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Wie sich Vereine gegen Corona stemmen

Keine Treffs, kaum Planung, viele Fragen. Der Adelsdorfer Heimatverein und der Kinderheim Walda e. V. haben Redebedarf. Dabei werden sie nicht alleingelassen.

In Adelsdorf sind nicht nur die Dumper zu Hause, sondern auch ein Heimatverein. Dem geht es durch Corona derzeit wie vielen Gruppen in Großenhain.
In Adelsdorf sind nicht nur die Dumper zu Hause, sondern auch ein Heimatverein. Dem geht es durch Corona derzeit wie vielen Gruppen in Großenhain. © Kristin Richter

Adelsdorf/Walda/Großenhain. In Adelsdorf fällt auch in diesem Jahr die Maifeier aus. Ausflüge sind gestrichen. "Nur der Osterhase kommt, das lassen wir uns nicht nehmen", sagt Anja Krille vom Heimatverein. Zwei Frauen sorgen zum bevorstehenden Fest für die Überraschung. Die Kassenwartin des Vereins ist trotzdem traurig, dass wegen Corona so vieles abgesagt werden muss. Ein Jahresprogramm gibt es nicht. Doch die Vereinsvorschriften für die über 30 Mitglieder starke Organisation laufen weiter. Wer hilft?

Anja Krille nahm deshalb kürzlich dankend das Angebot des Vereins Dresdner Heidebogen an, der eine aktuelle Schulung für Vereinsvorstände anbot. Die leidige Forderung des Transparenzregisters war dabei ein wichtiges Thema, ebenso die Frage, wie mit der anstehenden Mitgliederversammlung umzugehen ist. "Man kann sie bis Jahresende verschieben oder in digitaler Form durchführen", hat die Adelsdorferin gelernt. Auch die Vereinsfinanzen wurden von Schulungsleiterin Claudia Vater, die den Workshop mit einem Anwalt online anbot, ausführlich besprochen.

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Die Adelsdorfer haben ihren Mitgliedern ein Rundschreiben geschickt und den Mitgliedsbeitrag für 2021 halbiert. Zu zahlen sind nur noch 18 Euro. Der Verein kommt damit hin, weil er keine Mietausgaben hat. "Auch alle anderen Fristen für uns Vereine kann man verlängern, so auch die Steuerabrechnungen", ist Anja Krille nun schlauer. Für sie war die Schulung sehr informativ.

Spendenbescheinigungen verändert

Andrea Schurig vom Kinderheim Walda e. V. sieht das genauso. Zwar hat auch ihr Verein nur 29 Mitglieder. Doch als Träger der Betreuungseinrichtung ist er ein kleines Unternehmen, so Schurig. Fast eine dreiviertel Million Euro beträgt der Umsatz des Kinderheimes im Jahr. Die komplette Buchhaltung mit den Bilanzen für das Haus mit seinen 16 Betreuungsplätzen muss erledigt werden. Deshalb hatte auch die Waldaerin hohen Redebedarf im Workshop.

"Für mich war wichtig, dass es finanzielle Verbesserungen in der Ehrenamtstätigkeit gibt", sagt Andrea Schurig. Ihre Mitglieder sind hauptsächlich Geschäftsleute und andere Unterstützer. "Spendennachweise müssen wir ab diesem Jahr erst ab 300 Euro ausstellen", sagt sie. Der Jahresbeitrag wurde aber bei 30 Euro belassen. Schurig wollte zudem wissen, wie andere Vereine mit den Corona-Anforderungen umgehen. Auch einen ähnlichen Online-Workshop für Vereine vor Weihnachten hatte die Waldaerin genutzt.

So manche Tricks und Hinweise wurden den Vereinen gegeben, um die finanziellen Dinge auch jetzt gut regeln zu können. "Man konnte alles fragen, und ich finde es sehr gut, dass auch wir kleinen Vereine auf diese Weise unterstützt werden", sagt Andrea Schurig. Denn es geht ja immer um die Gemeinnützigkeit. Fast 50 Teilnehmer hatte das Heidebogen-Angebot.

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Für die Fördergemeinschaft Großenhain aktiv e. V. saß Klaus Hammerlik in der Leitung. "Auch wir haben unsere Mitgliederversammlung erstmal ausgesetzt", sagt der Stadtführer. In ihren finanziellen Beschlüssen wurde der Innenstadt- und Gewerbeverein durch die Auskünfte von Referentin Claudia Vater bestätigt. "Wir müssen jetzt digitale Formen der Verständigung nutzen", so Hammerlik. Auch der Dresdner Heidebogen ist längst auf diesen Zug aufgesprungen.

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