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Sport

Familien-Idylle an der Mountainbike-Strecke

Lea und Ben eifern Papa Jürgen Künzel nach, der es beim Supermoto aufs WM-Podest schaffte.

Von Jürgen Schwarz
 4 Min.
Ben Künzel ist hier im Sommer 2021 mit seinem Mountainbike rasant unterwegs.
Ben Künzel ist hier im Sommer 2021 mit seinem Mountainbike rasant unterwegs. © privat

Großenhain. Manche Sprichwörter passen einfach: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Jürgen Künzel aus Folbern, einem Ortsteil von Großenhain, könnte den Spruch in seinen Stammbaum aufnehmen lassen. Der Konstruktionsmechaniker und Fitnesscoach war von 1984 bis 2011 im Motocross und Supermoto (ab 1995) aktiv, feierte sechs deutsche Meisterschaften, wurde jeweils einmal amerikanischer und österreichischer Meister sowie Vizeeuropameister und WM-Dritter. Nun eifern seine Kinder Ben (11) und Lea (8) – zunächst beim Mountainbike Downhill – ihrem Papa nach, der fünf Jahre als KTM-Werksfahrer unterwegs war.

Ben Künzel, der 2016 sein erstes BMX-Rennen fuhr und das Werner-von-Siemens-Gymnasium in Großenhain besucht, durfte 2021 beim Downhill Rookies Cup starten. Im thüringischen Steinach stand sein erster Mountainbike-Wettkampf an, für den mehr als 300 Starter gemeldet waren. „Ben fuhr in der Klasse U 13 in die Top Ten. Er meisterte den 1.750 Meter langen und mit 250 Höhenmetern steilen Kurs ins Tal hervorragend“, lobt Jürgen Künzel.

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Die Strecke war anspruchsvoll mit Sprüngen, Wurzeln, steil abfallenden und schnellen Passagen. Der Folberner fuhr als einer der Jüngsten in seiner Altersklasse ein fehlerfreies Rennen und konnte sich zum Einstand über einen achten Platz im international besetzten Feld freuen.

Schweres Rennen in Österreich

Zum nächsten Mountainbike-Rennen ging es nach Leutasch in Österreich. Die Strecke vom Gipfel nach unten war mit 2.300 Metern sehr lang. Auch dort ging es bei 250 Höhenmetern mit viel Speed ins Tal. Die Strecke verlangte einiges von den Fahrern ab, da man hier sehr viel treten musste. Ben kam mit der kräfteraubenden Strecke nicht zu so gut zurecht, fuhr aber ein solides Rennen. „Mir fehlten die technischen Passagen mit Wurzeln und Sprüngen sowie die Kraft, um auf Geschwindigkeit zu kommen“, schätzte Ben Künzel, der Vierzehnter wurde, selbstkritisch ein.

Auch seine Schwester Lea, die wie Ben für den RSV Plessa startet und 2019 mit BMX begann, schnupperte in Leutasch erstmals Rennluft. In der Klasse U 9 fuhr die Achtjährige, die die Grundschule in Bobersberg besucht, ihr allererstes Mountainbike-Rennen beim Kids Cup.

Lea Künzel vor dem Start.
Lea Künzel vor dem Start. © Bildstelle

„Lea meisterte die Strecke mit großer Bravour und belegte in ihrer Altersklasse Platz eins“, freut sich der stolze Papa, dessen Frau Madeleine bei den Rennen ihrer Kinder immer dabei ist und auch dafür sorgt, dass die Lieblingsgerichte von Lea und Ben (Nudeln, Pizza und Schnitzel) regelmäßig auf den Tisch kommen. „In erster Linie geht es uns um den Spaß, den die Kinder bei diesem Sport haben sollen“, sagt der in Heidenheim geborene Jürgen Künzel. „Und wir können als Familie alles gemeinsam machen – das ist wunderbar.“

Der dritte und letzte Lauf der Saison ging für Ben Künzel schließlich im Bikepark Oberhof (Thüringen) über die Bühne. Auch zum Finale fanden sich mehr als 300 Biker aus Italien, Frankreich, Schweiz, Israel, Österreich und Deutschland ein. „Die Strecke war ganz nach dem Geschmack von Ben, mit 1.100 Metern und 120 Höhenmetern nicht zu lang, aber dafür sehr anspruchsvoll. Es gab sehr viele Wurzelpassagen und die Strecke war technisch sehr schwierig zu fahren. Ben musste einige Stürze hinnehmen, aber von Training zu Training kam er immer besser mit der Strecke zurecht“, resümiert Jürgen Künzel.

Trainiert wird fünfmal die Woche

Ben brachte auf der schwierigen Strecke einen nahezu fehlerfreien Lauf hinunter, was mit einem zwölften Platz belohnt wurde. Auch in der Endabrechnung wurde er Zwölfter.

„Das war meine erste Saison, denn erst mit elf Jahren darf man im Rookies Cup starten“, blickt Ben Künzel zufrieden auf das Jahr 2021 zurück. „Vor dem ersten Rennen war ich wahnsinnig aufgeregt, da ich nicht richtig wusste, was mich erwartet und wer meine Gegner sein werden. Aber es lief von Anfang an gut. Mit den Ergebnissen sind wir alle glücklich. Nun freue ich mich auf die kommende Saison, auf die ich mich intensiv vorbereiten werde.“

Fünfmal pro Woche trainieren die Künzel-Kids, um eines Tages ihren Sport so erfolgreich zu bestreiten wie einst der Papa im Supermoto. Dem 47-Jährigen, der gern joggt und auch Mountainbike fährt, wurde der Motorsport praktisch in die Wiege gelegt, denn sein Vater und sein Onkel fuhren früher Enduro- und Motocross-Rennen.

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