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Die Stema wirbelt Staub auf

Der Anhängerbauer am Großenhainer Stadtrand reißt Gebäude des früheren BTZ ab. Jetzt geht es an logistische Feinheiten im Unternehmen.

Der legendäre Schornstein wird bleiben. Doch auf dem früheren BTZ-Gelände davor sind in den letzten Tagen mehrere Gebäude abgerissen worden.
Der legendäre Schornstein wird bleiben. Doch auf dem früheren BTZ-Gelände davor sind in den letzten Tagen mehrere Gebäude abgerissen worden. © Kristin Richter

Großenhain. "In Großraschütz brennt es!" Der Anruf in der SZ-Redaktion verheißt nichts Gutes, was bei diesen Sommertagen durchaus seine Berechtigung haben könnte. Die Wahrheit: Über dem Großenhainer Ortsteil und auch dem benachbarten Kleinraschütz konnten aufmerksame Anwohner in diesen Tagen mehrfach eine Staubwolke registrieren. Michael Jursch, Geschäftsführer der Stema, wirbt um Verständnis. Die Technik der beauftragten Abrissfirma sei wegen der Trockenheit zwar auch mit unterstützender Feuchtigkeit vorgegangen - doch nicht immer konnte die benannte Staubwolke verhindert werden.

Dass der renommierte Anhängerhersteller am Großenhainer Stadtrand an seinem nunmehr erweiterten Standort viel vorhat, ist eh seit einem Jahr bekannt. Und seit ein paar Wochen, so wie angekündigt, macht das Unternehmen ernst. Vier Gebäude des ehemaligen BTZ der Handwerkskammer Dresden sind in den letzten Tagen abgerissen worden. Es sind frühere Lehrlingswohnheime und Ausbildungswerkstätten. Im künftigen Konzept der Stema spielten sie keine Rolle mehr. Im vergangenen Jahr hatte der Anhängerbauer rund 17.000 Quadratmeter des BTZ, das man in Großraschütz vor allem als Landwirtschaftsschule kannte, erworben. Der Grund lag und liegt nahe: Die Stema will und muss expandieren - und vor allem auch logistische Feinheiten ändern.

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Michael Jursch zieht Fotos der extra installierten Webcam aus der Mappe: "So sah es vor drei Wochen aus - und so am 23. Juli", vergleicht er die Aufnahmen mit und nunmehr ohne die alten Bestände. "Nach dem Abriss werden derzeit die Materialien des Bauschutts getrennt und dann abtransportiert", beschreibt er das Szenario. Trotz der Trockenheit "habe ich mir das schlimmer vorgestellt", reagiert er auf die besagten Staubwolken. In den nächsten Wochen werden die entstandenen Freiflächen begradigt und versiegelt - und danach entsprechend der Unternehmenspläne neu bebaut. Im Klartext: Es soll eine Überfahrt zwischen altem und neuem Firmengelände entstehen. Die Schweißerei und das Versandlager des Anhängerherstellers werden in Bestandsgebäude auf der neu erworbenen Liegenschaft verlagert, wo auch eine neue Verladerampe mit sechs Andockstationen für Lkw (bisher zwei) gebaut wird.

Wenn Lkws die Ein- und Ausfahrt nutzen, ist die Riesaer Straße oft kurzzeitig blockiert. Diese Situation will die Stema "entzerren".
Wenn Lkws die Ein- und Ausfahrt nutzen, ist die Riesaer Straße oft kurzzeitig blockiert. Diese Situation will die Stema "entzerren". © Kristin Richter

"Logistisch wird das für uns einen großen Fortschritt bedeuten", sagt Michael Jursch. Denn bislang musste die komplette Abwicklung von Anlieferung und Anfahrt bis hin zur "Abreise" von Lkw-Ladungen auf sehr begrenztem Raum stattfinden. Inklusive der Tatsache, dass die Zu- und Ausfahrt von der Stema bis jetzt ausschließlich über das Nadelöhr auf der Riesaer Straße erfolgte. Das hat - gerade in den letzten Wochen - wiederholt für Unverständnis und zuweilen auch böse Reaktionen von Autofahrern gesorgt.

Michael Jursch und das Stema-Team wissen darum - und hoffen auf die Geduld der Betroffenen. "Es wird auf jeden Fall eine Entzerrung auf der Riesaer Straße geben", sagt der Geschäftsführer. Wie die Lösung aussehen wird, "darüber bin ich mir noch nicht schlüssig", ergänzt er. Zwei Möglichkeiten gibt es. Eine Ausfahrt von Lkw auf der Kleinraschützer Straße gleich am Röderneugraben oder am bisherigen offiziellen Eingang zum BTZ. Der wird aber vorerst weiterhin von der Handwerkskammer bedient, weil bis ins kommende Jahr hinein noch einige wenige Ausbildungslehrgänge dort stattfinden. So lange will auch Michael Jursch darüber nachdenken, wo seine Zubringer und Abholer ein- und ausfahren.

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Wirtschaftlich gesehen, kann man bei der Stema offenbar nicht klagen. Mehr als 170 feste Mitarbeiter, um die 15 Azubis haben alle Hände voll zu tun. Denn: "Die Auftragslage ist sehr gut", sagt Michael Jursch. Jeder verfügbare Quadratmeter ist tatsächlich mit fertigen Anhängern bestückt. "Die Nachfrage ist nach wie vor riesig", so der Geschäftsführer. Aber: Es sei nicht immer leicht, die nötigen Lieferfahrzeuge zu eruieren. Eine Folge von Corona, wo viele Unternehmen zu tun haben, frühere Lieferketten und -wege wieder neu aufzubauen.

So oder so: Die Stema bastelt gerade an der Fortsetzung ihrer Erfolgsgeschichte - und wirbelt dafür im wahrsten Sinne des Wortes eine Menge Staub auf.

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