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Warum baut Aldi komplett neu?

Großenhainer Bürger werfen dem Unternehmen fehlende Nachhaltigkeit vor. Doch der Einkaufsriese kontert die Vorwürfe.

Der bisherige Aldi-Markt in Großenhain wird derzeit abgerissen. Das sorgt auch für kritische Stimmen.
Der bisherige Aldi-Markt in Großenhain wird derzeit abgerissen. Das sorgt auch für kritische Stimmen. © Kristin Richter

Großenhain. Aldi baut zurück. Der Einkaufsriese hat eine Entscheidung getroffen. Der Markt auf der Dresdner Straße wird in den nächsten Monaten zuerst komplett abgerissen, danach grundsätzlich neu gebaut - an gleicher Stelle, aber mit rund 400 Quadratmetern mehr Einkaufsfläche.

Die Großenhainer beobachten das Treiben an der Dresdner Straße seit ein paar Tagen sehr aufmerksam. Immerhin entwickelt sich hier eine vergleichsweise riesige Baustelle. Der Abriss hat etwas Monumentales. Mauerwerk und Bauschutt fallen in Größenordnung an, der hölzerne Dachstuhl wirkt ohne seine Hülle ebenso gewaltig.

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Neben Bewunderung mischt sich aber auch Kritik in die Gespräche der Passanten. Ein SZ-Leser (Name ist der Redaktion bekannt) rief ziemlich aufgeregt an und kritisierte den Abriss. Der Markt sei doch noch gar nicht so alt und schon gar nicht baufällig, so dass ein Rückbau aus seiner Sicht unnötig ist. Zudem frage er sich, wo denn unter ökologischen Aspekten eine Nachhaltigkeit zu erkennen sein soll.

Aldi-Sprecher Axel vom Schemm verweist auf die Pläne für den Neubau. "Das Thema Nachhaltigkeit hat für die Unternehmensgruppe Aldi Nord hohe Priorität", sagt er. Mit Blick auf das Großenhainer Vorhaben sei ein Abriss sowie anschließender Neubau aufgrund des sehr guten ökologischen Standards der modernen Märkte "tatsächlich die bessere Alternative".

Hauptgrund für das Herangehen seien die grundsätzlichen Standards künftiger Aldi-Standorte. "Unsere neu gebauten Filialen statten wir immer auch mit einem Energiekonzept aus", so Axel vom Schemm. Dank modernster Technik wie einer Photovoltaikanlage auf dem Marktdach und einer Wärmerückgewinnungsanlage komme das neue Gebäude ohne fossile Brennstoffe aus. Die Installation der Solaranlage auf dem bisherigen Dach wäre aus statischen Gründen nicht möglich gewesen. "Im Zuge der sogenannten Betonkernaktivierung wird der Marktraum gekühlt und beheizt, wozu wir die Bodenplatte nutzen. Auch das wäre im Bestand nicht möglich gewesen", erklärt der Sprecher.

Im Neubau wird sich die Einkaufsfläche von bislang 800 auf reichlich 1.200 Quadratmeter erweitern. Im Zuge der Modernisierung des gesamten Aldi-Nord-Filialnetzes soll der Markt nach dem neuen Filialkonzept „ANIKo“ gestaltet werden. Das steht für „Aldi Nord Instore Konzept“. Axel vom Schemm: „Der Fokus unserer neuen Märkte liegt vor allem auf einer hellen und freundlichen Einkaufsatmosphäre mit mehr Platz und breiteren Gängen sowie einem vergrößerten Angebot an frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren für unsere Kundinnen und Kunden.“ Rund 1.600 Produkte aus 18 Warengruppen würden im Durchschnitt in einem Aldi-Markt geführt. Hinzu kommen bis zu dreimal wöchentlich wechselnde Aktionsartikel; darunter Produkte aus den Bereichen Textilien und Schuhe, Elektronik, Haushalt, Heimwerkerbedarf oder Garten.

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