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Neues Geld zu alten Regeln

Die ländliche Förderung mit EU-Mitteln geht endlich weiter. Der Dresdner Heidebogen erhält sechs Mio. Euro und das Elbe-Röder-Dreieck 1,9 Mio. Euro.

Dass das Türmchen zurück auf Schloss Lauterbach kam, ist auch der ländlichen Entwicklung durch den Dresdner Heidebogen zu verdanken.
Dass das Türmchen zurück auf Schloss Lauterbach kam, ist auch der ländlichen Entwicklung durch den Dresdner Heidebogen zu verdanken. © Foto: privat

Region. Die so genannte Leader-Förderung in Sachsen geht weiter. Sie steht für die Entwicklung des ländlichen Raumes mit EU-Geldern. Regionen wie der Dresdner Heidebogen oder das Elbe-Röder-Dreieck erhalten damit eine Planungsperspektive für die Übergangsjahre 2021 und 2022, stellte Sachsens Staatsminister Thomas Schmidt jetzt klar.

30 Leader-Gebiete gibt es im Freistaat. Sie werden insgesamt 104 Millionen Euro erhalten. Das Elbe-Röder-Dreieck bekommt davon 1,9 Mio. Euro, der Dresdner Heidebogen sogar sechs Mio. Euro. Das ergibt sich aus den förderfähigen Einwohnern, die in Kommunen mit weniger als 5.000 Einwohnern leben. "Endgültige Gewissheit über die zur Verfügung stehende Summe wird nach Genehmigung der beabsichtigten Änderung des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum durch die EU-Kommission bestehen", so Minister Schmidt. Die Regionalmanagements der Gebiete wurden am Montag aber schon vorinformiert. "Damit ist die Zeit des Bangens und des Stillstands vorbei“, so Staatsminister Schmidt. „Lange war unklar, wie es nach dem Ende der bis 2020 gelaufenen Förderperiode weitergeht. Nun gibt es neues Geld zu alten Regeln. Das war der Wunsch der Regionen."

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Mit den Informationen können die Regionen planen, wie sie das zur Verfügung stehende Budget auf ihre Entwicklungsziele aufteilen. Sie können wie bisher Aufrufe planen und so die ersten Schritte für die Umsetzung neuer Projekte zügig angehen. Projekte waren vor allem die Um- und Wiedernutzung landwirtschaftlicher Gebäude zu Wohnzwecken, die Fischereiwirtschaft, Hilfe für kommunale Kleinprojekte oder auch die Naherholung.

Mehr Aufmerksamkeit für Beherbergung

Beim Regionalmanagement in Glaubitz, zuständig für das Gebiet zwischen Riesa und Großenhain, begrüßt Anja Schober die Entscheidung. "Wir hatten 2020 nur noch Geld für drei Fördervorhaben übrig, das waren private Wohnvorhaben in Frauenhain, Spansberg und Streumen", sagt die Vertreterin des Vereins Elbe-Röder-Dreieck als Gebietsgemeinschaft. Nun lägen etwa zehn bis 15 neue Vorhaben-Anfragen vor. "Wir können die Antragsteller nun informieren, dass es weitergeht", sagt Schober. Am meisten nachgefragt bleibt die Unterstützung für ländliches Wohnen in alten Bauernhäusern. "Da gibt es auch einige Rückkehrer aus den Altbundesländern." Jetzt müsse das neue Budget konkretisiert werden, für Mai hofft man im Elbe-Röder-Dreieck auf den ersten Förderaufruf an die Öffentlichkeit.

Im Dresdner Heidebogen, der sein Regionalmanagement in Königsbrück hat, ist die Info über die neuen Gelder am Dienstag per Post eingetroffen. Susanne Dannenberg: "Wir haben schon viele neue Interessens-Bekundungen, wir wollen uns auch künftig mehr auf Beherbergungsbetriebe konzentrieren und unsere Ziele nochmal nachjustieren." Auf der nächsten Vorstandssitzung am Donnerstag will das Gremium beraten, wie es in der Region zwischen Großenhain und Kamenz weitergehen könnte.

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Seit dem Jahr 2000 hilft die Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile bzw. Leader) der EU bei der Finanzierung von Fördermaßnahmen. Akteure im ländlichen Raum können nahezu flächendeckend die Vorteile eigenständiger Strategien einschließlich der Verantwortung für ihr Budget nutzen. Mit der frühzeitigen Information über die neuen Gelder werden die Gebiete laut Ministerium in die Lage versetzt, bereits jetzt ihre Strategien zu entwickeln und schnell handeln zu können, sobald die Genehmigung der EU-Kommission vorliegt.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

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Anja Schober vom Elbe-Röder-Dreieck und der heutige Landrat Ralf Hänsel vorm Aufsteller, der auf Schloss Promnitz als regionale Besonderheit hinweist. © Sebastian Schultz

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