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Wieviel Homeoffice kann das Rathaus?

In der Großenhainer Verwaltung nutzen rund 15 Beschäftigte die Möglichkeit. Doch nicht jeder Vorgang ist fürs Homeoffice geeignet.

Arbeiten im heimischen Büro: Laut Corona-Verordnungen ist dies eine gute Möglichkeit zur Kontaktbeschränkung. Doch in Großenhains Rathaus müssen auch andere Dinge bedacht werden. Der Datenschutz zum Beispiel.
Arbeiten im heimischen Büro: Laut Corona-Verordnungen ist dies eine gute Möglichkeit zur Kontaktbeschränkung. Doch in Großenhains Rathaus müssen auch andere Dinge bedacht werden. Der Datenschutz zum Beispiel. © Fabian Strauch/dpa

Großenhain. Der Witz macht in den sozialen Medien die Runde: "Postzusteller sind jetzt im Homeoffice. Sie lesen zu Hause die Briefe. Und wenn etwas Wichtiges drinsteht, rufen sie den Empfänger an."

Was als Ironie gedacht ist, entpuppt sich jetzt als bitterernste Angelegenheit, die insbesondere für Einrichtungen mit einem hohen verwaltungstechnischen Aufgabenspektrum eine riesige Herausforderung ist. Homeoffice macht beispielsweise um Rathäuser keinen Bogen. Doch wie passt das zusammen, laufende Verwaltungsvorgänge vom heimischen PC zu erledigen, ohne zum Beispiel Belange interner Prozesse oder des Datenschutzes außer acht zu lassen?

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Im Großenhainer Rathaus, in dem gemäß der neuen geplanten Corona-Schutzverordnung bis mindestens 14. Februar ein eingeschränkter Besucherverkehr herrscht, besteht seit 1. Oktober des vergangenen Jahres "eine Dienstvereinbarung zwischen dem Oberbürgermeister und dem Personalrat zur alternierenden Telearbeit", bestätigt die Sprecherin der Stadtverwaltung Diana Schulze. Sie "soll die Vereinbarkeit von dienstlichen Anforderungen mit Familienbelangen bzw. individueller Lebensführung stärken und damit zu einer Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und Motivation der Beschäftigten führen." Momentan trage die Vereinbarung dazu bei, die täglichen Verwaltungsanforderungen mit den erforderlichen Hygienekonzepten und Abstandsregelungen der Stadt in Einklang zu bringen.

Wer von der Teleheimarbeit Gebrauch machen will, könne dies bei den jeweiligen Geschäftsbereichsleitern beantragen. "Voraussetzung für die Bewilligung ist ein geeignetes, abrechenbares Aufgabengebiet sowie die grundlegende persönliche Eignung", so Diana Schulze. So seien für die Teleheimarbeit in der Regel Aufgaben oder Tätigkeiten, bei denen ein ständiger Zugriff auf schriftliche Unterlagen der Dokumentationsbestände benötigt wird oder Tätigkeiten im direkten Bürgerservice dominieren, nicht geeignet. Dies betrifft unter anderem den Bereich des Einwohnermeldeamtes.

Die Teleheimarbeit nach dieser Dienstvereinbarung nutzen im Moment neun städtische Mitarbeiter regelmäßig nach fest vereinbarten Zeitplänen. Dafür seien individuelle Modalitäten festgelegt worden. "In den Vereinbarungen sind u. a. Regelungen zur Arbeitszeit, zum Arbeits- und Unfallschutz, zum Datenschutz und zur Datensicherheit enthalten. In der momentanen Phase der Corona-Pandemie nutzen nach Auskunft der Rathaussprecherin aktuell etwa sechs bis sieben weitere Mitarbeiter sporadisch, d. h. nach Bedarf, tageweise die Möglichkeit der Teleheimarbeit. Inwiefern diese Zahl noch steigen kann, richtet sich nach dem jeweiligen Arbeitsaufwand und -inhalt. Überall dort, wo Arbeitsaufgaben auch zu Hause erledigt werden könnten, werde den Beschäftigten diese Möglichkeit eingeräumt, so Diana Schulze.

Homeoffice ist freilich ebenso mit finanziellen und organisatorischen Aufwendungen verbunden. Die Stadtverwaltung hat den betreffenden Beschäftigten dafür technisches Equipment, wie zum Beispiel Laptops mit gesicherter Internet-Verbindung, Mobiltelefone oder passwortgeschützte USB-Sticks, zur Verfügung gestellt. Dafür wurden im Jahr 2020 zu den bereits im Bestand befindlichen Laptops acht zusätzliche Geräte gekauft. Dieses Jahr sollen weitere Geräte erworben werden. "Die Ausgaben werden sich in 2020/21 auf etwa 10.000 Euro belaufen", schätzt Diana Schulze.

Und doch wird Homeoffice nicht nur für die daheim arbeitenden Menschen, sondern wohl auch für die Arbeitgeber kein dauerhaftes Allheilmittel sein. Telearbeit sei aus Sicht der Stadtverwaltung zwar eine sinnvolle, ergänzende Form zur direkten Verwaltungsarbeit im Rathaus und den Einrichtungen der Stadt. "Sie wird diese jedoch nie hundertprozentig ersetzen können, da wir vor allem Dienstleister für unsere Bürgerinnen und Bürger sind", sagt Diana Schulze. Im Zuge der Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltungen würden diesbezüglich Entwicklungen verfolgt, die dabei helfen, Behördengänge zu reduzieren.

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