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Stadthäuser wachsen auf Pfählen

Dem ehrgeizigen Projekt auf der Großenhainer Frauengasse war durch Corona eine Zwangspause auferlegt worden - jetzt soll durchgestartet werden.

Wieder Grund zum Lachen: Nach der dreimonatigen Corona-Zwangspause hofft Makler Jörg Heller nun auf einen reibungslosen Baubeginn in der Großenhainer Frauengasse.
Wieder Grund zum Lachen: Nach der dreimonatigen Corona-Zwangspause hofft Makler Jörg Heller nun auf einen reibungslosen Baubeginn in der Großenhainer Frauengasse. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Geschlafen hat er schon mal besser.  Hat sich nicht darüber Gedanken gemacht, wann denn nun endlich mit dem Bau auf der Großenhainer Frauengasse begonnen werden kann. Spielte nicht verschiedene Varianten durch, um den künftigen Gebäuden die beste Standfestigkeit garantieren zu können. Und rechnete sicher auch nicht zwischen vier und fünf Uhr morgens nach, ob er mit dem vergleichsweise außergewöhnlichen Projekt jemals auf einen finanziell erfolgreichen Zweig kommen werde.

Allerdings: der Mann, dessen nächtliche Erholungsphasen momentan nicht ganz so berauschend sind, ist Kummer gewöhnt. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse, Folgen von Insolvenzen und Finanzierungen, die nervenaufreibenden Hängepartien gleichen. Jörg Heller, welcher erst kürzlich sein 30-jähriges Firmenjubiläum feierte, liebt den Kitzel und das, was seinen Beruf zuweilen ausmacht. Immer wieder neue Vorhaben mit unterschiedlichen Herausforderungen sind nach eigenem Bekunden genau das, was den Großenhainer Makler im gesamten Landkreis Meißen immer wieder aufs neue mit Begeisterung tätig sein lässt. 

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Dass das aktuelle Vorhaben nicht einfach zu realisieren sein würde, hätte angesichts der speziellen Art der Bebauung vorher festgestanden. Immerhin handelt es sich bei dem 159 Quadratmeter großen Areal auf der Frauengasse 16 um ein nicht allzu großes Fleckchen bebaubare Erde, umgeben von Gebäuden, die schon so einige Jahrzehnte in den Grundfesten haben. "Womit wir jedoch nicht rechnen konnten, war Covid-19! Dadurch hat sich alles nach hinten verschoben und wir sind mit drei Monaten in den Verzug geraten", bekennt Jörg Heller und schüttelt den Kopf.

Sämtliche Versorgungsträger, mit denen die eigens von ihm gegründete Stadt.Architektur. Großenhain GmbH zu tun gehabt hätte, seien aufgrund der Pandemie nicht voll arbeitsfähig gewesen. Notwendige Erschließungsarbeiten, die zur Errichtung der zwei Häuser inmitten der Innenstadt notwendig waren, ließen auf sich warten, und Möglichkeiten der Statik wurden mehrmals gegeneinander abgewogen.

Bis jetzt. Denn nun steht der Bagger auf dem geschichtsträchtigen Eckgrundstück, welches früher eine beliebte Eisdiele beherbergt hat. Bereits sieben Löcher künden davon, dass es jetzt endlich richtig losgehen soll. "Die Beschaffenheit der Erde lässt es nicht zu, ohne große Schwierigkeiten und verbunden mit horrenden Kosten einen Keller zu bauen. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, 22 Betonpfähle mit unterschiedlicher Höhe einzubringen und darauf die Bodenplatten der rechtlich voneinander unabhängigen Doppelhäuser zu gießen", erklärt Jörg Heller. 

Bis Ende September solle dieser wichtiger Schritt - zeitweise werde nach frühzeitiger Ankündigung die Gasse voll oder teilweise gesperrt - erledigt sein. Danach beginne der Hochbau, dessen Arbeiten gegenwärtig noch ausgeschrieben würden. Ein notwendiges Prozedere,  welches unter den derzeitigen Bedingungen wiederum mit einer leichten Nervosität verbunden wären. Werden gerade jetzt genügend fachlich qualifizierte Firmen zur Verfügung stehen, die in der Lage sind, die Vision von Jörg Heller und Architekt Michael van der Burgt umzusetzen? Zwei Häuser - eines sei noch zu haben und könne entsprechend der Wünsche des künftigen Eigentümers gestaltet werden - mit einer jeweiligen Wohnfläche von 120 Quadratmetern zu errichten, verteilt auf drei Ebenen, ausgestattet mit einem Fahrstuhl, einer lichtdurchfluteten Logia, Terrassen und einer Garage? 

Jörg Heller ist guter Dinge. Wenn alles nach Plan verlaufe, könnten die Gebäude im kommenden Sommer bezugsfertig sein. Barrierefreie und altersgerechte eigene vier Wände, von denen der Unternehmer gern noch mehr in Großenhain errichten möchte. Auf der Heinrich-Zille-Straße gebe es aus seiner Sicht ebenso geeignete Standorte dafür wie auf der Meißner Straße. Zehn Parzellen habe er im Auge und offenbar gar kein Herzklopfen, die Objekte auch an den Käufer zu bringen. "Nachdem über den Bau der zwei Stadthäuser auf der Frauengasse berichtet worden ist, hatten wir ganz viele Nachfragen von Großenhainern, ob wir noch mehr solche Häuser im Angebot haben", verrät der Makler. 

Wohnkomfort inmitten der City, nah an Geschäften, Restaurants und Kultureinrichtungen, gepaart mit dem Bewusstsein von Eigentum und gestaltet nach den eigenen Bedürfnissen, sei gefragter denn je. Und hört für Jörg Heller auch nicht hinter der jeweiligen Grenze von Dorf oder Stadt auf. Für sechs Reihenhäuser und sieben Eigentumswohnungen im attraktiven Großenhainer Ortsteil Zabeltitz macht die Makler Heller GmbH seit ein paar Tagen Werbung. Mit einer erfreulich großen Resonanz. Eine, die Jörg Heller bald wieder einen erquicklichen Nachtschlaf bescheren dürfte. 

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