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Neues Eigenheimgebiet für Schönfeld

Der Gemeinderat gab in seiner September-Sitzung grünes Licht für die Erschließung von zwölf Parzellen – sie soll Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Immobilienmakler Erko Seidemann vor der Fläche des künftigen Eigenheimstandorts „Am Hang II“ in Schönfeld.
Immobilienmakler Erko Seidemann vor der Fläche des künftigen Eigenheimstandorts „Am Hang II“ in Schönfeld. ©  Foto: Kristin Richter

Schönfeld. Die Erleichterung stand Erko Seidemann förmlich ins Gesicht geschrieben. Seit drei Jahren schon bemüht sich der Kalkreuther Immobilienmakler um einen Flecken am Ostrand des Dorfes Schönfeld. Seine Idee: Neben dem bereits in den 1990er-Jahren bebauten Eigenheimgebiet Am Hang sollen zwölf weitere Parzellen erschlossen werden, fast alle um die 740 Quadratmeter groß. Am Montagabend gab Schönfelds Gemeinderat grünes Licht für das Projekt. Er stellte einen Bebauungsplan auf und billigte einen entsprechenden Durchführungsvertrag. Seidemann will sich allerdings nur um die organisatorischen Fragen der Erschließung und die Vermarktung des Baugebiets kümmern. Er agiert als Bevollmächtigter von Investor Heinz Schumann, der das benachbarte Pflegeheim betreibt. Schumann hatte die Flächen am Schönfelder Schäferteich quasi im Paket erworben. Er plant hier einen Pflegeheim-Neubau und wollte mit der parallelen Erschließung der Eigenheimparzellen eigentlich Synergien nutzen. Nun scheint es allerdings mit Letzterem schneller zu gehen.

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„Im zweiten Quartal 2022 könnte die Erschließung über die Bühne sein“, sagt Erko Seidemann. Er habe bereits vier Grundstücke für Interessenten reserviert. Mit den konkreten Planungen will der Kalkreuther aber noch ein paar Wochen warten. Vielleicht gebe es bei den Bauherren in spe ja spezielle Wünsche in Bezug auf die Grundstücksgröße. Das Planungsbüro, aber auch der Tiefbaubetrieb stünden schon Gewehr bei Fuß.

„Wenn wir die jungen Leute im Dorf halten wollen, müssen wir ihnen Möglichkeiten zum Bauen schaffen“, sagt Schönfelds Bürgermeister Hans Joachim Weigel. Außerdem habe wegen der hohen Mieten und Grundstückspreise in den größeren Städten eine regelrechte Stadtflucht eingesetzt. Schönfeld liege gerade noch im Speckgürtel der Landeshauptstadt und könne auch davon profitieren. Je mehr Einwohner, desto mehr Steuerrückflüsse. „Wir haben schon etliche Neu-Schönfelder“, erklärt Weigel, „die in Dresden arbeiten, aber auf dem Lande leben wollen.“

Was in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen sorgte, war die Zufahrt zum künftigen Eigenheimstandort. Die soll über die von der B 98 abzweigende Straße Am Hang erfolgen, von der dann eine Stichstraße ins Wohngebiet führt. Finanziert und gebaut wird Letztere vom Investor, danach übernimmt die Gemeinde die Verantwortung. Im Bebauungsplanverfahren äußerten Anwohner Bedenken in Bezug auf die Lärm- und Verkehrsbelastung während der Erschließungs- und Bauphase. Die Kommune sah allerdings keinen stichhaltigen Grund für irgendwelche Einschränkungen. Einen Ausbau der gesamten Straße bis zur Einmündung in die B 98 könne der Investor nicht leisten.

Zwölf Parzellen am östlichen Dorfrand: So könnte die Aufteilung der Grundstücke im neuen Wohngebiet aussehen.
Zwölf Parzellen am östlichen Dorfrand: So könnte die Aufteilung der Grundstücke im neuen Wohngebiet aussehen. © Manfred Müller

Mit dem Bebauungsplan wollten Schönfelds Gemeinderäte wohl auch endlich Nägel mit Köpfen machen. In den vergangenen Jahren war es zu diversen Wechseln bei Eigentümern sowie Investoren und Bevollmächtigten gekommen. Die Kommune wusste zeitweise nicht mehr genau, woran sie eigentlich ist. Mit der Beauftragung von Immobilienmakler Seidemann dürfte nun etwas mehr Klarheit einziehen. „Wir werden für die Erschließung auf Firmen aus dem näheren Umfeld zurückgreifen“, verspricht der Kalkreuther. Als Komplettanbieter habe er zumindest eine sächsische Firma mit im Boot – das Wurzener Unternehmen Märker-Massivhaus.

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