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Priestewitz und Enso sagen ja zueinander

Schnelles Internet soll nicht mehr lange auf sich warten lassen: Im Frühjahr 2021 sollen bereits die Bagger rollen.

Zwei im Glück: Bürgermeisterin Manuela Gajewi und Jens Schaller, Geschäftsfeldverantwortlicher Telekommunikation der Enso Netz GmbH, machten den Breitbandausbau für Priestewitz perfekt.
Zwei im Glück: Bürgermeisterin Manuela Gajewi und Jens Schaller, Geschäftsfeldverantwortlicher Telekommunikation der Enso Netz GmbH, machten den Breitbandausbau für Priestewitz perfekt. © Norbert Millauer

Priestewitz. Um 10.29 Uhr war die Eheschließung perfekt. Auch, wenn es nur eine Verbindung auf Zeit sein wird, strahlten beide Partner bei der obligatorischen Vertragsunterzeichnung um die Wette. "Das ist für uns heute wirklich ein ganz großer Moment, auf den wir schon jahrelang hingearbeitet haben", bekennt Manuela Gajewi (parteilos). Wie die Priestewitzer Bürgermeisterin an diesem Donnerstagvormittag betont, sei man gemeinsam mit dem Gemeinderat schon frühzeitig in die Startlöcher gegangen und habe sich um eine geeignete Finanzierung beziehungsweise die notwendige bauliche Umsetzung zur Anbindung der Gemeinde an die Breitbandversorgung bemüht. 

Um so größer sei dann die Freude gewesen, als vor gut zweieinhalb Wochen der schriftliche Bescheid des Bundes über die Gewährung von Fördermitteln in der immerhin beträchtlichen Höhe von 11,778 Millionen Euro ins Gemeindeamt flatterte. Eine Summe, die 60 Prozent des Gesamtfördervolumens von 19,63 Millionen Euro entspricht. Die Co-Finanzierung der Ausbaumaßnahme übernimmt der Freistaat Sachsen, weitere zehn Prozent steuert die Gemeinde selbst bei.  "Für Priestewitz ist der Ausbau des Glasfasernetzes ein wichtiger Meilenstein! Schnelles Internet ist für unsere Unternehmen, Gewerbetreibenden, aber auch zunehmend Schüler, Auszubildende und all jene, die im Homeoffice arbeiten, ein wesentliches Zukunftsthema", freut sich Manuela Gajewi. 

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Während der kommenden vier Jahre werde die Verwaltung ihre vorrangige Aufmerksamkeit der Umsetzung des Projektes Breitbandausbau widmen. Gemessen am üblichen Haushaltsbudget, signalisierten allein die nun zur Verfügung stehenden Summen die Einmaligkeit des Vorhabens. Besonders dabei auch: Ebenso wie alle anderen kleineren Gemeinden, sei Priestewitz während der Vorbereitungsphase personell größtenteils auf sich selbst angewiesen gewesen. 

Umso beachtlicher, so der Geschäftsfeldverantwortliche Telekommunikation der Enso Netz GmbH, Jens Schaller, der zügige und erfolgreiche Ausgang. Der Vertragsunterzeichnung vorausgegangen seien zahlreiche sogenannte Markterkundungen, Prüfungen und ein förmliches Vergabeverfahren, welche bei der Umsetzung solcher Förderprojekte eben notwendig wären. "Glücklicherweise konnten wir sämtliche Aspekte mit der Hilfe unseres Rechtsanwaltes, Steffen Häberer, und Uwe Rasemann von der Tele-Kabel-Ingenieurgesellschaft aus Chemnitz klären. 

Beide sind in ihren Geschäftsfeldern echte Breitbandexperten, und ohne sie wären wir heute nicht hier", verrät die Verwaltungschefin. Denn so groß der Wunsch und das Bemühen nach schnellem Internet für die Gemeinde auch sei. Man könne es sich nicht leisten, dafür extra Fachleute zu beschäftigen, sondern stemme die umfangreiche bürokratische Vorarbeit des aufwendigen Verfahrens seit Jahren gewissermaßen zu dritt neben den eigentlichen Verwaltungstätigkeiten.

Von der Mühe profitieren werden indes nun sehr viele Einwohner. Der Breitbandausbau richtet sich immerhin an rund 900 Adressen in 19 der 22 Ortsteile. Im Gegensatz zu Medessen, Zottewitz und Blattersleben, welche bereits von einem anderen Telekommunikationsunternehmen erschlossen wurden und dort weitaus höhere Datenraten als die jetzt noch üblichen weniger als 30 Mbit/s anliegen, würden sie nun auch schrittweise mit dem schnellen Internet versorgt. 

Das bedeutet praktisch: Auf einer Länge von 80 Kilometern seien Tiefbauarbeiten zu bewältigen. Die Planungen bei der Enso liefen bereits. Die Bauarbeiten selbst beginnen voraussichtlich mit der Heranführung der Leitungstrasse von Großenhain, Großdobritz und Neuseußlitz. Der Ausbau in den Ortsteilen werde in Abhängigkeit von der jeweiligen Genehmigungsplanung dann ab Frühjahr 2021 erfolgen. "Wenn die Planungen fertiggestellt sind, werden wir gemeinsam mit der Gemeinde vor Ort in Einwohnerversammlungen über die einzelnen Details informieren", erklärt Jens Schaller.

Ziel sei es, die Bauarbeiten bis Mitte 2024 vollständig fertigzustellen, damit zu diesem Zeitpunkt das Breitbandnetz angeschaltet werden kann. Eine Aussicht, auf die sich die Priestewitzer freuen dürften - immerhin seien dann 100 Mbit/s und mehr verfügbar. Schnelles Internet eben. 

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