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Niederschmetternd auf der ganzen Linie

Großenhains OB kritisiert die Schließung der Schulen und Kindereinrichtungen. Während die nicht zu ändern seien, bemühe man sich um Hilfe für Händler.

Montagvormittag auf dem Großenhainer Frauenmarkt: Nahezu menschenleer zeigt sich die Einkaufsstraße, in welcher nun auch wieder nur die Waren in den Läden abgeholt werden dürfen.
Montagvormittag auf dem Großenhainer Frauenmarkt: Nahezu menschenleer zeigt sich die Einkaufsstraße, in welcher nun auch wieder nur die Waren in den Läden abgeholt werden dürfen. © Foto: Norbert Millauer

Großenhain. Wenn er könnte wie er wöllte, würde Sven Mißbach auch die Fahrt nach Berlin auf sich nehmen. Immerhin: Übung hat der Röderstädter Verwaltungschef ja in diesen Dingen. Gut einen Monat ist es her, dass er sich mit einigen jener Kinderschuhe, die vor dem Großenhainer Rathaus als Protest gegen die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten abgelegt worden waren, ins Dresdner Kultusministerium aufgemacht hatte. Im glatten Durchmarsch an Pförtnerloge und festgefügten Terminkalendern vorbei, war es ihm damals tatsächlich gelungen, mit Kultusminister Christian Piwarz ins Gespräch über die prekäre Lage von Kindern, Jugendlichen und Eltern zu kommen.

Vier Wochen später, ist nach einem kurzen Zwischenintermezzo wieder alles beim Alten. Und Sven Mißbach, selbst als Vater von der neuerlich erschwerten Situation für alle Beteiligten betroffen, wenig amüsiert. "All das, was in Sachsen schließlich erfolgreich praktiziert werden konnte, ist durch die Notbremse wieder zunichte gemacht worden. Das ist niederschmetternd auf der ganzen Linie! Aber selbst, wenn ich mich auf den Weg ins Bundeskanzleramt machen würde, werde ich da dieses Mal leider nichts ausrichten können", konstatiert Sven Mißbach und lacht.

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Den Humor, so betont Großenhains Oberbürgermeister, wolle er sich auch jetzt nicht nehmen lassen. Ganz im Gegenteil! Er sei angesichts der Gegebenheiten möglicherweise ein besserer Ratgeber als die Bitterkeit, welche sich gerade vielerorts Bahn breche. Verständliche Emotionen, hervorgerufen durch Verzweiflung, Enttäuschung und Zukunftsangst, wie sie dieser Tage auch so manchen Einzelhändler übermannt. Nach einer Episode von "Click und Meet", welche wenigstens ermöglichte, sich einen Termin im Geschäft seiner Wahl zu machen, ist auf unabsehbare Zeit nur wieder die Abholung von Waren gestattet.

Ein Procedere, das Jan Dingfelder bereits vergangene Woche auf die Idee brachte, etwa einen Camper vor seinen Laden "Selectorz" zu stellen, in dem seine Kunden die Ware anprobieren könnten. "Eine coole Idee! Und gern würden wir unseren Innenstadthändlern und damit auch Herrn Dingfelder helfen - wenn wir denn dürften", bekennt Sven Mißbach. Denn abgesehen davon, dass in diesem Fall zunächst ein Antrag beim Gesundheitsamt eingereicht werden müsste, werde das Ansinnen wohl sicherlich auch nicht mit dem neuen Bundesinfektionsschutzgesetz und der angepassten sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vereinbar sein.

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Nichtsdestotrotz wolle man nicht untätig daneben stehen. Citymanager Alexander Ehrke sei bereits mit vielen Händlern im Gespräch, um jetzt ganz schnell alternative Formen der Präsentation und des Verkaufs zu finden. In der Hoffnung natürlich, dass sie letztlich dann wirklich können, wie sie wollen.

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