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Schmiererei: Ermittlungen gegen zwei Personen

Im Spätherbst 2020 wurde Großenhain gehäuft von Vandalismus heimgesucht. Doch die Aufklärung braucht offenbar noch viel Zeit.

Schriftzüge mit der ominösen "91" tauchten im Herbst des vergangenen Jahres an vielen Plätzen in Großenhain auf.
Schriftzüge mit der ominösen "91" tauchten im Herbst des vergangenen Jahres an vielen Plätzen in Großenhain auf. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. "Schmierfinken, schämt Euch!" So titelte die Großenhainer Stadtverwaltung im November des vergangenen Jahres eine Mitteilung mit Bezug auf Ereignisse in der Röderstadt. Der Grund: Im Stadtgebiet waren gehäuft unansehnliche Schrift- und Zahlenkürzel an Buswartehallen, Schau- und Verteilerkästen aufgetaucht. Selbst vor einem der Großenhainer Wahrzeichen, dem Diana-Brunnen am Hauptmarkt, machten der oder die Übeltäter nicht halt. Oberbürgermeister Sven Mißbach reagierte seinerzeit entsprechend wütend. „Das hat rein gar nichts mit Kunst oder künstlerischer Freiheit und schon überhaupt nichts mit Fankultur zu tun", kommentierte er. "Die überwiegend dilettantischen Schmierereien sind purer Vandalismus und Straftaten“, erklärt der Rathauschef.

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Auffällig seinerzeit: Graffitis mit der Zahl "91". In diesem Zusammenhang tauchten auch Plakate im Stadtgebiet auf, die mit der "91" Personen als "Täter" ausgemacht haben wollten und diese sogar mit Name und Adresse in der Öffentlichkeit preisgaben. Es wurden mehrere Anzeigen erstattet - unter anderem von den namentlich erwähnten Personen.

Seitdem wird offenbar durch Polizei und Staatsanwaltschaft fieberhaft nach Hintergründen und Tätern gesucht. Mit ersten Erfolgen. „Zu dem von Ihnen angefragten Sachverhalt wird seit Anfang Juni 2021 gegen einen 41-jährigen Beschuldigten und eine 31-jährige Beschuldigte wegen des Verdachts der Sachbeschädigung ermittelt“, so Jürgen Schmidt, Dresdner Oberstaatsanwalt und Pressesprecher, auf eine SZ-Anfrage. Gegenstand des Verfahrens seien fünf Sachbeschädigungen mit einem Gesamtschaden von circa 1.100 Euro. Allerdings, so Jürgen Schmidt, würden die Ermittlungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Mit neuen Ermittlungsergebnissen ist nicht vor Ende September 2021 zu rechnen“, fügt er hinzu.

Die Schmierereien und weitere Verwüstungen hatten insbesondere im November für viel Wut und Reaktionen bei den Großenhainern gesorgt. Zumal in dieser Zeit gerade zwei Wochen nach seiner Fertigstellung auch der erneuerte Spielplatz an der Faunhöhe betroffen war. Dort hatten sich Unbekannte "ausgetobt" und eine Vielzahl der Holzteile mit Sprüchen beschmiert. Ob diese Vorfälle auf dem Spielplatz sowie weitere Schmierereien unter anderem am Wiesenweg damit in Verbindung gebracht werden können, dürfte ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen sein.

Offen ist nach wie vor, was es mit der ominösen „91“ auf sich hat. Die Staatsanwaltschaft hat die entsprechende Nachfrage unbeantwortet gelassen, was schon im Spätherbst viel Raum für Spekulationen öffnete.

Die Großenhainer Stadtverwaltung lobte für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter von der Faunhöhe führen, im November eine Belohnung in Höhe von 500 Euro aus. Die Kosten für die Beseitigung der ungeliebten Hinterlassenschaften dürften weit höher gelegen haben. Erneuert wurde zudem stetig der Appell an die Großenhainer, Courage zu zeigen, die Augen offenzuhalten und jedweden Ansatz entsprechender Verschandelung der Polizei oder auch dem Rathaus zu melden.

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