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Neue Bäume, die die Dörfer verbinden

Einwohner aus Skaup und Uebigau pflanzen rund 30 Gehölze. Sogar Wetterexperte Jörg Kachelmann mischt ein bisschen mit.

30 Bäume wurden am Sonnabend von den Bewohnern zwischen Skaup und Uebigau gepflanzt.
30 Bäume wurden am Sonnabend von den Bewohnern zwischen Skaup und Uebigau gepflanzt. © Kristin Richter

Großenhain. Der Regen peitscht über die Felder. Starke Windböen lassen die Temperaturen gefühlt nahe der Null-Grad-Grenze verharren. Bei solch einem Wetter dreht man sich an einem Samstagmorgen normalerweise nochmal im Bett auf die andere Seite. "Ja, der Regen hat uns ein bisschen ausgebremst", sagt Maik Schumann von der Ortsfeuerwehr Skaup. Trotzdem sind gegen 9 Uhr rund ein Dutzend Helfer auf den Weg gekommen, der den Ortsteil mit dem Nachbardorf Uebigau fußläufig verbindet. Das ehrgeizige Unterfangen: 30 Bäumchen sollen in den Boden. Und schon "frisst" sich ein Spiralbohrer ins Erdreich, wandern die ersten Gehölze dank fleißiger Hände in die Vertiefungen.

Mitinitiator Maik Schumann schaut zwischendurch aufs Handy. "Laut Kachelmann-Wetter wird es in einer Stunde schöner", sagt er schmunzelnd. Und tatsächlich: Sonnenstrahlen und abflauender Wind haben noch ein paar zusätzliche Helfer zum Ort des Geschehens gelockt. 20 Obst und 10 Laubbäume werden innerhalb kurzer Zeit an ihren Bestimmungsorten eingepflanzt. Im Vorfeld waren die Gehölze gemeinsam mit dem Großenhainer Stadtbauhof ausgesucht worden. Dank der Sachsen-Energie, der Firma Griesche sowie von Jakob & Naumann Umweltdienste als Sponsoren sorgen sie künftig für mehr Grün am Wegesrand.

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Doch nicht nur das. "Wir sehen die Pflanzung auch als eine Stärkung der Dorfgemeinschaft zwischen Skaupern und Uebigauern", sagt Maik Schumann. Entlang des Weges standen auch früher schon Bäume, die nun Stück für Stück durch neue ersetzt werden. Schon im vergangenen Jahr wurden 20 Bäumchen gepflanzt. Damals kamen mehr als 30 freiwillige Helfer aus den beiden Dörfern. Diesmal sind es - wetterbedingt - zwar ein paar weniger. Aber: "Wir wollen die Leute damit ein bisschen zusammenführen", spielt Maik Schumann auch ein wenig auf die aktuelle Situation an, in der gemeinsame Freizeitaktivitäten rar oder beinahe unmöglich sind. Was ihn ganz besonders freut: Es sind auch diesmal vergleichsweise viele Kinder mitgekommen, um beim Pflanzen und Angießen sowie der Fixierung zu helfen. "Irgendwann können sie ihrem Nachwuchs dann davon erzählen, wie sie ihren eigenen Baum gepflanzt haben", sagt Maik Schumann und schmunzelt. Und "nebenbei" betreibt der engagierte Feuerwehrmann auch ein bisschen Werbung für die Jugendfeuerwehr. Vielleicht, so die stille Hoffnung, ist ja unter den jungen Helfern auch dieses oder jenes künftige Mitglied.

Die Pflege der neuen Bäume obliegt künftig vorrangig dem Großenhainer Stadtbauhof und der Ortsfeuerwehr. Doch natürlich ist die Mithilfe der Einwohner jederzeit herzlich willkommen, wenn es ums Gießen der Gehölze oder andere notwendige Arbeiten geht. "Da kann sich jeder beteiligen", sagt Maik Schumann. Doch angesichts der Resonanz auf die Pflanzaktion in den beiden Dörfern, darf man sehr optimistisch sein, dass sich die Skauper und Uebigauer um ihre neue "Allee" akribisch kümmern werden. Und wer weiß, ob nicht im kommenden Jahr noch einmal ein paar Gehölze hinzukommen.

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