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Walda-Täter kann nicht belangt werden

Er tötete einen Mann und zündete dessen Haus an. Verurteilt werden kann er dafür nicht. Und in die Psychiatrie muss er auch nicht.

Die Polizei suchte auch mit einem Spürhund nach der ;Leiche des Mannes.
Die Polizei suchte auch mit einem Spürhund nach der ;Leiche des Mannes. © Archivfoto: Klaus-Dieter Brühl

Walda/Dresden. Diese Entscheidung ist für die Angehörigen des Opfers schwer zu verkraften, kommt aber nicht überraschend und ist auch nachvollziehbar. Ein heute 38 Jahre alte Radebeuler, der vor zwölf Jahren in Walda bei Großenhain einen 49-jährigen Bekannten tötete und später auch dessen Haus anzündete, kann strafrechtlich nicht belangt werden, weil er zum Tatzeitpunkt wegen einer schweren psychischen Erkrankung schuldunfähig war. Er hatte gesagt, denn Mann getötet zu haben, weil ihm Gott das befohlen habe. Nach seiner Meinung habe das Opfer pädophile Neigungen gehabt.

Der Täter wird aber auch nicht in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Zwar litt er zur Tatzeit an paranoider Schizophrenie, hatte Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Nach mehrjährigem Aufenthalt und Behandlung in der Psychiatrie gilt er zumindest als so weit geheilt, dass er keine Gefahr für die Öffentlichkeit mehr darstellt. Das hatten Gutachter festgestellt. Deshalb wurde er auch aus der Psychiatrie nach sechs Jahren wieder entlassen.

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Nach seinem heutigen Zustand ist eine Einweisung in die Psychiatrie nicht geboten. Diese Entscheidung traf jetzt die Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Dresden unter Vorsitz von Richter Herbert Pröls. Er räumte ein, dass diese Entscheidung die Angehörigen des Opfers nicht zufriedenstellen werde. Es müsse aber bei der Beurteilung der heutige Zustand des Angeklagten zugrunde gelegt werden, nicht der damalige. Die Mutter des Getöteten war in dem Prozess als Nebenklägerin aufgetreten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft kann in Revision gehen. Dann müsste sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigen. Staatsanwalt Andreas Ball hatte in seinem Plädoyer für den Angeklagten eine lebenslange Einweisung in die geschlossene Psychiatrie gefordert. Dieser lebt seit einiger Zeit in einer Wohngruppe.

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