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Wie fahrradfreundlich ist Großenhain?

Der ADFC ruft wieder Radfahrende zur Teilnahme am Fahrrad-Klimatest auf. Der Club sieht die Ergebnisse als Anregung für die Kommunen.

Ein Sturz mit dem Fahrrad gehört in vielen Situationen zum Risiko. Der Fahrrad-Klimatest soll helfen, Probleme der Radler zu erkennen.
Ein Sturz mit dem Fahrrad gehört in vielen Situationen zum Risiko. Der Fahrrad-Klimatest soll helfen, Probleme der Radler zu erkennen. © dpa

Wie sehen lebenswerte Städte und Gemeinden aus? Was bieten sie, damit sich Radfahrende mit unterschiedlichen Bedürfnissen und in allen Altersgruppen wohl und sicher fühlen? Bewerten können das nur die Radfahrenden selbst. Daher ruft der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) dazu auf, am Fahrradklima-Test teilzunehmen, der großen ADFC-Umfrage zum Radverkehr. Mitmachen kann jede Person, die Rad fährt, egal ob sie ADFC-Mitglied ist oder nicht.

Bewertet werden unterschiedliche Aspekte des Radfahrens, von der Wegequalität der Radwege bis zur Frage, ob Radfahren im alltäglichen Stadtverkehr eher Entspannung oder eher Stress ist. Insgesamt 32 Fragen umfasst der Fragebogen. Der Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet 2020 zum neunten Mal statt.

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„Damit der ADFC ein realistisches Bild zum Radverkehr in Großenhain erhält, benötigen wir möglichst viele Personen, die am Fahrradklima-Test teilnehmen. Vor zwei Jahren haben sich in Großenhain 76 Menschen am Fahrradklima-Test beteiligt " sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. 

Beim letzten Fahrradklima-Test im Jahr 2018 hatten 77 Prozent der Großenhainer kritisiert, dass zu wenig Einbahnstraßen für Radfahrende in die Gegenrichtung geöffnet sind. Großenhain befand sich damit landes- und bundesweit auf einem der letzten Plätze. 72 Prozent der befragten Großenhainer wurden regelmäßig von Autos auf der Straße bedrängt und behindert, und 70 Prozent waren mit der Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr unzufrieden. Nur 13 Prozent empfanden den Winterdienst in der Stadt als fahrradfreundlich. Auch sagten 49 Prozent der Befragten, dass sie sich auf dem Fahrrad in Großenhain gefährdet fühlen. 63 Prozent fühlten sich an Baustellen unzureichend geschützt, ebenfalls 63 Prozent der Befragten konnten nicht mit einem guten Gewissen ihre Kinder allein Rad fahren lassen.

Der Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zum Fahrradklima weltweit und wird seit 2012 in jedem zweiten Jahr durchgeführt. 2018 waren es  deutschlandweit rund 170.000 Personen. 

Und so funktioniert der Fahrradklima-Test: Der Online-Fragebogen kann mit dem PC, dem Tablet oder auf dem Smartphone auf www.fahrradklima-test.de ausgefüllt werden. Auch der QR-Code auf Flyern und Plakaten leitet direkt zur Umfrage. Die 32 Fragen lassen sich in zehn Minuten beantworten. Falls eine Frage auf die eigene Gemeinde nicht zutrifft – etwa, weil es keine Einbahnstraßen oder Ampeln gibt –, kann man die Frage auch unbeantwortet lassen. Am Ende der Umfrage bietet der Fahrradklima-Test die Möglichkeit für Anmerkungen und Hinweise auf lokale Probleme. Die Umfrage läuft seit 1. September bis zum 30. November 2020. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2021 präsentiert. Der ADFC-Fahrradklima-Test wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. (rt)

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