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Wird Ausgrabungsstätte doch öffentlich?

Im Stadtrat hatte Bürgermeister Tilo Hönicke erklärt, die Funde an der Meißner Straße könnten ein Freiluftmuseum werden. Was ist dran an der Idee?

Am Standort des ehemaligen Sachsenhofes brachten die archäologischen Voruntersuchungen für ein Polizeirevier Erstaunliches zutage. Wie wird das konserviert?
Am Standort des ehemaligen Sachsenhofes brachten die archäologischen Voruntersuchungen für ein Polizeirevier Erstaunliches zutage. Wie wird das konserviert? © Norbert Millauer

Großenhain. Noch in dieser Woche untersucht ein zweiköpfiges Team des Landesamtes für Archäologie Sachsen die ehemalige Grünfläche an der Ecke Meißner Straße/Mozartallee. Der Freistaat plant auf dem Flurstück ein neues Polizeirevier. Bald werden die Grabungen abgeschlossen und die Funde wieder zugeschüttet sein.

Großenhains Bürgermeister Tilo Hönicke stellt sich unterdessen an dieser Stelle ein archäologisches Freiluftmuseum vor. Jedenfalls äußerte er diese Vorstellungen jüngst im Stadtrat. Die erstmalige Freilegung der Zwingermauer als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung sei eine solche Rarität für Großenhain, dass diese Zeugnisse der Vergangenheit nicht gänzlich unterm Boden verschwinden sollten, so Hönicke. Außerdem sei eine weitere Bastion gefunden worden, wie sie auch im Keller der ersten Grundschule zu sehen ist. Hönicke sieht den Freistaat hier in der Pflicht: Er sollte die Erhaltung ähnlich durchsetzen, wie es beim Denkmalschutz von privaten Bauherren verlangt werde.

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Dr. Ulf Nickol vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) hat damit grundsätzlich kein Problem. Doch hätte seiner Meinung nach die Stadt die Fläche dann wieder zurückkaufen und den Archäologiepark selbst betreiben sollen. "Wir wollen nichts kaputtmachen, aber dann hätten wir uns ein neues Grundstück suchen müssen", so Nickol. Die Stadt hätte dafür aufs SIB zukommen müssen. Das ist aber nicht passiert.

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Hönicke ist dem Freistaat zwar dankbar, dass er eine sechsstellige Summe investierte, um hier einzigartige Blicke in die mittelalterliche Vorzeit zu ermöglichen und zu dokumentieren. Mehr als in anderen Städten. Davon zeugt auch ein Beitrag im aktuellen Großenhainer Amtsblatt. Doch die letzte Endkonsequenz fehlt dem Bürgermeister. "Es war eine schöne Idee, aber nun ist es eine vergebene Chance", sagt Hönicke. Er hat bei den Ausgrabungen übrigens auch die wirklichen Reste des Meißner Stadttores gesichtet.

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