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Beklemmender Protest auf dem Markt

Die AfD kostümiert sich in Großenhain. Die Versammlung war von Mario Beger angemeldet. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Ein beklemmendes Szenario zeichneten die Teilnehmer des Montagsprotestes auf dem Großenhainer Hauptmarkt.
Ein beklemmendes Szenario zeichneten die Teilnehmer des Montagsprotestes auf dem Großenhainer Hauptmarkt. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. Montagabend auf dem Hauptmarkt: Mehrere Polizeifahrzeuge postieren sich vor dem Revier und an allen Zufahrten. Passanten zeigen sich überrascht - doch kurz vor 19 Uhr wird der Grund sichtbar. Vom Frauenmarkt her zieht ein neunköpfiger Zug außergewöhnlich bekleideter Menschen ins Zentrum. Von "Teletubbies" bis hin zu "Marsmännchen" werden sie kommentiert. In weiße Schutzanzüge gehüllt und mit Gesichtsmasken versehen, tragen die Demonstranten Schilder auf Bauch und Rücken und bilden einen Kreis auf dem Hauptmarkt. Aus der "Konserve" abgespielte Sprüche mit mystischer Stimme verweisen auf ein vermeintliches Horror-Szenario, unter dem man mit und nach der Corona-Pandemie zu tun haben würde. Beklemmende Stimmung.

Es ist eine neuartige Form des Protestes in der Röderstadt gegen die Corona-Politik, initiiert von der AfD. Sie hat die Versammlung in Person ihres Landtagsabgeordneten Mario Beger angemeldet, bestätigt Sandra Geithner, Großenhainer Chefin des Polizeireviers und Einsatzleiterin an diesem Abend.

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Die zahlreichen Beamten haben derweil einen ständigen Blick auf das Geschehen nahe des Dianabrunnens, aber auch auf die Zuschauer des Szenarios. Insbesondere die geltenden Abstandsregeln und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes stehen im Vordergrund. Verstöße werden in direktem Kontakt an die Betreffenden herangetragen.

Rund 60 Teilnehmer plus der neun Kostümierten hat die Polizei gezählt. Nach einer halben Stunde ist das Szenario vorbei. Umstehende diskutieren später in den sozialen Medien ihre Eindrücke. Insbesondere auch jene Inhalte von Sprüchen und Schildaufschriften, die sich auf vermeintlich kinderfeindliche Corona-Politik beziehen. Eine Facebook-Nutzerin gibt zum Beispiel zu bedenken, dass "Kinder, die besonders sind, (...) vielleicht bei solchen Gestalten Angst bekommen".

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