SZ + Großenhain
Merken

Wo 2022 in Großenhain gebaut wird

Die Kita Chladeniusstraße hat oberste Priorität. Doch auch im Naturerlebnisbad steht eine neue Herausforderung an.

Von Thomas Riemer
 3 Min.
Teilen
Folgen
Die Brücke über den Schlossgraben ist ein Sanierungsprojekt, das die Stadt wohl in den kommenden zwei Jahren angehen wird.
Die Brücke über den Schlossgraben ist ein Sanierungsprojekt, das die Stadt wohl in den kommenden zwei Jahren angehen wird. © Norbert Millauer

Großenhain. Ein Jahr voller Investitionen ist vorüber. Großenhain hat einen Sprung nach vorn gemacht, glaubt Baubürgermeister Tilo Hönicke. Und das betreffe bei Weitem nicht nur Neubauten mit sichtbarem Effekt. "Wir haben 2021 allein rund 1.300 Aufträge an Kleinreparaturen vergeben - vom Schlosswechsel bis hin zu Maurerarbeiten", erklärt er. Zwei Leute aus dem Bauamt wurden mit derartigen Maßnahmen der baulichen Unterhaltung beschäftigt, es sind "die fleißigen Leute im Hintergrund", sagt Tilo Hönicke.

Seit 31 Jahren ist er zuständig fürs Bauen in Großenhain. Es gab gute und auch weniger gute Zeiten. Viel Geld wurde in den Straßenbau gesteckt. Auch dank Fördermitteln. "Da gab es sehr viele großzügige Programme in Sachsen. Die gibt es heute nicht mehr, aber wir hatten ja genug Zeit", so Hönicke. Großenhain habe das genutzt, "der Zustand unserer Straßen ist ok".

Froh ist der Bauobmann der Röderstadt zudem, dass im Laufe der Zeit das gesamte Wasser- und Abwassersystem in Großenhain auch ohne die inzwischen fehlenden Fördergelder funktioniert. "Aber das muss natürlich immer wieder gewartet und saniert werden", so Hönicke. Arbeiten am Netz, beispielsweise mit dem sogenannten Inlinerverfahren, werde es immer wieder geben müssen.

Aber wo liegen nun die Schwerpunkte fürs Bauen in Großenhain fürs neue Jahr? Über den Neubau der Kita Chladeniusstraße will Tilo Hönicke eigentlich nicht reden. Vielen Widerständen im Stadtrat zum Trotz ist das Haus auf gutem Weg. Im November gab es ein improvisiertes Richtfest. 2023 soll das 4,5-Millionen-Euro-Objekt fertig sein.

Weitergeführt wird die Digitalisierung in den Schulen. Sie soll - aus den Erfahrungen beim Umbau der Förderschule am Remonteplatz - mit den geltenden Bestimmungen des Brandschutzes vonstattengehen. Schwerpunkte werden vor allem die 4. Grundschule sowie Teile des Gymnasiums sein.

Und noch eine Bildungseinrichtung wird in den Fokus rücken. Nicht nur im Rathaus sieht man schon lange Entscheidungsbedarf für die 1. Grundschule auf der Franz-Schubert-Allee. "Der jetzige Standort entspricht nicht mehr den Anforderungen", macht Tilo Hönicke klar. Das Thema wird im Laufe des Jahres nun den Stadtrat beschäftigen - Ausgang offen.

Die 1. Grundschule auf der Franz-Schubert-Allee entspricht nicht mehr den Anforderungen. Wie es dort weitergeht, wird Gegenstand von Beratungen im Stadtrat sein müssen.
Die 1. Grundschule auf der Franz-Schubert-Allee entspricht nicht mehr den Anforderungen. Wie es dort weitergeht, wird Gegenstand von Beratungen im Stadtrat sein müssen. © Norbert Millauer

Das Naturerlebnisbad hat trotz Corona in den letzten Jahren seine Feuertaufe nach dem Umbau bestanden. Aber: "Uns muss etwas gegen das große Algenwachstum einfallen", so Hönicke. Das hat, aufgrund der Witterung sowie der Verlegung des Regenerationsteiches, inklusive einer größeren Tiefe, zuletzt erheblich zugenommen und damit einen vergleichsweise hohen Reinigungsbedarf hervorgerufen. "Wir müssen den Reinigungsprozess optimieren", so Tilo Hönicke. Einen entsprechenden Vorschlag will die Stadtverwaltung jetzt erarbeiten.

Wohnen in Großenhain. Auch das steht auf der Agenda. Zwei neue Wohngebiete könnten in den nächsten Monaten ernsthaft debattiert werden. Zum einen in Bauda, aus Richtung Wildenhain kommend. Zum anderen am stillgelegten früheren Kohlelagerplatz nahe der Albertmühle. In Bauda gibt es für das Areal bereits seit 1996 einen Bebauungsplan. Generell wird es darum gehen, die nötigen Verfahren zur Erlangung von Baurecht einzuleiten.

Bei den Brücken in städtischer Zuständigkeit sieht der Bürgermeister "zurzeit keinen Handlungsbedarf". Zumindest keinen akuten. Denn nach der Fertigstellung der Überführung für den Röderneugraben nahe dem Bauhof wird bereits daran gedacht, 2022/23 die Brücke am Schlossgraben instand zu setzen.