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Streicheleinheiten für Göhraer Adebare

Am Gedeihen der drei Jungstörche nimmt das ganze Dorf Anteil – nach dem Beringen dürfen die Kinder die Tiere auch mal anfassen.

Die Göhraer Mädchen Aaliyah, Jella, Ronja und Lucilla (v.l.) streichen den Storchenkindern sanft übers Gefieder.
Die Göhraer Mädchen Aaliyah, Jella, Ronja und Lucilla (v.l.) streichen den Storchenkindern sanft übers Gefieder. © Foto: Manfred Müller

Göhra. Wenn auf dem Storchenhorst in Göhra die ersten Küken schlüpfen, beginnt im Dorf ein kleiner Wettbewerb. Die Anwohner, die ihre Häuser in der Nähe des Nests haben, recken sich aus den Fenstern im Dachgeschoss und zählen den Storchennachwuchs. Meistens vergehen ein oder zwei Tage, bis sich das nächste Geschwisterkind aus dem Ei pellt. Und auch dann sind die Jungen noch nicht gleich zu sehen, weil sie sich meist in die Nistmulde ducken. „Ich kann die Störche von meinem Schlafzimmerfenster aus beobachten“, sagt Brigitte Hanitzsch. Die Göhraerin nimmt schon seit vielen Jahren Anteil an der Jungenaufzucht der Adebare auf dem Gelände der Agrargenossenschaft. Vor drei Jahren sei ein Jungstorch verletzt in einem Garten gefunden worden. Naturschützer brachten das Tier in den Riesaer Tierpark, wo es wieder aufgepäppelt und dann zurück ins Nest gebracht wurde. Darüber habe sich das ganze Dorf gefreut.

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In diesem Jahr sind in Göhra drei Storchenkinder geschlüpft. Am Mittwochnachmittag wurden sie von Naturschützer Peter Reuße untersucht und beringt. Viele Dorfbewohner, besonders natürlich Eltern und Großeltern mit Kindern, schauten dabei zu und stellten interessiert Fragen. Ob man schon Männchen und Weibchen unterscheiden könne? Nein, sagt Peter Reuße, das lasse sich erst später anhand des Verhaltens feststellen. Wann die Jungen zu fliegen beginnen? Das größte in zwei Wochen, das kleinste wahrscheinlich 14 Tage später. Nach dem Vermessen, Wiegen und Beringen kommt der große Augenblick. Die Kinder dürfen sich hinter die Storchenbrut hocken und die Jungvögel berühren und streicheln. Dann werden die Tiere mit einer Hebebühne zügig wieder nach oben gebracht.

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