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Radballer zwangsweise auf Abstand

Corona hat die Großenhainer Frank Engelmann und Elias Zschörper auf dem Höhepunkt ihrer Karriere ausgebremst. Ans Aufhören denken sie aber nicht.

Frank Engelmann (li.) und Elias Zschörper spielen in der Verbandsliga der Radballer. Wegen Corona haben sie seit einem Vierteljahr nicht mehr gemeinsam auf dem Parkett gestanden.
Frank Engelmann (li.) und Elias Zschörper spielen in der Verbandsliga der Radballer. Wegen Corona haben sie seit einem Vierteljahr nicht mehr gemeinsam auf dem Parkett gestanden. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. "Fingerspiele" auf dem Rücken sind in der Regel die ziemlich einzigen Kommunikationsmöglichkeiten auf dem Parkett, wenn die Radballer ihre Turniere austragen. Elias Zschörper und Frank Engelmann vom Großenhainer SV beherrschen das ganz gut, haben sich auf diese Weise auf mehrere Spielvarianten vorbereitet und ihre Palette immer wieder erweitert. Mit Erfolg: Im Mai 2019 krönten sie eine "verrückte Saison" und schafften völlig überraschend den Aufstieg aus der Landes- in die Verbandsliga - Sachsens zweithöchste Spielklasse.

Zurzeit allerdings wären Zschörper und Engelmann glücklich, wenn sie sich überhaupt mal zum Training sehen und neben den "Fingerspielen" auch mal einen persönlichen Austausch pflegen könnten. Frank Engelmann: "Wir haben Ende Oktober zum letzten Mal gemeinsam trainiert." Weil da bereits abzusehen war, dass mit dem Corona-Lockdown der Sport komplett lahmgelegt wird, "haben wir da auch gleich den Jahresabschluss gefeiert", so Engelmann. Eigentlich wäre in diesen Tagen die neue Saison losgegangen, doch das Radball-Duo wird wie alle anderen auf eine harte Geduldsprobe gestellt. "Die Pause ist inzwischen schon extrem lang", so Frank Engelmann.

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Verein baut die eigene Werkstatt aus

Untätig ist man beim Großenhainer SV während der Zwangspause trotzdem nicht. Die Sportler versuchen, sich mit individuellen Methoden fit zu halten: Joggen, verschiedene Übungen zu Hause. Der Kontakt unter den Vereinsmitgliedern wird weitgehend über Telefon und Whatsapp-Gruppen realisiert. Das schweißt zusammen. "Alle sind heiß, dass es wieder losgeht", sagt Frank Engelmann. "Aus sportlichen Gründen wird bei uns sicher auch niemand aufhören", glaubt er. Aber er räumt ein, dass ihm das fehlende Training doch zu schaffen macht. Normalerweise ist er mit seinen Sportkameraden viermal die Woche auf dem Parkett in der Halle auf der Schillerstraße. Hinzu kämen ein paar Laufeinheiten. "Wenn das abrupt wegfällt, dann 'streikt' der Körper irgendwann".

Der Großenhainer SV hat die letzten Wochen auch anderweitig genutzt. Die kleine Werkstatt ist erweitert worden, neue Gerätschaften wurden angeschafft, um zum Beispiel die Felgenzentrierung an den Rädern in eigener Regie erledigen zu können. Frank Engelmann und Elias Zschörper haben zudem "ein bisschen an den Rädern gebastelt". Natürlich würden sie nun gern wissen, wie sie damit zurechtkommen. "Aber dazu brauchen wir eine Halle", sagt Frank Engelmann mit Verweis auf die Schließung sämtlicher Sportstätten für die Vereine. Vor März ist mit einer Öffnung wohl nicht zu rechnen. Wenn überhaupt.

Der Start in die erste Verbandsliga-Saison vor einem Jahr verlief für das Duo vielversprechend. Als die Serie im März abgebrochen wurde, lagen sie auf einem Nichtabstiegsplatz. Mit 37 und 33 Jahren "sind wir im besten Radball-Alter", flachst Frank Engelmann. "Aber wir werden auch nicht jünger." Dass der zuständige Verband die Lizenz für die Verbandsliga verlängert hat, freut das Duo natürlich. Ans Aufhören wird kein Gedanke verschwendet. Auch wenn derzeit nicht absehbar ist, wann wieder gespielt und trainiert werden kann. "Unsere Erfahrung baut uns auf", sagt Frank Engelmann. Und dazu gehören sicherlich auch die "Fingerspiele", um mit einstudierten Spielvarianten diesen oder jenen sportlichen Kontrahenten zu beeindrucken.

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