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Sebastian Fischer möchte in den Bundestag

Der frühere Großenhainer Landtagsabgeordnete sieht den Aufwärtstrend der AfD gebrochen.

Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf: CDU-Mann Sebastian Fischer macht sich bereit für den Wettbewerb um den Meißner Bundestagssitz.
Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf: CDU-Mann Sebastian Fischer macht sich bereit für den Wettbewerb um den Meißner Bundestagssitz. © Claudia Hübschmann

Meißen. Im Landkreis Meißen, der mit dem Wahlkreis identisch ist, gibt es bei der CDU einen ersten Bewerber für die Kandidatur zur Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres. Nach Gesprächen mit mehreren führenden Christdemokraten im Kreis hat der Meißner Kreisverbandsvorsitzende Sebastian Fischer seinen Hut in den Ring geworfen. 

Der damalige Landrat Arndt Steinbach (CDU) hatte die Nominierung des früheren Landtagsabgeordneten von Großenhain bereits Ende vergangenen Jahres vorgeschlagen. Ein halbes Jahr zuvor hatte der bisherige Meißner Bundestagsabgeordnete Thomas de Maizière (CDU) seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt. Am Montag sagte Steinbach der SZ: „Die Nominierung des Landratskandidaten hat gezeigt, dass mehrere interne Bewerber der Kreispartei gut tun. Das wäre jetzt auch hier zu wünschen.“ 

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Fischer hatte trotz seiner Niederlage bei der Nominierung den von der Meißner CDU gewählten Landratskandidaten Ralf Hänsel im Wahlkampf mit hohem Einsatz unterstützt. In der CDU gehen daher viele davon aus, dass er sich das Mandat verdient hat. Landtagspräsident Mathias Rößler sieht es so: „Er ist ein Kämpfer. Ich werde ihn unterstützen.“ Der Radebeuler Landtagsabgeordnete Geert Mackenroth ist etwas vorsichtiger: „Fischer wird gelernt haben, dass man sich in der Politik seiner Sache nur selten sicher sein kann und am Ende nur durch Qualität und Seriosität überzeugt.“

Daniela Kuge zieht Landtag vor

Bislang ist Fischer der einzige Kandidat des Kreisverbandes, der sich aus der Deckung gewagt hat. Eine Absage kam dagegen von der Meißner Landtagsabgeordneten Daniela Kuge. „ Es wurde in den letzten Wochen viel spekuliert und medial verbreitet, ob ich mein Landtagsmandat aufgebe und für den Bundestag kandidieren werde", schreibt sie am Montag in einer Pressemitteilung.

Dass ihr die Kompetenz für den Bundestag zugetraut werde, ehre sie. "Und dass viele Freunde in meiner Partei mich zu einer Kandidatur ermutigen, macht mich dankbar", so die gebürtige Meißnerin weiter. Dennoch werde sie nicht für den Bundestag kandidieren. Sie fühle sich ihren Wählern und dem Wahlkreis verpflichtet. In den vergangenen Jahren habe die CDU viel für die Region erreichen können. Gerade auch für schwierige Projekte hätten mit ihrer Hilfe Fördermittel generiert werden können. Dies solle so bleiben, zumal die nächsten Jahre nicht einfach würden.

"Es zählt wieder Sacharbeit"

Rückenwind für sein Vorhaben erhält Fischer durch den Durchmarsch von CDU-Kandidaten Ralf Hänsel (parteilos) bei der Landratswahl am Sonntag. Der AfD sei es im Gegensatz zu vorangegangenen Wahlen nicht gelungen, die Nichtwähler zu mobilisieren, so Fischer in einem Gespräch mit der SZ. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Aufwärtstrend der Alternative gebrochen sei.

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"Die Wähler merken, dass die AfD-Abgeordneten nicht liefern, nicht präsent sind", sagt Fischer. Jetzt werde nicht länger den mutwillig "Coolen und Lauten" gefolgt. Es zähle wieder Sacharbeit. Aus der Spitze der sächsischen Landespartei habe es für den Erfolg im Landkreis Meißen viel Lob gegeben.

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