer Umland und aus der Kirchgemeinde Lampertswalde. Elia wird in einem Monat in Seußlitz konfirmiert - die Feier in der Großenhainer Marienkirche ist schon an diesem Sonntag. "Mir gefällt es hier in Skassa, ich kenne den Pfarrhof durch frühere Rittercamps", sagt Elia. Die jungen Leute sind viel draußen, haben Spaß miteinander und viel Bewegungsspielraum. Das sei lebendiger und offener, als sich jede Woche in einem Raum zum Unterricht zu treffen - was wegen Corona sowieso nicht gegangen wäre.

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Für eine schmackhafte Kartoffelsuppe müssen die Zutaten von den Konfis klein geschnippelt werden.
Für eine schmackhafte Kartoffelsuppe müssen die Zutaten von den Konfis klein geschnippelt werden. © privat

Hier auf dem Pfarrhof kochen die Jugendlichen auch miteinander. Nicht nur die Pastoren Annette Waffenschmidt, Benedict Schubert, Konrad Adolph, Sebastian Zehme und in Vertretung für Frank Dregennus Matthias Richter sind dabei. Bundestagskandidat und Ex-Landtagsabgeordneter Sebastian Fischer ist mit der Gulaschkanone vom Großenhainer Kupferberg angerückt. "Es hieß, wir brauchen noch ein Mittagessen - da bin ich dabei", sagt Fischer, der für die CDU kandidiert. An dieser Stelle dankt er dem Kupferberg noch einmal für die Bereitstellung der Gulaschkanone. Fischer hat Kartoffelsuppe gekocht - und die Jugendlichen haben bei der Vorbereitung mitgeholfen. Es gibt heute auch eine Variante für junge Vegetarier bzw. Veganer.

Bibelarbeiten, Workshops, Sport, Graffiti, Spiele - damit verbringen die angehenden Konfirmanden aus der siebenten und achten Klasse vier Tage in Skassa. Um sie kümmern sich auch rund 20 junge Teamer wie Lukas, Emil oder Sarah. Die waren vor ein paar Jahren selbst noch Konfirmanden und helfen jetzt in der Küche, beim Organisieren und Einhalten der Nachtruhe. "Diese Struktur hat sich sehr bewährt, die jungen Teamer machen auch eigenständig Andachten mit den Konfis", freut sich Pfarrer Konrad Adolph.

Der Pfarrhof Skassa ist wie geschaffen für solche Aktionen. Der Erlebnischarakter steht im Mittelpunkt, alle sind viel draußen und treffen hier Freunde, aber auch neue Jugendliche. "Ich kenne viele aus der Grundschule und der Jungen Gemeinde Lenz", sagt Elia. Gemeinsam fiebern sie ihrer Konfirmation entgegen. Und haben endlich wieder gemeinsam Spaß - auch wenn es gelegentlich in die Zelte regnet.

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