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Na so was: Wer hat diese Bäume gepflanzt?

Mit einem ungewöhnlichen Anliegen wendet sich die Landkreisverwaltung an die Menschen im Großenhainer Land. Sie sucht jemanden mit großem Herz.

Hier hat sich jemand wirklich Mühe gegeben: Innerhalb der vergangenen Monate wurden heimlich, still und leise Baumsetzlinge entlang der Straße zwischen Walda und Zabeltitz in die Erde gebracht.
Hier hat sich jemand wirklich Mühe gegeben: Innerhalb der vergangenen Monate wurden heimlich, still und leise Baumsetzlinge entlang der Straße zwischen Walda und Zabeltitz in die Erde gebracht. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Sind sie am Tag gekommen oder am zeitigen Abend? In der Nacht, mittags vielleicht und vor allem - wie viele sind es gewesen? Wie viele fleißige Hände sind am Werk gewesen und haben getan, was jetzt nicht nur Großenhains Stadtväter, sondern auch die Landkreisbehörde in Meißen beschäftigt?

Mit einer Bitte wandte sich das Amt jetzt ganz offiziell gewissermaßen an die Öffentlichkeit. Auf der Suche nach jenen Heinzelmännchen, die in den vergangenen Monaten heimlich, still und leise an der Straße zwischen Walda und Zabeltitz insgesamt 16 kleine Bäumchen in die Erde gebracht haben.

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Und tatsächlich: Mit viel Mühe und Hinwendung gepflanzt, sind sie links und rechts entlang der sogenannten K 8582 unübersehbar. Gestärkt beidseitig mit Hölzern und geschützt von Geflecht erwecken die Bäumchen den Anschein, als seien sie am richtigen Bestimmungsort von einem Profi dort angesiedelt worden.

Allerdings: Der Schein trügt. Entdeckt von den Mitarbeitern der Straßenmeisterei, welche genau beobachteten, was sich entlang der Straßen und Wege im Landkreis Meißen so tut, fielen die Neuankömmlinge dann doch auf. Und damit nicht genug. Auch an der Straße zwischen Görzig nach Bauda wären solche Bäumchen gesichtet worden.

Bäumchen, die mit Liebe gepflanzt worden seien. Aber eben wohl allem Anschein nach ohne das Wissen und in Abstimmung mit denjenigen, die sich von Berufswegen damit auskennen sollten. "Wir freuen uns wirklich ganz sehr über solch eine Initiative! Aber leider wurde sie nicht mit unseren zuständigen Ämtern abgestimmt und deshalb sind wir dringend auf der Suche nach dem Spender", erklärt Anja Schmiedgen-Pietsch.

Wie die Sprecherin der Kreisbehörde betont, ginge es keinesfalls darum, den Betroffenen in irgendeiner Art und Weise für sein Handeln zu bestrafen. Es sei absolut anzuerkennen und deutlich zu sehen, wie viel ihm oder ihnen an der Anpflanzung gelegen habe. Jedoch könnten die Bäumchen, so aufwendig sie auch in den Boden gebracht wurden, nicht dort verbleiben. Um ihnen eine gesunde Zukunft zu ermöglichen, müssten nun mal Vorgaben zum Schutz vor Unfällen und die Absicherung der Seitenräume eingehalten werden. Abgesehen davon spielten auch die Eigentumsverhältnisse, die Herstellung des Lichtraumprofils, die Abstände der einzelnen Bäume zueinander, die Pflege und auch die Beachtung der Sorten, welche entlang der Straße angesiedelt werden sollten, eine erhebliche Rolle. "Wir wollen die Aktion in keiner Weise geringschätzen! Ganz im Gegenteil! Aber wir würden gern unter Beachtung all der erwähnten Gesichtspunkte gemeinsam besprechen, wie es nun weitergehen könnte", sagt Anja Schmiedgen-Pietsch.

Der Fakt ist: Leider müssten die Setzlinge entlang der Straße von Walda nach Zabeltitz entfernt werden, würde sich der Besitzer nicht im Landratsamt melden. Der Abstand zur Fahrbahn entspreche nicht den Bestimmungen zur Pflanzung von Bäumen an Kreisstraßen und auch nicht der Verkehrssicherungspflicht, welche der Straßenmeisterei Großenhain obliege, bedauert die Behörde. Eine, die sich nach eigenem Bekunden damit auskennt. Immerhin habe der Landkreis im Rahmen von Sonderpauschalen aus Mitteln des Kreishaushaltes in den vergangenen zwei Jahren selbst insgesamt 981 neue Bäume gepflanzt. Allein an der Kreisstraße zwischen Uebigau und Strauch wäre die vorhandene Pappelreihe mit mehr als 160 Bäumen ergänzt worden.

Ergänzungen, so Anja Schmiedgen-Pietsch, die aber eben besonderen Vorgaben unterliegen. Demnach sei eben jede Pflanzung an Kreisstraßen vor deren Beginn mit dem Kreisstraßenbauamt am Remonteplatz 8 in Großenhain abzustimmen. Denn auch Pflanzungen durch Privatpersonen, Schulen und Vereinen könnten bei allem lobenswerten Engagement nicht so wie im eigenen Garten erfolgen, sondern müssten den Anforderungen an Kreisstraßen entsprechen. "In konkreten Fällen kann das Landratsamt gern mit den fleißigen Helfern Vereinbarungen über Pflanzort und Pflege schließen", ermuntert Anja Schmiedgen-Pietzsch.

Im Moment würde man sich indes aber erstmal über das Gespräch mit dem oder den noch unbekannten Heinzelmännchen freuen. Sicherlich nicht nur, um zu erfahren, ob er beziehungsweise sie am Tag gekommen sind oder am zeitigen Abend. Nein, um gemeinsam zu bewahren, was allen Beteiligten am Herzen liegt: die kleinen Bäumchen entlang der Straße.

Möglich ist die Kontaktaufnahme beispielsweise per E-Mail an die Straßenmeisterei in Großenhain: [email protected].

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