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Weniger Einwohner in der Röderstadt

Großenhain zählte zwar 2020 mehr Zu- als Wegzüge. Doch die Geburtenzahlen konnten die Sterbefälle nicht ausgleichen.

Wildenhain hat 2020 den größten Bevölkerungsverlust im Großenhainer Stadtverbund zu verzeichnen. Am Ortsbild liegt das sicherlich nicht - im Frühjahr hatten es Ortschaftsrat und Bürger mit einem neuen Hochbeet verschönert.
Wildenhain hat 2020 den größten Bevölkerungsverlust im Großenhainer Stadtverbund zu verzeichnen. Am Ortsbild liegt das sicherlich nicht - im Frühjahr hatten es Ortschaftsrat und Bürger mit einem neuen Hochbeet verschönert. © Archiv/A. Hübschmann

Großenhain. Als am 3. Oktober 1990 die Deutsche Einheit besiegelt wurde, lebten in Großenhain sagenhafte 24.567 Frauen und Männer. So hat es damals das Statistische Landesamt ermittelt. Zahlen, an die man sich wahrscheinlich gern und doch etwas schmerzlich erinnert. Denn trotz der Eingemeindung mehrerer heutiger Ortsteile hat der generelle Bevölkerungsrückgang um die Röderstadt in den 30 Jahren danach keinen Bogen gemacht. Jüngste Werte verdeutlichen das. Im Vergleich zum Jahresende 2019 wurden genau ein Jahr später 81 Einwohner weniger gezählt.

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„Großenhain verzeichnete im Jahr 2020 erneut mehr Zuzüge als Wegzüge. Wir konnten 843 Neubürger begrüßen. 773 Bürgerinnen und Bürger meldeten dagegen ihren Wohnort in Großenhain ab“, fasst Oberbürgermeister Sven Mißbach den Jahrestrend 2020 beim Blick in die Rathaus-Unterlagen zusammen. Laut der vom Einwohnermeldeamt der Stadt geführten Statistik lebten zum Stichtag 31. Dezember 2020 18.672 Frauen, Männer und Kinder in Großenhain. Trotz einem Plus bei den Zuzügen waren dies 81 Menschen weniger, als am Jahresende 2019. Grund dafür sei, dass die Zahl der Geburten (131), die Zahl der Sterbefälle (282) nicht ausgleicht.

Überraschend sind die Angaben allerdings nicht. Und sachsenweit entsprechen sie weitgehend dem Trend. Wobei es innerstädtisch durchaus Unterschiede gibt. "Für die einzelnen Ortsteile ergibt sich im Hinblick auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen ein ungleiches Bild", heißt es im Großenhainer Rückblick auf 2020. Einige Dörfer verbuchten 2020 sogar leichte Zuwächse. Beispielsweise Bauda, wo im Jahresvergleich vier Einwohner mehr registriert wurden (aktuell 418). Auch Strauch (+7/285), Skassa (+7/247), Walda-Kleinthiemig (+4/567) und Zschauitz (+3/280) konnten sich über einen leichten Zugang freuen. Für Skassa, Walda-Kleinthiemig und Zschauitz ist es schon das zweite Jahr in Folge.

Doch die Mehrzahl der Ortsteile verzeichnete 2020 einen leichten Rückgang der Einwohnerzahlen. Das gilt für Colmnitz (-1/18), Folbern (-5/298), Görzig (-3/377), Krauschütz (-2/75), Nasseböhla (-2/95), Skäßchen (-1/162), Skaup (-5/98), Treugeböhla (-3/201), Uebigau (-3/153), Weßnitz (-1/193) und auch Zabeltitz (-3/995). Den größten Rückgang verzeichnete der Ortsteil Wildenhain. Hier lebten Ende 2020 441 Menschen und damit 12 weniger als zum Jahresende 2019. Die Ortsteile Rostig (238) und Stroga (122) blieben in den Einwohnerzahlen konstant.

Die meisten Zuzügler nach Großenhain kamen im letzten Jahr aus dem Landkreis Meißen, aber auch aus anderen Bundesländern oder dem Ausland. "Hierbei handelt es sich vorwiegend um ausländische Arbeitskräfte (bspw. Saisonarbeiter), die nur eine begrenzte Zeit in Großenhain leben", so Stadtsprecherin Diana Schulze. Gleiches gelte für die Wegzüge.

Bei der Bewertung der Zahlen sei immer Augenmaß gefragt. "Natürlich versuchen wir, bei größeren Abweichungen zu erforschen, welche Ursachen zugrunde liegen könnten", so Diana Schulze. Die aktuellen Zahlen seien jedoch eher geringerer Natur, so dass konkrete Fehlentwicklungen derzeit nicht erkannt werden können. "In Wildenhain gab es 2020 mehr Wegzüge (15) als Zuzüge (6) und mehr Sterbefälle (7) als Geburten (4)", so Diana Schulze. Positive Auswirkungen auf den Ort und damit eventuell auch auf die Einwohnerzahlen werde nach Ansicht der Stadt die geplante Verlegung der B 98 haben.

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