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Der neue Tatra ist in Sachsen einmalig

Großenhain verfügt über ein Großlöschtankfahrzeug 9000. Warum es nicht nur für die Röderstadt von immenser Bedeutung ist.

Mit 9,50 Meter Länge passt das GTLF 9000 gerade so ins Großenhainer Gerätehaus.
Mit 9,50 Meter Länge passt das GTLF 9000 gerade so ins Großenhainer Gerätehaus. © Kristin Richter

Großenhain. Im keineswegs kleinen Feuerwehrdomizil auf der Schiller-/Ecke Erich-Weinert-Straße in Großenhain wirkt es dennoch beinahe monumental: Mit fast zehn Meter Länge füllt das neue Großlöschtankfahrzeug 9000 den Stellplatz in der Halle längenmäßig so gut wie aus. Für 310.000 Euro, sämtlich Eigenmittel, hat es sich die Stadt Großenhain geleistet. Seit ein paar Tagen ist der "Koloss" in der Röderstadt und hat auch schon seinen ersten Einsatz erlebt. Am Freitagmittag wurde das Fahrzeug, das sich zu dienstlichen Zwecken im Stadtgebiet befand, über Funk von der Rettungsleitstelle Dresden alarmiert. Ein Anwohner hatte einen "unklaren Gasgeruch" auf der Martin-Scheumann-Straße gemeldet. Vor Ort konnte das nicht bestätigt werden, der Einsatz wurde ohne weitere Maßnahmen durch die Feuerwehr beendet.

Mit der Anschaffung des Großtankers an sich aber haben Großenhains Stadtväter und die Kameraden in vielerlei Hinsicht Neuland betreten. Bei der Auswahl des Fahrzeugtyps wurde diesmal auf ein Tatra-Fahrgestell gesetzt. Innerhalb von sieben Monaten wurde es auf die Anforderungen eines Großlöschtankfahrzeuges in der Nähe von Prag umgebaut. Zuletzt waren in Großenhain noch ein paar Ergänzungen, zum Beispiel der Einbau der Funkanlage, vonstatten gegangen. Stadtwehrleiter Dirk Zenker ist gespannt auf den Tatra. In jedem Fall sei das Fahrzeug "sehr geländegängig und sehr einfach zu bedienen", sagte er bei der Übergabe.

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Für Kreisbrandmeister Ingo Nestler wiederum ist das GTLF 9000 wichtig bei der "Abarbeitung" des Brandschutzbedarfsplanes der Stadt Großenhain. Aber er sieht aus Sicht seiner Funktionen einen weiteren Aspekt. "Das größte Löschfahrzeug im Landkreis Meißen wird nicht nur in Großenhain zum Einsatz kommen, sondern auch überörtlich die Feuerwehren unterstützen", verlautbart der Kreisbrandmeister im Internet.

In der Tat ist der Tatra in der Röderstadt in näherer Umgebung das einzige Feuerwehrfahrzeug dieser Größenordnung. Und angesichts der Erfahrungen, insbesondere der letzten drei heißen Sommer, ganz bitter nötig - nicht nur bei Einsätzen in Großenhain selbst. Doch gerade bei Wald- und Wiesenbränden in den heißen Monaten ist immer klarer geworden, dass vor Ort zum Teil erhebliche Probleme mit der Löschwasserbereitstellung bestehen. "Und Waldbrände gibt es nicht nur in Großenhain", spielte Oberbürgermeister Sven Mißbach darauf an, dass das GTLF wohl auch anderswo sehr gefragt sein dürfte. Denn in Sachsen ist der 9.000 Liter fassende Tatra momentan das einzige Fahrzeug dieser Art. Im Brandenburgischen wiederum wurden bereits gute Erfahrungen gesammelt.

Für Großenhain ist das GTLF 9000 nicht das Ende der Fahnenstange. Fahrzeugtechnisch werden insbesondere Ortswehren der nördlichen Stadtteile aufgerüstet. Hier wird bei Flächenbränden der Zukunft das Löschwasserthema eh eine ganz besondere Bedeutung gewinnen. Die Stadt denkt da zum Beispiel über Zisternen nach. In Großenhain selbst wird die Anschaffung einer neuen Drehleiter sowie die Erweiterung des Standortes auf der Erich-Weinert-Straße, die Verwaltung, die Stadträte und die Kameraden selbst beschäftigen. Auch wenn es dafür noch keinen zeitlichen Rahmen gibt.

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