SZ + Großenhain
Merken

Neues Grün auf ehemaliger Müllhalde

Das Netzwerk Kinderchöre und die Stadtverwaltung riefen zu einer Baumpflanzaktion auf. Und rund 50 Leute kamen nach Weßnitz.

Von Thomas Riemer
 2 Min.
Teilen
Folgen
Baumpflanzung am Sonnabend nahe Weßnitz: Rund 50 Helfer kamen, um die vom Netzwerk Kinderchöre und der Stadt Großenhain angeregte Neupflanzung von rund 1.300 Gehölzen auf der ehemaligen Müllhalde zu unterstützen.
Baumpflanzung am Sonnabend nahe Weßnitz: Rund 50 Helfer kamen, um die vom Netzwerk Kinderchöre und der Stadt Großenhain angeregte Neupflanzung von rund 1.300 Gehölzen auf der ehemaligen Müllhalde zu unterstützen. © Kristin Richter

Großenhain. Treffpunkt Feldweg an der Straße von Weßnitz Richtung Göhra, rechts an der Windmühle. Wer zu spät kam, hatte zugegebenermaßen etwas Mühe, den tatsächlichen Ort des Geschehens zu finden. Doch schon von Weitem konnte er ein paar leuchtende Westen sehen, umringt von vielen freiwilligen Helfern. Denn es ist eine außergewöhnliche Aktion an einem Samstagvormittag.

Die Aktion „Sunday for future“ hatte diesmal nicht zum Singen eingeladen, sondern zum Pflanzen von Bäumen und Sträuchern. Das Netzwerk Kinderchöre in der Großenhainer Pflege unter Leitung von Stefan Jänke hatte in Kooperation mit der Stadt Großenhain aufgerufen. Und die Resonanz war beachtlich. „Rund 50 Leute hatten vorher zugesagt. Einige sind krankheitsbedingt ausgefallen, dafür kamen zusätzliche Helfer hinzu“, so Stefan Jänke.

Es ist ein kleines Fleckchen Erde, eingerahmt von Feldern der Agrargenossenschaft Göhra, das der Stadt Großenhain gehört und nicht unbedingt ein „Filetstück“ ist. Denn einst befand sich hier eine Deponie, deren Überreste beim Graben der Löcher für die Bäume und Sträucher vereinzelt zutage treten. Das etwa 5.500 Quadratmeter große Feld ist nun mit rund 1.300 Pflänzchen aufgeforstet worden - Hainbuchen, Douglasien, Stiel- und Roteichen, Robinien, Wilderlinden und Feldulmen sowie diversen Sträuchern im Randbereich.

Zum Pflanzeinsatz sind viele Leute gekommen, die sonst bei Chorauftritten glänzen. Nicht nur aus Großenhain, sondern auch aus umliegenden Orten wie Schönfeld, Weinböhla oder Ockrilla. In Windeseile kommen die Gewächse in die Erde, werden angedrückt. Matthias Schmieder, Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung im Rathaus, greift selbst zum Spaten und freut sich. „Ab jetzt Lücken schließen“, ruft er den Helfern zu, als das Gros der Bäumchen schon im Boden, jedoch noch Pflanzen übrig sind. Denn alles, was hier Wurzeln schlägt, ist ein Beitrag zur kontinuierlichen Waldmehrung im Sinne der Klimavorsorge.

In dieser Woche werden die gepflanzten Gehölze durch den Einsatz des Großtanklöschfahrzeuges 9000 der Stadt bewässert. Zweimal im Jahr wird eine Firma hier zur Pflege anrücken - ansonsten aber sollen die Bäume vor allem eins: Wachsen.