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Naturerlebnisbad: alles unter Kontrolle

Großenhains Schwimmmeister Martin Lehmann und sein Team sind auch bei Frost regelmäßig anzutreffen. Und sie haben die neue Badesaison schon im Blick.

Schwimmmeister Martin Lehmann ist mit seinen Mitstreitern mindestens zweimal wöchentlich auf Kontrollgang im Großenhainer Naturerlebnisbad.
Schwimmmeister Martin Lehmann ist mit seinen Mitstreitern mindestens zweimal wöchentlich auf Kontrollgang im Großenhainer Naturerlebnisbad. © Norbert Millauer

Großenhain. Was haben zweijährige Kinder und das Großenhainer Naturerlebnisbad (NEB) gemeinsam? Nun ja, beide haben das gleiche Alter, und beide erleben ihren ersten "richtigen" Winter. Für die Sprösslinge ein echtes Erlebnis auf den Rodelbergen. Für die Mitarbeiter des NEB eine Herausforderung.

Ein bis zwei Mal pro Woche ist Schwimmmeister Martin Lehmann oder einer seiner Mitarbeiter derzeit auf dem Areal unterwegs. Spuren im hohen Schnee hinterlassen ansonsten höchstens ein paar Katzen, die sich aufs Eis trauen. Martin Lehmann schaut zufrieden auf die einzelnen Bereiche. Im Herbst hat sein Team die wesentlichen Grundlagen gelegt, damit das vor zwei Jahren wiedereröffnete Naturerlebnisbad bei den herrschenden Temperaturen keinen Schaden nimmt. An den Wänden wurden zum Beispiel Eisdruckpolster verlegt - und zwar im Schwimmbecken, Nichtschwimmerbereich, am Sprungfelsen und im Aufbereitungsbereich. "Die Eisdruckpolster sind immer an zwei Seiten verlegt, damit die Spannung durch das Eis nicht in die Wände geht", so Martin Lehmann. Zusätzlich wurde der Wasserspiegel abgesenkt, um einen Puffer für Regenwasser zu schaffen. Im Nichtschwimmerbecken ist das Wasser etwas mehr als an den anderen Stellen abgesenkt worden, "damit die Düsen nicht zufrieren". Ein Vorteil hier ist, dass der Untergrund sandig ist und damit das Eis "weggeschoben" wird. Komplett abgelassen wurde das Wasser im Kinderplanschbecken. Rund um den gesamten Badebereich sind ebenfalls im Herbst grüne Fangnetze aufgestellt worden. Das sind aber keine Schneezäune, sondern eine Maßnahme gegen das anfallende Laub.

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Im Großen und Ganzen ist die gesamte Anlage inklusive der Umwälzpumpen außer Betrieb. Lediglich der notwendige Frostschutz wird gewährleistet, um zum Beispiel die Belüftung im Aufbereitungsbecken zu sichern. Das erklärt auch, warum es dort immer mal "blubbert".

Zum Kontrollgang gehört ein Blick in den Technikraum. Hier ist es im Vergleich zu draußen mit vier Grad über dem Gefrierpunkt angenehm warm. "Es müssen immer Werte über Null sein", sagt Martin Lehmann. Anderenfalls könnte die Technik Schaden nehmen. Ähnlich ist es im Raum für die Wassertechnik, wo stets und ständig der Grundwasserspiegel kontrolliert und bei Bedarf reguliert wird.

Bislang, so Martin Lehmann, sei bei allen Kontrollgängen der letzten Wochen alles ohne Probleme verlaufen. Das gilt auch für das Sozialgebäude mit den Umkleiden und Sanitärbereichen, das ebenfalls mit einer Frostsicherung der Heizung betrieben wird.

Im Technikraum herrschen vier Grad über Null, damit die Gerätschaften den Frostschutzbetrieb sichern können.
Im Technikraum herrschen vier Grad über Null, damit die Gerätschaften den Frostschutzbetrieb sichern können. © Norbert Millauer
Eisdruckpolster sorgen dafür, dass die Spannung durch das Eis nicht an die Beckenwände gerät.
Eisdruckpolster sorgen dafür, dass die Spannung durch das Eis nicht an die Beckenwände gerät. © Norbert Millauer
Im Raum der Wassertechnik wird unter anderem der Grundwasserstand kontrolliert und bei Bedarf reguliert.
Im Raum der Wassertechnik wird unter anderem der Grundwasserstand kontrolliert und bei Bedarf reguliert. © Norbert Millauer

Hinter den Kulissen plant das NEB-Team natürlich bereits für die kommende Badesaison. Sofern es die Witterung erlaubt, sollen die Anlagen und Bereiche schon ab März wieder langsam in Schuss gebracht werden. Vor der irgendwann zu erwartenden Schneeschmelze ist dem Schwimmmeister nicht bange. Die Außenanlagen mit den Liegebereichen seien so angelegt, dass das Schmelzwasser eher vom Badebereich weggeleitet wird, erklärt Martin Lehmann.

Natürlich hoffen er und seine Mitstreiter, dass die neue Badesaison nicht durch Corona verhagelt wird. Ob sie traditionell im Mai eröffnet werden kann, steht ebenso in den Sternen wie der Umfang möglicher Hygienevorschriften für den Badbetrieb. Erfahrungen damit haben die Betreiber im vergangenen Jahr gesammelt und zum Beispiel die provisorischen Umkleidekabinen über den Winter stehengelassen. Denn Corona machte ums Bad keinen Bogen. Lange war nicht klar, ob es überhaupt öffnen darf. Dann musste ein Hygienekonzept her. Mit harten Bandagen. Lediglich 515 Badelustige durften sich gleichzeitig auf dem Areal befinden. Sanitäre Einrichtungen konnten nur eingeschränkt genutzt werden. Insbesondere an Wasserrutsche und dem ebenfalls wegen Corona erst später freigegebenen Sprungfelsen war auf Abstand zu achten. Statt 15. Mai konnten letztlich erst am 1. Juni die ersten Gäste eingelassen werden.

Trotzdem konnte im September eine gute Bilanz gezogen werden. Immerhin kamen 2020 fast 24.000 kleine und große Badegäste. Das waren zwar rund 16.000 weniger als im Jahr zuvor. Doch angesichts der Begleitumstände eine stattliche Zahl und von den Einnahmen her die drittbeste Saison seit 2001. Und nicht zuletzt sorgte das Naturerlebnisbad auch überregional für einen Paukenschlag. Denn im Sommer zeichnete die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen das NEB in der Kategorie "Freibad" mit dem 2. Preis des Public Value Award aus.

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