merken
PLUS Großenhain

Wohngebiet An der Röderaue wird hochwassersicher

Das war den Stadträten der wichtigste Punkt beim Beschluss des Bebauungsplanes. Es soll endlich losgehen mit neuen Eigenheimen.

Das künftige Wohngebiet An der Röderaue, der alte Kreisbau, wird hochwassersicher geplant. Zumindest sollen keine Häuser überflutet werden.
Das künftige Wohngebiet An der Röderaue, der alte Kreisbau, wird hochwassersicher geplant. Zumindest sollen keine Häuser überflutet werden. © Kristin Richter

Großenhain. Herr Wolf weiß es besser. Der Großenhainer erinnert sich, dass der ehemalige Kreisbau an der Radeburger Straße/Ecke Martin-Scheumann-Straße bei Hochwasser immer überflutet war. Zumindest die Schuppen auf dem Gelände hätten unter Wasser gestanden, sagt er. "Und da wollen die Wohnhäuser in die Röderaue setzen?" schüttelt der Großenhainer ungläubig den Kopf.

Tatsächlich nimmt der Punkt Hochwasserschutz in den Abwägungen im Stadtrat eine große Rolle ein. Zwei Planer vom Büro für Stadtplanung Dessau-Roßlau sind extra zur Sitzung ins Kulturschloss gekommen, um Zweifel für den künftigen Wohnstandort auszuräumen. Der Teamworkbau Dresden als neuer Bauträger will hier 20 Eigenheime bzw. Reihenhäuser errichten. Die Planung wurde jetzt noch einmal modifiziert.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Obwohl den Planern das "signifikante Risiko" einer Überflutung in dem Bereich bekannt ist, sprechen sie von einem "hochwassersicheren Baugebiet". Die Gebäude seien so angeordnet, dass nur Grünflächen und unbebaute Grundstücke bei einem 200-jährigen Hochwasser, dem sogenannten HQ 200, überschwemmt würden. Ausführlich erklären die Männer aus Dessau-Roßlau, wie sich der vorbeugende Schutz u.a. in angehobenen Gebäudehöhen niederschlägt. Die Stadt hat zudem eine ergänzende Info als Modellrechnung Hochwasserschutz an der Martin-Scheumann-Straße bereitgestellt.

Schon über drei Jahre wird an dem neuen Wohngebiet auf dem ehemaligen Betriebsgelände geplant. Dort läuft inzwischen schon der Abriss der alten Bausubstanz des Hoch- und Tiefbaus. Die Stadträte waren einverstanden mit der neuen Verkehrserschließung, die im Gebiet eingerichtet wird. So wurde eine Umfahrung der künftigen Grundstücke aufgegeben. Stattdessen werden nun zwei separate Zufahrten mit Wendehämmern von der Scheumann-Straße aus geplant. Das minimiert die Erschließungskosten, heißt es. Das sind künftig Privatflächen, die Stadt ist für sie nicht zuständig.

Spielplatz jetzt weiter oben

Neu ist auch ein Radweg entlang der Martin-Scheumann-Straße. Dort werden sich zudem die künftigen Müllplätze konzentrieren. Der geplante Spielplatz ist ebenfalls näher an die Radeburger Straße herangerückt, weil hier ein Baugrundstück entfallen ist, heißt es. Und um auch Kindern von außerhalb des neuen Wohngebietes zur Verfügung zu stehen. Ursprünglich sollte er im südwestlichen Bereich angelegt werden.

Die Nachfrage nach den Eigentumsgrundstücken sei ungebrochen, erklärten die Planer den Stadträten. Laut Prokurist Udo Uhlig, der für Verkauf, Kundenbetreuung und Projektentwicklung zuständig ist, sei man schon mit einigen Interessenten im Gespräch, Vorverträge werden vorbereitet. Da der Bebauungsplan nun beschlossen ist, könnte es dieses Jahr losgehen mit der Erschließung. Im nahegelegenen neuen Wohngebiet am Fuchsbau ist bereits das erste Wohnhaus entstanden. Auch dort liegen die Grundstücke in der Röderaue.

Weiterführende Artikel

Die aktuelle Hochwasser-Lage in Sachsen

Die aktuelle Hochwasser-Lage in Sachsen

Erst Schneefälle, dann Frühlingswetter: Auf die Pegel der Flüsse hat das offenbar keinen maßgeblichen Einfluss. Alle Infos zur Hochwasser-Lage.

Wohngebiet immer noch in Planung

Wohngebiet immer noch in Planung

Statt der IVG Grimmer ist nun der Teamworkbau Dresden Bauträger des künftigen Eigenheimstandortes An der Röderaue. Dort hat der Abriss begonnen.

Wie weiter am Hoch- und Tiefbau?

Wie weiter am Hoch- und Tiefbau?

Auf dem früheren Großenhainer Betriebsgelände stapelt sich der Müll. Ein Plan für Wohnbebauung kommt demnächst wohl erneut in den Stadtrat.

Verfahren zu Wohngebiet abgebrochen

Verfahren zu Wohngebiet abgebrochen

Wie geht es weiter mit dem ehemaligen Kreisbau in Großenhain? Das beschäftigte jetzt die Stadträte.

Mit einem früheren Plan, auf der Fläche einen Einkaufsmarkt zu bauen, war der Dresdner Vorbesitzer, die IVG Grimmer, bei der Stadtverwaltung auf Ablehnung gestoßen. Der ehemalige Kreisbau bzw. spätere Großenhainer Hoch- und Tiefbau steht seit 20 Jahren leer.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain