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Und Tschüss, eisige Schneemassen!

Nach drei Tagen haben die Großenhainer nun genug von der weißen Pracht: Sie wurde am Mittwoch aus der Innenstadt gefahren. Zumindest ein Teil.

Seltener Großeinsatz: Die Mitarbeiter des Bauhofes Großenhain und der Weber Bau GmbH beräumten am Mittwochvormittag bei eisigen Temperaturen den Hauptmarkt vom Schnee.
Seltener Großeinsatz: Die Mitarbeiter des Bauhofes Großenhain und der Weber Bau GmbH beräumten am Mittwochvormittag bei eisigen Temperaturen den Hauptmarkt vom Schnee. © Foto: Norbert Millauer

Großenhain. Sie sind kampferprobt. Gleich nun, ob Sturm, Wasser oder Flockenwirbel. Die Röderstädter haben zweifelsohne reichlich Erfahrung mit den Kapriolen der Natur und wissen sich deshalb auch in diesen winterlichen Februartagen zu helfen. Nach dem Motto: „Was zu viel ist“, ist zu viel“, wollen sie an diesem eisig kalten Mittwochmorgen zumindest all jenen Schneemassen zu Leibe rücken, die penetrant die Innenstadt blockieren. „Die starken Niederschläge machen es dieses Mal wirklich notwendig, sie zu entfernen. Immerhin ist der Ablagerungsraum hier doch begrenzt und deshalb müssen Zufahrten, Lieferzonen und Parkflächen nun geräumt werden“, erklärt Diana Schulze.

Wie die Rathaussprecherin betont, sei dieses Unterfangen allerdings nicht an einem einzigen Tag erledigt. Trotz tatkräftiger Unterstützung durch die Mitarbeiter des Stadtbauhofes und der Großenhainer Firma Weber Bau GmbH, welche tatsächlich mit Fachmännern sowie schwerer Technik anrücken, würde es bis Freitag dauern, bis der Schnee abtransportiert worden wäre. Demnach erfolge die Beräumung nach festgelegten Schwerpunkten. Was auf dem Hauptmarkt und Frauenmarkt begonnen hat, werde bis zum Wochenende auf der Dresdner Straße, dem Neumarkt, der Mozartallee und der Naundorfer Straße fortgesetzt. „Sollte sich herausstellen, dass weitere Bereiche geräumt werden müssen, wird das selbstverständlich auch getan“, versichert Diana Schulze.

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Technik ist eben doch nicht alles: Manchmal musste der hartnäckigen weißen Pracht mit der Schaufel nachgeholfen werden.
Technik ist eben doch nicht alles: Manchmal musste der hartnäckigen weißen Pracht mit der Schaufel nachgeholfen werden. © Foto: Norbert Millauer

Von weiter kann an diesem Mittwoch indes noch keine Rede sein. Ganz im Gegenteil! Die fleißigen Mitstreiter sind gegen 9.30 Uhr erst einmal sichtlich erleichtert, als mit einer halben Stunde Verzögerung die Schneefräse doch noch ihren Dienst aufnehmen kann. Das mit Diesel betriebene Fahrzeug hatte aufgrund der nächtlichen Temperaturen um die minus 17 Grad vorübergehend seinen motorisierten Geist aufgegeben. Verständliche Ausfallerscheinungen, von denen nun aber nichts mehr zu spüren ist. Während die beiden Fahrer von Weber-Bau, Jens Greif und Frank Wiesner, schon mit ihren 18-Tonnern bereitstehen, bringt sich die Schneefräse von Falk Welzer noch direkt vorm Rathaus in Stellung.

Und dann geht alles ganz fix. So schnell, wie der Schnee sich seit Sonntag in der Stadt breitgemacht hat, so schnell wird er gewissermaßen auch auf die Anhänger befördert. Die Fräse prustet und pustet, was das Zeug hält. Innerhalb weniger Minuten sind gut acht Kubikmeter Winter auf den Lkw gewandert. „Das ist eine effektive und zugleich für das Pflaster sehr schonende Methode“, lobt Ulrich Weber. Der Geschäftsführer hat es sich nicht nehmen lassen, die Operation „Schnee“ selbst mit eigenen Augen zu verfolgen – und ist begeistert. Schließlich würden diesen Aufwand zur Beräumung nur wenige Städte betreiben. Aber die Großenhainer seien da eben pfiffig.

Schnee marsch: Die Fräse des städtischen Bauhofes beförderte die Schneemassen gen Laster. Gut acht Kubikmeter passen auf die Ladefläche der Transporter der Weber Bau GmbH.
Schnee marsch: Die Fräse des städtischen Bauhofes beförderte die Schneemassen gen Laster. Gut acht Kubikmeter passen auf die Ladefläche der Transporter der Weber Bau GmbH. © Norbert Millauer

Pfiffig, einfallsreich und nicht zu vergessen – erfahren. Am 28. Dezember 2010 eroberten die Großenhainer letztmalig mit Baggern, Radladern sowie Lastern ihre Stadt von Frau Holle zurück. In einem Winter, der für 40 Zentimeter Schnee in der Fläche und Verwehungen, die ohne weiteres 1,2 Meter erreichen konnten, sorgte, habe man auch damals nicht erst auf Tauwetter gewartet. Fahrzeuge mussten stellenweise mit der Schaufel ausgegraben werden, und wer es überhaupt auf die mit gut 20 Zentimeter hohem Schneemehl überzogene Straße schaffte, hatte nur eine Spur zur Verfügung. Gleich drei Firmen – Bothur, Karl Riemer Straßenbau und auch Weber Bau – waren seinerzeit damit beschäftigt, den Schnee wegzufahren.

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Eine denkwürdige Aktion, an die sich auch Frank Sicker noch gut erinnern kann. Schon damals hat der Bauhofmitarbeiter getan, was er nun elf Jahre später wieder macht: die weißen Berge zusammen zu schieben und beim Räumen zu helfen. Innerhalb kürzester Zeit kann der erste Transporter sich bereits auf den Weg machen. Auf zur letzten Ruhestätte des Schnees, der am ausgewählten Platz ungestört – und vor allem selbst nicht behindernd – noch bis zur nächsten Woche den kalten Wintertagen frönen kann. Auf den Parkplätzen am ehemaligen City-Center werden die Flocken abgekippt. Ob sie als Schneemänner enden?

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Letzte Ruhestätte: Die gewaltigen Schneemengen wurden am ehemaligen City-Center abgekippt. Noch bis zum Freitag soll am Abtransport gearbeitet werden.
Letzte Ruhestätte: Die gewaltigen Schneemengen wurden am ehemaligen City-Center abgekippt. Noch bis zum Freitag soll am Abtransport gearbeitet werden. © Norbert Millauer

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