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Anderthalb Millionen Anhänger

Die Großenhainer Stema stemmt sich gegen Corona: mit Neuheiten und einem Firmenumbau. Dieses Jahr gibt es zwei magische Daten.

Tobias Grafe gehört zu den "Vätern" der neuen 3D-Präsentation der Anhängerwelt in der Großenhainer Stema. Das Unternehmen hat auch in der Corona-Zeit den Blick nach vorn nicht verloren.
Tobias Grafe gehört zu den "Vätern" der neuen 3D-Präsentation der Anhängerwelt in der Großenhainer Stema. Das Unternehmen hat auch in der Corona-Zeit den Blick nach vorn nicht verloren. © Kristin Richter

Großenhain. Michael Jursch hat es nachgelesen: Im Durchschnitt schaffen es deutsche Unternehmen auf eine Existenz von 17 Jahren. Und nicht nur deshalb, glaubt der Geschäftsführer, hebt sich die Großenhainer Stema wohlwollend ab. Immerhin wird der Anhängerbauer am Stadtrand von Großenhain in diesem Jahr 70 Jahre alt. Damit nicht genug: Demnächst steht ein weiteres Jubiläum ins Haus. Dann wird der anderthalbmillionste in der Röderstadt gebaute Hänger den Betriebshof in Großraschütz verlassen.

Der einstige „VEB Stema Ofenbau“ (Stema von „Stanz- und Emalierwerk“) hat sich seit dem Jahr 1969 zunehmend auf die Herstellung von Pkw-Anhängern spezialisiert. Schon 1985 lag die – damals noch staatlich verordnete – Jahresproduktion bei 17.300 Stück. Legendär und nicht nur in der DDR gefragt, war der „HP400“. Heute heißt das Unternehmen Stema Metallleichtbau GmbH und produziert jährlich rund 40.000 Anhänger. "Wir sind zurzeit 174 feste Mitarbeiter, davon 16 Auszubildende. Hinzu kommen momentan 25 Leiharbeiter", so Michael Jursch.

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Beeindruckende Zahlen, die auch Corona nicht wesentlich aufgehalten hat. Im laufenden Monat lautet die Prognose, dass 6.038 Hänger produziert werden. "Wir konnten und können alle Mitarbeiter beschäftigen", so Michael Jursch. Das Geschäft ist nicht "eingebrochen". Im Gegenteil. Die Nachfrage der Bau- und Fachmarktbranche blieb erhalten, das Online-Geschäft hat die Stema unter anderem mit einer Neuheit überrascht.

Um Fachhandel und Kunden noch besser bei der Auswahl des richtigen Anhängers zu unterstützen, präsentiert die Stema seit Anfang Oktober auf ihrer Website die ersten Anhänger in 3D. Eine detailgetreue, virtuelle, interaktive 3D-Ansicht visualisiert die Anhänger dabei nicht nur optimal von allen Seiten, sondern sie stellt auch Funktionen in Bewegung sowie Zusatzausstattung dar. Mit der dabei entstehenden Konfiguration können Kunden ihren Stema-Anhänger komfortabel über den Fachhandel bestellen.

Der Handel kann die Simulation auch direkt im Beratungsgespräch einsetzen. „Damit können Stema-Kunden die vielseitigen Ausstattungsvarianten unserer Anhänger vorab digital simulieren. Nur bei uns kann man dabei aus 192 verschiedenen Farb-Bepulverungsvarianten wählen – und sich die Auswahl vorab per Mausklick darstellen lassen“, so der Geschäftsführer. Eine Investition, die sich gerade in Corona-Zeiten ausgezahlt hat.

Eng wird es, wenn Lkw auf der Riesaer Straße zur Stema oder wieder heraus müssen. Eine Entlastung scheint in greifbarer Nähe.
Eng wird es, wenn Lkw auf der Riesaer Straße zur Stema oder wieder heraus müssen. Eine Entlastung scheint in greifbarer Nähe. © Kristin Richter

Das Ende der Fahnenstange soll damit längst nicht erreicht sein. Mit dem Erwerb des früheren Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) der Handwerkskammer in Großenhain kann und will die Stema in naher Zukunft die nächsten Schritte gehen. Ende Juni, so der Plan, geht es auf dem rund 17.000 Quadratmeter großen Grundstückes mit der Umgestaltung los. Dann werden die bisherigen beiden Wohnheime sowie eine Baracke abgerissen, um Platz für eine Überfahrt zwischen altem und neuem Firmengelände zu schaffen.

Die Schweißerei und das Versandlager des Anhängerherstellers werden in Bestandsgebäude - unter anderem das "Glashaus" - auf der neu erworbenen Liegenschaft verlagert, wo auch eine neue Verladerampe mit vier Andockstationen für Lkw (bisher zwei) gebaut wird. Was viele freuen wird: Die innerlogistische Umorganisation wird in absehbarer Zeit auch eine Entschärfung des Verkehrsgeschehens auf der Riesaer Straße mit sich bringen. Dort müssen sich momentan die Brummis zum Teil wagemutig in die Firmenzufahrt oder aus ihr heraus schlängeln.

Eine Entlastung durch eine zusätzliche Einfahrt auf der Kleinraschützer Straße ist ins Auge gefasst. Auf genaue Zeitpunkte für die Umgestaltung will sich Michael Jursch nicht festlegen. "Wir machen das lieber richtig, auch wenn es vielleicht länger dauert", fügt er hinzu.

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Das Wichtigste aber sei, über Probleme hinwegzukommen, die sich durch fehlende Materialverfügbarkeiten in der Corona-Zeit ergaben, so dass auch wichtige Lieferketten unterbrochen waren. "Das ärgert uns. Aber da muss man einen Mittelweg finden", so Michael Jursch.

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