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Langes Warten in Großenhain

Das Wetter ist entscheidend: Seit Monaten wird auf verschiedenen Straßen in der Stadt gebaut. Arbeiten, die Autofahrer und Anwohner gleichermaßen nerven.

Ohne Warten geht es nicht: Viel Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer dieser Tage nicht nur auf der Weßnitzer Straße. Auch auf vielen anderen Straßen in Großenhain wird momentan gebuddelt.
Ohne Warten geht es nicht: Viel Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer dieser Tage nicht nur auf der Weßnitzer Straße. Auch auf vielen anderen Straßen in Großenhain wird momentan gebuddelt. © Kristin Richter

Großenhain. Sieben war die Zahl dieses Montags. Denn sieben Ampelphasen brauchte es, wollten Autofahrer zwischen acht und neun Uhr an diesem Morgen den Weg vom Kupferberg gen Dresdner Straße zurücklegen. Nicht die einzige Geduldsprobe für Verkehrsteilnehmer dieser Tage in der Großenhainer Innenstadt. "Ich frage mich nur, wer auf so eine Idee kommt, an jeder Ecke gleichzeitig zu bauen", empörte sich wortreich ein Röderstädter am Telefon. Er sei täglich zu Kurierfahrten in Großenhain und der näheren Umgebung unterwegs und könne bereits seit Wochen gut zwei Stunden dranhängen. Die Sächsische Zeitung machte sich auf die Suche und fand in der städtischen Verkehrsbehörde aussagefähige Ansprechpartner. Fazit schon jetzt: Es wird noch eine Weile dauern.

Auf wie vielen Straßen wird gegenwärtig in Großenhain gebaut und wie viele Umleitungen sind dafür nötig?

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Gegenwärtig wird auf sechs Straßen gebaut, wodurch es leider auch zu größeren Verkehrsraumeinschränkungen kommt. Halbseitige Straßensperrungen oder sogar Vollsperrungen bleiben nicht aus. Für drei Maßnahmen ist sogar eine Umleitung notwendig.

Um welche Straßen handelt es sich?

Gebaut wird gegenwärtig auf der Chladeniusstraße. Da dort der neue Kindergarten entsteht, können zwar Anlieger die betreffenden Häuser erreichen. Ansonsten ist die Straße voll gesperrt. Noch bis zum 22. Oktober muss die Dr.-Külz-Straße zuweilen halbseitig gesperrt werden, da dort zwei neue Buswartehalle samt Hochbord und Fußgängerüberweg errichtet werden. Bis zum 30. September ist das Frohngäßchen aufgrund der Sanierung eines Gebäudes voll gesperrt. Ebenfalls absehbar ist ein Ende der Arbeiten auf der Schlosswiesenstraße, wo zwischen Rostiger Weg und Weßnitzer Straße die Trinkwasserleitung neu verlegt wird. Bis zum 24. September ist der Bereich nach jetzigem Stand der Dinge voll gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. In der Erde gebuddelt wird auch auf der Martin-Scheumann-Straße. Bis voraussichtlich 15. Oktober werden hier Schmutz- und Regenwasserleitungen verlegt, weshalb die Zufahrten zum Wohngebiet über die Radeburger Straße, die Bundesstraße 101, die Staatsstraße 81, die Dresdner Straße und die Weßnitzer Straße führen - oder eben umgekehrt. Wegen der Verlegung einer Trinkwasserleitung auf der Dresdner Straße gibt es auch da halbseitige Behinderungen. Wer aus Richtung Zschauitz kommt, muss voraussichtlich bis zum 22. Oktober über die Mülbitzer Straße, Bundesstraße 101 in die Innenstadt fahren.

Nicht nur Bewohner der Stadt selbst, auch Autofahrer, die sich durch Großenhain hindurchquälen, haben das Gefühl, sie fahren von einem Hindernis zum anderen. Wer legt fest, wann welche Bauarbeiten stattfinden und wer koordiniert den Umleitungsverkehr?

In Abstimmung mit den einzelnen Projektverantwortlichen und den ausführenden Unternehmen wird festgelegt, wann welche Baumaßnahme stattfinden kann beziehungsweise letztlich praktisch wird. Diese werden dann bestmöglich miteinander koordiniert. Dabei wird immer versucht, den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu beeinflussen und so sicher wie möglich zu gestalten. Die jeweils notwendigen Umleitungsstrecken werden in Abstimmung mit der Unteren Verkehrsbehörde, dem Tiefbauamt, einer Verkehrssicherungsfirma sowie der Baufirma koordiniert. Zu diesem Zweck reichen die Baufirmen sogenannte Verkehrszeichenpläne bei der Unteren Verkehrsbehörde ein und wo es nötig ist, werden auch noch Änderungen vorgenommen.

Dennoch scheint es an der praktischen Umsetzung zu mangeln: Die B 101 präsentiert sich völlig überlastet, die Ampelfolgen am Roten Haus oder Beethovenallee/Dresdner Kreuzung produzieren aus Sicht vieler fluchender Verkehrsteilnehmer unnötigen Stau. Sollten da nicht im Bedarfsfall unkompliziert Veränderungen vorgenommen werden?

Die Schaltung der Lichtsignalanlagen wird bei größeren Baumaßnahmen oder Umleitungsstrecken stets mit einbezogen. Kommt es zu Problemen, etwa bei Rückstau, werden auch kurzfristig Änderungen der Ampelfolgen vorgenommen. Diese erfolgen jedoch immer mit einer vorherigen Abstimmung mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie der Straßenmeisterei. Die Behörden überprüfen die Sinnhaftigkeit der Umlaufzeiten und geben im Bedarfsfall entsprechende Änderungswünsche an die Lichtsignalfirma weiter.

Auch für die Anwohner der vielbefahrenen Trassen wäre es sicher nicht ganz uninteressant zu erfahren, wie lange sie noch durchhalten müssen. Wie lange wird noch auf den Straßen gebaut?

So lange, wie es das Wetter zulässt, wird auch gebaut. Grundsätzlich sollen die Bauzeiten mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen aber immer so kurz als möglich gestaltet werden.

Gibt es eigentlich Phasen im Jahr, in welchen alle Straßen ungehindert befahren werden können?

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Diese „Phasen“ richten sich nach der Bauplanung und dem Baubeginn. Wenn für eine Baumaßnahme auf einer Straße eine verkehrsrechtliche Anordnung beantragt wird, muss dieser Antrag geprüft und genehmigt werden - es sei denn, es stehen andere Baumaßnahmen dem Vorhaben entgegen oder müssen miteinander koordiniert werden.

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