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So steht's um den Tourismus in Großenhain

Die Besucherzahlen sind 2020 eingebrochen. Die Stadt und der Tourismusverband wollen aber neue "Lust" für einen Trip ins Elbland schaffen.

Der Heidebergturm an der Landesgrenze zu Brandenburg. Mittlerweile ein beliebtes Wanderziel.
Der Heidebergturm an der Landesgrenze zu Brandenburg. Mittlerweile ein beliebtes Wanderziel. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. Diese Statistik überrascht nicht: Im vergangenen Jahr mussten Hotels und Pensionen in Großenhain einen empfindlichen Aderlass hinnehmen. Gab es 2019 noch mehr als 33.000 Übernachtungen inklusive Camping im Stadtgebiet, schrumpfte diese Zahl im ersten Corona-Jahr 2020 auf etwas über 22.000. Darin berücksichtigt sind dabei die Angaben von Einrichtungen - Pensionen und Hotels - mit mehr als zehn Betten.

Also auch dem Satus gemäß die Reha-Klinik in der Röderstadt unter gewissen Prämissen der Mobilität der Patienten. Das, so Großenhains Stadtsprecherin Diana Schulze, habe "einen erheblichen Einfluss auf die Zahlen". Verlässliche Zahlen über das tatsächliche Besucherinteresse seien kaum möglich - weil die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe von Einschränkungen und Schließungen betroffen waren und auch noch sind.

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Allein an den Statistiken der Unterkünfte will die Stadt das aber nicht festmachen. Besonders in Zabeltitz spüre man anhand der Mitnahme von touristischen Prospekten einen regen Besucherbetrieb. Der Barockgarten Zabeltitz verfügt zudem über einen Google-Business-Eintrag, der von Besuchern häufig genutzt wird und auf dem aktuelle Rezensionen und Bewertungen verfasst werden, so Diana Schulze.

Und die Corona-Zeit sei genutzt worden, fügt sie hinzu. Die touristische Beschilderung im Gemeindegebiet Großenhain werde gegenwärtig auf Schäden und Aktualität kontrolliert. Es erfolge derzeit eine Ersatzbeschaffung für die bisherige Sanistation am Caravan-Stellplatz in Großenhain - Kosten rund 12.000 Euro. Sie funktioniere bargeldlos, Bezahlung mittels EC- oder Kreditkarte.

Außerdem werde die Errichtung eines Parkautomaten am Caravan-Stellplatz vorbereitet - Kosten circa 1.500 Euro. "Damit ist die Bezahlung der Standgebühr dann ganzjährig möglich und unabhängig von den Öffnungszeiten des Naturerlebnisbades", so Diana Schulze. Ankurbeln will die Verwaltung den Radtourismus. Es werde geprüft, ob Fahrradausleihen durch externe Anbieter im Stadtgebiet oder Zabeltitz angeboten werden können.

Komplett auf dem Trocknen sitzen indes die Stadt- und Gästeführer in Großenhain. Klaus Hammerlik, ehrenamtlicher Führer auf dem Bergfried am Kulturschloss, hat in den sozialen Medien mehrfach signalisiert, aufzugeben. "Im Oktober 2020 war die letzte Führung durch Großenhain. Es ist eine große Not, nicht mit Menschen durch Großenhain und Zabeltitz gehen zu dürfen und ihnen unsere Stadt zu zeigen und zu erklären", verlautete er jüngst.

Die angestammten Stadtführungen indes scheinen davon nicht beeinflusst. Alle Stadt- und Parkführer seien noch "an Bord“, so Diana Schulze. Die Führungen erfolgen auf Honorarbasis. "Unsere engagierten Gästeführerinnen und Gästeführer stehen in den Startlöchern und freuen sich darauf, wieder Gäste begrüßen zu dürfen", erklärt die Sprecherin. Die Absicherung der Bergfried-Öffnung an Sonn- und Feiertagen erfolge durch Ehrenamtler. Leider sei eine Öffnung dieses Jahr bislang noch nicht möglich gewesen.

Wie viele Gäste Freizeiteinrichtungen oder Museen in Großenhain verzeichnet haben, dazu gibt es beim Tourismusverband Elbland keine genauen Angaben. Er hat seit 2018 das touristische überregionale Außenmarketing an die Dresden Marketing GmbH übertragen. Sie führt für die gemeinsame Reiseregion Dresden-Elbland das Marketing aus. Derzeit, so Geschäftsführerin Sindy Vogel, würden schon diverse Maßnahmen umgesetzt, um wieder Gäste nach Dresden-Elbland zu locken. "Es geht dabei um das ,Lustmachen', so dass diese Maßnahmen nicht Großenhain-bezogen sind, sondern das gesamte Dresden-Elbland abbilden", erklärt sie.

Das werde ein Mix aus verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen. Dazu zählen Fahrradscreenwerbung, Buswerbung, Big- Banner-Autobahn-Werbung, Onlinewerbung, aber auch Anzeigen und Advertorials in reichweitenstarken deutschsprachigen Magazinen. Nur für das Elbland gebe es eine eigene Restart-Kampagne, in der auch Großenhain mit präsentiert wird – "das sind zum Beispiel redaktionelle Beiträge in der Süddeutschen Zeitung, im Zeit-Magazin, LandIdee und im Tagesspiegel", so Cindy Vogel. Damit erreiche man immerhin 3,2 Millionen Leser. Radtouren in und um Großenhain würden beworben, auch eine Radioreisesendung gehöre zum Konzept. "Zusätzlich begleiten wir als Tourismusverband dies gerade mit einer Werbeaktion in Chemnitz und Leipzig – hier beteiligen sich neben Großenhain auch Radebeul, Weinböhla, Moritzburg, Meißen und Torgau", so Sindy Vogel.

Wird dies den Touristenstrom in die Röderstadt und ihre Ortsteile ankurbeln? Momentan dominiert nach wie vor Corona-Tristesse. Wer nach Zabeltitz kommt und nach einem Park-Spaziergang ein Eis essen will, steht vor verschlossenen Türen. Sogar am Heidebergturm gibt es regelmäßige Streifen durch die Polizei. Ein hartes Brot, will man die Region während und vor allem nach Corona wieder für die Touristen begeistern.

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