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Feuerwehr-Dienst als Videoschalte

Die Jugendfeuerwehr Zabeltitz-Treugeböhla trifft sich aller zwei Wochen im Chat. Zuletzt war es sogar eine brenzliche Angelegenheit.

Maik Schumann (links) und Michael Sommer treffen sich mit der Jugendfeuerwehr Zabeltitz-Treugeböhla zum Online-Dienst. Die ersten Erfahrungen sind positiv.
Maik Schumann (links) und Michael Sommer treffen sich mit der Jugendfeuerwehr Zabeltitz-Treugeböhla zum Online-Dienst. Die ersten Erfahrungen sind positiv. © Kristin Richter

Großenhain/Skaup. Maik Schumann richtet die Kamera noch einmal aus. Michael Sommer besorgt aus dem Gerätehaus Utensilien, die zu einer Feuerwehr gehören. Erwartungsvoll blicken der stellvertretende Ortswehrleiter von Skaup und der Jugendwart für die Jugendfeuerwehr Zabeltitz-Treugeböhla dem Dienstnachmittag entgegen. Kurz nach 16 Uhr schalten sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr per Internet dazu. "Wir führen den Dienst heute zum zweiten Mal online durch", sagt Maik Schumann. Dass die "Zentrale" im Gerätehaus in Skaup gewählt wurde, hat vor allem zwei Gründe. Einerseits steht hier jene Technik und Ausrüstung zur Verfügung, die zur Wissensvermittlung nötig ist. Zweiter Grund: "In Skaup haben wir schon eine stabile Leitung", sagt Maik Schumann in Anspielung auf das fertige Breitbandsystem im Großenhainer Ortsteil.

Aktuell gehören 16 Mädchen und Jungs zur Jugendfeuerwehr Zabeltitz-Treugeböhla. Zuletzt haben sich die Kinder im Alter von neun bis 17 Jahren im Oktober persönlich und gemeinsam gesehen. Seitdem müssen die regelmäßigen Dienste ausfallen, auch diverse Veranstaltungen wie das Weihnachtskino fielen Corona zum Opfer. Der Online-Dienst soll nun zumindest ein bisschen Abhilfe schaffen. Er wird übrigens jetzt auch in den beiden anderen Jugendfeuerwehren in Großenhain und demnächst auch Bauda genutzt. "Wir wollen die Kinder damit ein bisschen bei Laune halten, und es ist ja auch eine gute Werbung für die Feuerwehr", sagt Maik Schumann.

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Zwischen vier und sechs Mitglieder haben sich diesmal in die Konferenz geschaltet - das hängt auch immer ein bisschen von der Internetverbindung ab. Schumann kündigt einen "brenzligen Dienst" an. Doch erstmal wird der Stoff aus der vorhergehenden Sitzung wiederholt. Wieviel Wasser passt in einen Saugschlauch? Michael Sommer gesteht, dass er sich selbst zwei Wochen vorher immens verschätzt hat. Alwin, einer der Jungs im Netz, hat es sich gemerkt. "19 Liter", platzt es aus ihm heraus. Maik Schumann und Michael Sommer nicken - und alle schauen gebannt auf den Bildschirm.

Das aktuelle Thema beschäftigt sich diesmal mit der Kleidung eines Feuerwehrmannes. Michael Sommer präsentiert verschiedene Jacken - eine dünne und eine dickere. Letztere besteht aus flammenhemmendem Material und wird deshalb bei den Einsätzen getragen. Zur Anschauung wird es nun tatsächlich brenzlig: Eine schon ausgemusterte Jacke wird aufgeschnitten, Maik Schumann hält eine Lötlampe dran - und das Material hält der Flamme stand. Die Mädchen und Jungen staunen - noch mehr, als die dünnere Jacke ziemlich schnell Feuer fängt. Maik Schumann erzählt "beiläufig", welche Rolle die richtige Bekleidung im Ernstfall spielt - zum Beispiel beim Einsatz 2019, als ein Stall der Agrargenossenschaft Skäßchen lichterloh brannte. Oder auch vor wenigen Tagen, als in Skaup eine Ölheizung Feuer gefangen hatte. "Es ist wichtig, dass im Brandeinsatz jeder Geräteträger die dicke Jacke trägt", schärft er den Kindern und Jugendlichen ein. Michael Sommer verrät noch, dass die Jacken einen "Notöffner" haben für den Fall, dass sie Feuer fangen oder ein Hitzestau entsteht. "Das ist kein Taschentrick", erläutert der erfahrene Mann dem Nachwuchs, als er die Funktionalität vor der Kamera zeigt.

Eine Stunde ist schnell vergangen. Nur wenig Zeit bleibt, um den Inhalt eines Verbandskastens zu besprechen. Aber das lässt sich sicher beim nächsten Mal vertiefen. In zwei Wochen. Beim nächsten Online-Dienst der Jugendfeuerwehr Zabeltitz-Treugeböhla.

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