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Nabu klagt gegen Bau im Röderauwald

Die Verlegung von Glasfaserkabel durch das Naturschutzgebiet bei Zabeltitz hat nun ein Nachspiel vorm Dresdner Verwaltungsgericht.

Das Zeug muss wieder raus: Nabu-Regionalchef Volker Wilhelms auf dem befestigten Waldweg durch den Zabeltitzer Röderauwald.
Das Zeug muss wieder raus: Nabu-Regionalchef Volker Wilhelms auf dem befestigten Waldweg durch den Zabeltitzer Röderauwald. © Manfred Müller

Zabeltitz. Der Landesverband Sachsen des Naturschutzbundes (Nabu) reicht zum Ende der Woche Klage gegen die Befestigung eines Waldweges im Zabeltitzer Naturschutzgebiet ein. Das bestätigte Naturschutzreferent Joachim Schruth auf Anfrage der SZ. Die Klagebegründung sei mittlerweile fertiggestellt und juristisch untermauert, so Schruth. Einen Verhandlungstermin gebe es allerdings noch nicht.

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Bei dem Rechtsstreit geht es um eine etwa zwei Kilometer lange Piste zwischen der Baudaer Mühle und der Ortsverbindungsstraße Zabeltitz-Görzig. Hier hatte Sachsen-Energie (früher Enso) vor zwei Jahren im Zuge des Breitbandausbaus ein Glasfaserkabel in die Erde gebracht. Anschließend wurde der Waldweg mit Schotter aufgeschüttet und mit einer farbigen Mineraloberfläche versehen.

Dadurch verlief der Weg allerdings um etwa 30 bis 40 Zentimeter höher als zuvor, und das rief Naturschützer aus Zabeltitz und Umgebung auf den Plan. „Man kann nicht einfach hunderte Tonnen Schotter in einen Auwald karren und erwarten, dass das keine negativen Auswirkungen hat“, erklärt Volker Wilhelms. Der Chef des Nabu-Regionalverbandes „Großenhainer Pflege" ist der Auffassung, dass die Schotterpiste zumindest ans Geländeprofil angepasst werden muss. Der Auwald leide ohnehin schon unter dem Klimawandel.

Er sei auf hohe Wasserstände angewiesen, und wenn sich extrem trockene Jahre wie die vergangenen Drei häufen, müsse man darüber nachdenken, die Röder etwas anzustauen. Das wäre am unmittelbar benachbarten Gabelwehr problemlos möglich. Ein Schotterweg, der sich so weit über den Waldboden erhebt, versperrt aber dem Wasser den Weg. „Das Zeug muss wieder raus“, fordert Wilhelms. Der Nabu-Regionalverband sei ja nicht grundsätzlich gegen die Wegebefestigung. Aber der Boden müsse vor dem Schottern zumindest ausgekoffert werden.

Sachsen-Energie macht für die Trassenplanung im Naturschutzgebiet den engen Zeitrahmen verantwortlich, in dem Fördermittel für den Breitbandausbau ausbezahlt wurden. Man habe das Kabel ursprünglich über Görzig ziehen wollen. Aber es sei unmöglich gewesen, alle dafür erforderlichen Genehmigungen in der zur Verfügung stehenden Zeit zu bekommen.

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Die Umweltbehörde des Landkreises hatte der Verlegung und dem Wegebau zugestimmt, aber versäumt, im Vorfeld die Naturschutzverbände einzubeziehen. Der Nabu legte sofort, nachdem er von dem Vorhaben erfahren hatte, Widerspruch ein. Da aber war der Weg bereits fertiggestellt. Die Untere Naturschutzbehörde gab dem Nabu-Widerspruch überdies nicht statt. Deshalb sei seiner Organisation nur der Klageweg gegen den Landkreis Meißen geblieben, so Landes-Vorsitzender Bernd Heinitz.

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