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Ex-Riesaer stürmt in die 2. Liga

Dennis Borkowski lernte in der Stahlstadt das Fußball-ABC. Jetzt wurde er von RB Leipzig nach Nürnberg verliehen.

Gleich drei A-Jugend-Spieler des Großenhainer FV vernascht Dennis Borkowski hier beim Pokalspiel von RB Leipzig in der Röderstadt vor knapp zwei Jahren.
Gleich drei A-Jugend-Spieler des Großenhainer FV vernascht Dennis Borkowski hier beim Pokalspiel von RB Leipzig in der Röderstadt vor knapp zwei Jahren. © Foto: M. Kost

Riesa/Leipzig/Nürnberg. Manch Fußball-Fan aus dem Elbland hat sich wahrscheinlich vor anderthalb Wochen die Augen gerieben. Da wurde bekannt, was die Gerüchteküche unter den Profifußballern schon vorher verkündete: Dennis Borkowski, Nachwuchstalent von Fußball-Erstligist RB Leipzig, wechselt auf Leihbasis zum 1. FC Nürnberg. „Der 19-Jährige soll in den kommenden eineinhalb Jahren Spielpraxis bei den Franken in der 2. Bundesliga bekommen“, so die offiziellen Mitteilungen.

Dennis Borkowski: Den Riesaern ist der Name bekannt. Denn in der Stahlstadt lernte er einst das Fußball-ABC. Allerdings spielte er nicht für Stahl Riesa, sondern für den SC Riesa, der bis 2014 noch eine eigene Fußballabteilung hatte. Als beide Vereine unter ein Dach kamen, war Dennis Borkowski bereits zu RB Leipzig gewechselt - als D-Junior.

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Seine erste SZ-Schlagzeile erhielt er indes schon vier Jahre vorher. Da gelangte der damals Neunjährige in eine deutschlandweite Hitliste. Beim Intersport-kicker-Fußballcamp beteiligte er sich am Wettbewerb „Härtester Bums 2010“. Mit Hilfe eines Blitzgerätes hinterm Tor wurden dabei die Spieler mit dem straffsten Schuss ermittelt. Dennis Borkowski schaffte es, den Ball auf 84 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen.

Bei RB Leipzig ging seine Entwicklung ziemlich schnell und steil bergauf. Ab 2014 durchlief das Nachwuchstalent alle Jugendmannschaften der Sachsen und gehörte seit Beginn der laufenden Saison zum Kader der Roten Bullen für die 1. Bundesliga. Drei Kurzeinsätze in der Liga und einer im DFB-Pokal stehen zu Buche. Doch RB-Coach Julian Nagelsmann hatte frühzeitig angekündigt, dass es für junge Spieler angesichts der anspruchsvollen Ziele in der Bundesliga und der Champions-League schwer sei, sich im aktuellen Kader zu etablieren. Zum Wechsel nach Nürnberg erklärte RB daher: „Borkowski wechselt jetzt auf Leihbasis zum 1. FC Nürnberg, um den nächsten Schritt in seiner sportlichen Entwicklung zu gehen.“ Sein Trainer bei den Franken ist Robert Klauß, früherer Co-Trainer bei RB. Beim FCN bekommt er die Rückennummer 19.

Dennis Borkowski selbst hat sich einen Tag nach Bekanntwerden des Wechsels auf der Homepage des „Clubs“ vorgestellt. Dort ließ er auch verlauten: „Ich freue mich sehr, jetzt für den Club spielen zu dürfen. Der Verein sowie die guten Gespräche mit dem Sport-Vorstand und dem Trainer haben mich absolut überzeugt. Es ist für mich nicht nur der nächste Schritt in meiner noch jungen Karriere. Ich will der Mannschaft und dem ganzen Club unbedingt helfen, seine Ziele zu erreichen.“

Einbringen kann der 19-Jährige dabei natürlich auch Erfahrungen als Nationalspieler. Seit 2017 spielt Borkowski für Juniorenauswahlen des DFB. Sein erstes Spiel absolvierte er für die U15 im Mai 2017. Sein Debüt für die deutsche U19-Auswahl gab er am 3. September 2020 im Freundschaftsspiel gegen Polen.

Unter den Konkurrenten ist der großgewachsene Stürmer als Torjäger gefürchtet. Für RB erzielte er vergangene Saison in 16 A-Junioren-Bundesliga-Spielen 11 Treffer, ein Jahr vorher für die B-Junioren 19 Tore in 22 Spielen.

Seinen letzten Auftritt im Landkreis Meißen hatte Borkowski im März 2019. Damals stand er in den Reihen von RB Leipzig im Landespokal-Viertelfinale gegen die A-Junioren des Großenhainer FV. Die „Jungbullen“ gewannen vor großer Kulisse auf der Jahnkampfbahn standesgemäß mit 7:1. Und natürlich gehörte der nunmehrige Zweitliga-Fußballer Dennis Borkowski zu den Torschützen. Zweimal traf er in Großenhain. RB holte im Mai den Pokal.

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