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Vereinschefin ist Joker im Ehrenamt

Ute Enger wurde am Freitag für ihr Engagement geehrt. Warum genau sie eine Einladung vom Innenminister bekam, wusste sie vorher aber nicht.

Ute Enger ist seit 2016 Vereinschefin im Ehrenamt. Dafür gab es am Freitag einen "Joker" vom Staatsministerium.
Ute Enger ist seit 2016 Vereinschefin im Ehrenamt. Dafür gab es am Freitag einen "Joker" vom Staatsministerium. © Kristin Richter

Großenhain. Am Anfang war da eine "mysteriöse" Einladung von Sachsens Innenminister Roland Wöller. "Ich wusste erst gar nicht, was das ist", sagt Ute Enger. Die Vorsitzende des Großenhainer Rollsportvereins las das Kleingedruckte erst Augenblicke später. In einem Dresdner Nobelhotel sollen die "Joker im Ehrenamt" ausgezeichnet werden.

Dabei hatte Ute Enger für besagten Abend eigentlich etwas anderes vor. Sie wollte unbedingt bei "ihren" jungen Sportlern sein, die sich nach der beschwerlichen Corona-Zeit zu einem sportlich-spielerischen Wochenende im Sportpark Husarenviertel trafen.

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Im Frühjahr 2016 übernahm die heute 57-Jährige den Vorsitz des Großenhainer Rollsportvereins. Die mehrfache Welt- und Europameisterin stellte sich seinerzeit in den Dienst des Vereins, weil dessen Fortexistenz eben wegen der vakanten Chef-Besetzung auf der Kippe stand. Zum anderen aber betonte sie schon vor fünf Jahren, dass sie "dem Verein für vieles dankbar ist und ihm so jetzt etwas zurückgeben" könne.

Genau dieses Engagement ist für die Verleihung eines "Jokers im Ehrenamt" wesentlich. Jahr für Jahr stellt der Großenhainer Rollsportverein mindestens zweimal im Jahr attraktive Skaterveranstaltungen auf die Beine. Da ist der traditionelle Halbmarathon am 1. Mai, zum anderen die Internationalen Rollsporttage auf der schmucken Anlage im Sportpark Husarenviertel. Dorthin holte Ute Enger im Jahr 2018 sogar die Deutschen Meisterschaften der Inline-Speedskater. Ein Riesenerfolg, doch die Vorsitzende vergaß bei keiner Gelegenheit, dass ohne ein Team von Vereinsmitgliedern, Eltern, Sponsoren und anderer Unterstützer solch ein Event nicht machbar gewesen wäre.

Thomas Rechentin, Amtschef im Innenministerium, hob genau solche Tugenden bei der Joker-Verleihung hervor. "Ehrenamt ist gelebte Verantwortung und macht den Kern einer aktiven Bürger- und Zivilgesellschaft aus. Gerade im Sport wird das deutlich. Über 90.000 Menschen engagieren sich in Sachsen ehrenamtlich in diesem Bereich", sagte er in Vertretung des im Urlaub befindlichen Staatsministers. "Die Bedeutung und der Wert dieses ehrenamtliches Engagements zeigen sich gerade in der Zeit pandemiebedingter Einschränkungen", fügte er hinzu.

Ute Enger gesteht, dass sie sich über die Ehrung sehr gefreut habe. Eine Urkunde, eine Uhr mit dem Motiv der Dresdner Frauenkirche und eine Vase kommen nun zu ihrer "Trophäensammlung" hinzu. Doch gleich nach der Feierstunde ging es nach Großenhain zurück. Denn am Sonnabend 9 Uhr hatte sie einen Termin: Im Husarenpark, beim Wiedersehen mit den kleinen und auch größeren Sportlern ihres Vereins. Besonders habe sie sich dabei gefreut, dass Eltern und Trainer sich in die Organisation richtig reingekniet haben. "Freitag war eine Nachtwanderung. Und am liebsten hätten einige Teilnehmer auch noch eine Nacht drangehängt", sagt Ute Enger.

Die Verleihung des "Jokers im Ehrenamt" erfolgt seit 1996 einmal jährlich an engagierte Personen im sportlichen Bereich. Seitdem wurde die Auszeichnung »Joker im Ehrenamt« über 1.000 Mal verliehen.

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