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Remondis macht Container wieder auf

Zehn Monate waren sie dicht. Bis zum Anfang kommender Woche löst die Entsorgungsfirma die Absperrbänder auch in Großenhain wieder ab.

Ein Anblick, den auch Remondis Betriebsleiterin Stephanie Wohmann nicht gern gesehen hat: gesperrte Kleidercontainer. Bis Anfang kommender Woche sollen sie nun wieder geöffnet werden.
Ein Anblick, den auch Remondis Betriebsleiterin Stephanie Wohmann nicht gern gesehen hat: gesperrte Kleidercontainer. Bis Anfang kommender Woche sollen sie nun wieder geöffnet werden. © Archivfoto: Anne Hübschmann

Großenhain. Lange genug hat es gedauert. Doch nun schlägt sie endlich, die Stunde von Hose, Rock oder Pullover. Aus dem Schrank ausrangiert zwar, aber immerhin noch für würdig genug befunden, im besten Fall der Fälle den Benutzer zu wechseln. "Ich habe am vergangenen Wochenende geschaut, was meinen Kindern vom letzten Sommer noch passt. Leider war es nicht mehr viel", bekennt eine Großenhainerin, die mit zwei vollen Papiertüten vor den Kleidercontainern am Topfmarkt steht. Nicht alle Sachen könnten mehr über das Internet verkauft werden, seien aber zu gut, um sie einfach wegzuwerfen.

Das Problem allerdings: Wie bereits seit Monaten signalisieren auch an diesem Montagnachmittag im Mai zwei rot-weiße Absperrbänder über den Einwurf-Öffnungen, dass es heute wohl damit nichts werden wird mit dem Abliefern von T-Shirts, Kleidern und kurzen Hosen. Noch immer sind die Container, für die das Entsorgungsunternehmen Remondis in Quersa verantwortlich zeichnet, zugeklebt.

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Jedoch nicht mehr lange. Nicht nur für die 32-jährige Röderstädterin hat es nun die längste Zeit gedauert. Bereits Anfang kommender Woche solle es nämlich wieder möglich sein, auch in Großenhain Kleidung in den dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen. "Wir haben bereits in Riesa und in der Umgebung damit begonnen, die Absperrungen aufzuheben. In den kommenden Tagen wird das auch im Großenhainer Land der Fall sein, was uns nach all der Zeit auch wirklich sehr freut", bekennt Stephanie Wohmann.

Wie die Remondis-Betriebsleiterin erklärt, habe es auch ihr und den Mitarbeitern alles andere als Freude bereitet, vor gut zehn Monaten die Öffnungen gewissermaßen zu verschließen. Ganz im Gegenteil! Aber durch die Corona-Pandemie habe sich der Markt für Altkleider schlagartig verschlechtert. Es habe keinerlei Möglichkeiten mehr gegeben, die Sachen in die weitere Verwertung zu geben.

Praktisch bedeutete das, innerhalb weniger Tage die gut 150 Standorte im Raum Riesa und Großenhain verschließen zu müssen. Habe man zunächst die Hoffnung gehabt, ganz schnell wieder zur normalen Entleerung aller zwei Wochen zurückkehren zu können, wäre dieser Service dann leider doch nicht mehr möglich gewesen. Die Kapazitäten der Vertragspartner seien irgendwann Anfang Juli vollständig erschöpft und die hygienischen Anforderungen durch die Covid-19 nicht mehr zu erbringen gewesen. "Wir mussten dann wirklich die Reißleine ziehen und zwangsläufig auf das Verständnis beziehungsweise die aktive Mithilfe der Einwohner bauen", erklärt Stephanie Wohmann.

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Die vielzitierte Einsicht in Notwendigkeiten, welche indes leider nicht von jedermann aktiv praktiziert worden sei. Viele der Behälter wären trotz alledem mit ausrangierter Kleidung vollgestopft worden und Taschen oder Kartons türmten sich neben zahlreichen Containern. Und damit nicht genug. Restmüll und Lebensmittelabfälle würden nach all den Monaten nun ebenso zum Vorschein kommen wie Laub, Grünschnitt und Papier. Zwar sei man leider ohnehin daran gewöhnt, dass gut 30 Prozent der Behälterinhalte ohnehin nicht verwertbar seien und Kleidung teilweise stark verschmutzt und fleckig wäre. Mitunter sogar nach Urin oder Kot stinke und für die Weitergabe absolut unbrauchbar sei. "Jetzt in dieser Situation ist das Ausräumen jedoch umso bitterer, weil wir zusätzliche Arbeit haben, die es gar nicht geben würde, hätten sich die Leute einfach an unsere freundliche Aufforderung gehalten", gibt Stephanie Wohmann zu bedenken.

Nichtsdestotrotz gebe man sich Mühe, so schnell als möglich alle gereinigten Container wieder zu öffnen. Damit sie endlich wieder schlagen kann - die Stunde von Hose, Rock oder Pullover.

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