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Großenhainer wollen ihren Stadtbauhof entlasten

Einige Projekte zur Pflege von Anlagen gibt es bereits. Doch generell braucht es dafür konkrete Absprachen.

48 Spielplätze stehen auf dem Pflegeplan des Großenhainer Stadtbauhofes. In Skassa (Foto) gibt es darüber hinaus immer wieder Initiativen, bei denen die Anwohner selbst auf Ordnung und Sauberkeit drängen.
48 Spielplätze stehen auf dem Pflegeplan des Großenhainer Stadtbauhofes. In Skassa (Foto) gibt es darüber hinaus immer wieder Initiativen, bei denen die Anwohner selbst auf Ordnung und Sauberkeit drängen. © Kristin Richter

Großenhain. Der Stadtbauhof stößt an seine Grenzen. Pflege- und Instandhaltungsarbeiten an städtischen Einrichtungen binden die Kapazitäten, demnächst kommt sicher auch wieder der Winterdienst hinzu. Da kommen Ideen und Vorschläge zur Entlastung der Bauhofbeschäftigten natürlich gut an. In Skassa, so kündigte Baubürgermeister Tilo Hönicke in der jüngsten Ortschaftsratssitzung an, bahnt sich ein Pilotprojekt an, dass der dortige Dorfverein Pflegeleistungen für Grünanlagen gegen kleines Entgelt übernimmt, um den Stadtbauhof zu entlasten. Anderswo gibt es ebenfalls Ansätze. Auf dem jetzigen Spielplatz an der ehemaligen Bergbrauerei sind Anwohner an der turnusmäßigen Pflege beteiligt. Für den wiedererstandenen Spielplatz in Strauch haben die Anwohner die Pflege angeboten.

"Grundsätzlich begrüßen wir Initiativen von Bürgern zur Pflege und Erhaltung bzw. Mitwirkung bei der Pflege öffentlicher Anlagen, heißt es dazu aus dem Großenhainer Rathaus. Es müsse allerdings eindeutige Absprachen bzw. Vereinbarungen geben, in denen Bürger und Stadt die erwarteten Leistungen genau abgrenzen und die Rahmenbedingungen abstimmen, wird auf Anfrage von saechsische.de hinzugefügt. Im Falle Skassa liege zurzeit ein grundsätzliches Interesse der Bürger vor, was derzeit noch im Ortsverein ausgetauscht wird und mit dem die mögliche Leistungsübernahme der Stadt angeboten werden könnte. Erst dann könne man konkret darüber weiter verhandeln. "Grundsätzlich muss aber die gärtnerische Gestaltung der jeweiligen Anlagen erhalten bleiben und der Aufwand für den Bauhof muss sich tatsächlich reduzieren", heißt es aus dem Rathaus.

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Die Behörde stellt allerdings auch klar: Es wäre ein klar definiertes Ehrenamt und keine Leistungsvergabe an Private. Meist gehe es um Reinigungsleistungen, Mäharbeiten und Ähnliches. So oder so: Es handelt sich je nach Situation um eine völlig unentgeltliche freiwillige Leistung, die höchstens durch eine Aufwandsentschädigung für Ausgaben - zum Beispiel Benzin für den Rasenmäher - ergänzt werden kann. Fachliche Pflichtaufgaben, zum Beispiel die Prüfung der Verkehrssicherheit von Spielgeräten oder Bäumen, verbleiben immer bei der Stadt.

Erfahrungen mit ähnlichen Initiativen gibt es im Stadtgebiet bereits - in ganz kleinem Rahmen. So führt der Parkverein Walda einen regelmäßigen Pflegeeinsatz durch, erbringt in Abstimmung mit der Stadt weitere Teilleistungen. Auch einzelne Gießpaten für Bäume wie an der Radeburger Straße oder der Großenhainer Schmiede für die Obstbäume am Feldweg nach Weßnitz konnten gewonnen werden. Grundsätzlich unterstütze die Stadt vor allem klar abgrenzbare Pflegeleistungen durch Bürger, auf die man sich regelmäßig verlassen kann. Beispiele seien die Baumpflanzung und Pflege von Obstbäumen durch die Großenhainer Schmiede, die Pflege von Obstbäumen durch die Ortsfeuerwehr Skaup oder regelmäßige Pflegeleistungen durch die Rotarier auf dem Kupferberg. Leider habe es aber auch schon Beispiele gegeben, wo Leistungen nicht wie vereinbart erbracht wurden und dann ungepflegte Anlagen zu Kritik führten und einen höheren Aufwand beim Bauhof erzeugten. Eine Unterstützung ohne aufwendige Abstimmung wünscht sich die Verwaltung immer dann, wenn Bäume im Sommer an Wassermangel leiden, hier sei jeder Eimer Wasser eine dankbare Leistung.

Die Stadt hat insgesamt 270 Hektar Grünfläche, 59 Hektar Wald und 48 Spielplätze zu unterhalten. Jedes Jahr kommen in der Regel neue Flächen dazu, zum Beispiel öffentliche Grünanlagen und Randstreifen in neuen Wohngebieten, oder Flächen nach Abrissmaßnahmen wie die Wildblumenwiese Katharinenplatz. Weitere kommunale Aufforstungsmaßnahmen müssen betreut werden. Bei einem dagegen gleichbleibenden Personalbestand von zehn gärtnerischen Stellen und zwei Azubis auf dem Bauhof kommen gegenwärtig zumindest theoretisch 22,5 Hektar Grünfläche auf jeden Gärtner des Bauhofes, die er pflegen muss. Und noch eine Zahl: Jährlich gibt die Stadt rund 570.000 Euro für die Pflege von Grünanlagen und 30.000 Euro für Waldflächen aus.


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